BorgholzhausenBürgermeister fordert mehr Bauland für Borgholzhausen

Borgholzhausens Bürgermeister ist mit dem Entwurf des Regionalplans nicht zufrieden, weil Pium auf neue Einwohner angewiesen ist. Sonst könnten sich unerfreuliche Prophezeiungen am Ende erfüllen.

Marc Uthmann

Piums Bürgermeister Dirk Speckmann. - © Alexander Neß - www.alex-ness.de
Piums Bürgermeister Dirk Speckmann. © Alexander Neß - www.alex-ness.de

Borgholzhausen. Acht Hektar Wohnbaufläche für die kommenden 20 Jahre sieht der Entwurf des neuen Regionalplanes OWL für Borgholzhausen vor. Das stößt im Piumer Rathaus auf Kritik. Und Bürgermeister Dirk Speckmann erklärt, warum mehr aus seiner Sicht für die Stadt so wichtig wäre.

„Die Bezirksregierung hat zwei Bereiche festgelegt, in denen wir neue Baugebiete entwickeln könnten: in Hamlingdorf und am Hardenberg. Damit können wir sehr gut leben", so Speckmann. Zudem sei der Stadtverwaltung bewusst, dass es sich in beiden Fällen nur um die „Abrundung" bestehender Siedlungsbereiche handeln könne. „Aber man kann eben größer und kleiner abrunden", sagt Speckmann.

Klar, dass ihm in diesem Fall größer recht wäre. „Wir haben schon jetzt einen gigantischen Druck auf dem Wohnungsmarkt. Wenn wir keine Perspektiven zur Entwicklung bekommen, werden die Baulandpreise in Borgholzhausen steigen." Damit aber drohe die Stadt sich zu einem „Edelwohnort" zu entwickeln. „Arbeiter würden nach und nach verdrängt – Borgholzhausen war ursprünglich aber mal eine Arbeiterstadt. Eine solche Entwicklung ist mit meiner sozialdemokratischen Einstellung nicht zu vereinbaren."

Wichtig sei neues Bauland auch für die demografische Entwicklung der Stadt. „Unsere Grundschulstandorte sind für vier bis fünf neue Eingangsklassen in jedem Jahr ausgelegt – wir kommen im Schnitt allerdings nur auf 3,5." Doch zusätzliche Familien mit Kindern seien wichtig, um die Infrastruktur der Stadt mittelfristig zu erhalten: Gesamtschule, Vereinswesen, öffentliche Dienstleistungen.

„Die bestehenden Baulücken sind im Wesentlichen dicht"

Der Entwurf des Regionalplanes prognostiziert Borgholzhausen bis 2040 ein Schrumpfen der Bevölkerung um drei Prozent – daher rührt auch das geringe Bauflächenangebot. Die zugrunde liegenden Daten sind allerdings auch bei anderen Kommunen wie Halle und Versmold hochumstritten. In der Lebkuchenstadt hoffen die Verantwortlichen nun auf mehr Spielraum.

Die bestehenden Baulücken in Borgholzhausen sind im Wesentlichen geschlossen. Eine Ausnahme bildet das Poppenburg-Gelände – aber auch hier kommt im Hintergrund mittlerweile Bewegung in die Sache. In diesem Bereich ist also auch nicht mehr viel zu machen", so Speckmann. „Wir wollen ja nicht die Berge hochbauen, sondern wie von der Bezirksregierung skizziert bestehende Siedlungsgebiete abrunden – aber so wie vorgeschlagen ist es ein bisschen wenig." Bis März muss die Stadt eine Stellungnahme zum Regionalplanentwurf abgeben – über deren Inhalt wird die Politik entscheiden.

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