Maximalgewerbeplan: An der A33 könnte ein gewaltiger Industriepark entstehen

Wenn sich Grundeigentümer und Politik einig sind, kann zwischen Bahnhof und A 33 ein gewaltiger Industriepark entstehen. Der Widerstand vor Ort mag groß sein, doch bei der Bezirksregierung würde man mit der Planung offene Türen einrennen.

Andreas Großpietsch

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(© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Schon der zweite Bauabschnitt des „Interkommunalen Gewerbegebiets von Borgholzhausen und Versmold" (Interkom) war hoch umstritten. Jahrelang schien sich dort nichts zu bewegen – doch dann ging es Schlag auf Schlag. Ein Unternehmen nach dem anderen siedelte sich neu an oder erweiterte seine Kapazitäten. Viel schneller als erwartet wurde daraus die Debatte um einen dritten Bauabschnitt, die noch längst nicht beendet ist. Und ausgerechnet in dieser Phase stellt die Bezirksregierung vor, wie sie die Zukunft sieht.

Ein Angebot, das man auch ablehnen kann

Nach den Darstellungen im Entwurf des Regionalplans denkt man in Detmold offenbar an einen einzigen großen Gewerbe- und Industriepark zwischen Bahnhof und Autobahn. Mit 121,3 Hektar Größe und Platz für die nächsten drei bis vier Bauabschnitte. Klar, in der weit entfernten Regionalbehörde sieht man einzig die Belange der Wirtschaft – und die Lagegunst an der A 33-Auffahrt.

Doch wer sitzt eigentlich in diesem scheinbar so weit entrückten Regionalrat? Mit Wolfgang Bölling (SPD), Helga Lange (Grüne) und Arnold Weßling (CDU) gehörten ihm zumindest drei Politiker*innen aus Borgholzhausen und seiner Nachbarstadt Halle an. Wie die zu den Plänen stehen, ist unzweifelhaft über alle Parteigrenzen hinweg. „Die Entscheidungen für den Entwurf sind einstimmig gefallen", sagt Arnold Weßling.

Nach der Kommunalwahl wird auch das Gremium in Detmold neu zusammengesetzt. Und dieser neue Regionalrat wird sich mit dem auseinandersetzen, was jetzt von den Städten, aber auch von privaten Einwendern als Rücklauf zu dem Entwurf kommt. Und dafür ist durchaus ein wenig Zeit eingeplant: Bis zum 31. März sollten die Stellungnahmen erfolgt sein. Doch diese Zeit ist sicher auch nötig.

„Wir werden auch erst einen Planer beschäftigen müssen, um das Thema für die Politik aufzubereiten", sagt Alexander Bloch von der Stadtverwaltung. Man sei selbst überrascht, wie viel mehr Flächen als gewünscht jetzt ausgewiesen worden seien. Vor drei Jahren hat Borgholzhausen seine Wünsche an den neuen Regionalrat diskutiert und zu einer offiziellen Stellungnahme zusammengefasst – so wie alle anderen Städte und Gemeinden in Ostwestfalen auch.

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Jetzt im Entwurf des Regionalrats gibt es sozusagen das Gegenangebot. Nicht alle Wünsche der beiden Interkom-Partnerstädte sind dabei in Erfüllung gegangen. Zwar will auch der Regionalrat dem Sprung auf die andere Seite der Autobahn nicht völlig im Wege stehen, hat aber nur östlich der B 476 eine Fläche ausgewiesen. Rund 13 Hektar westlich der Straße rund um den Hof Haßheider (siehe dazu Bericht auf der Versmolder Seite) sind aus der Planung herausgenommen.

Im Norden zu wachsen ist Regionalratsziel

Dafür ist nördlich der Autobahn so gut wie alles möglich, was man sich beim Thema Industriegebiet so vorstellen kann. Jedenfalls aus Sicht des Regionalrats, der aber seinen Plan vor allem als Angebot an die Gemeinden ansieht. Den insgesamt 121 Hektar steht außerdem eine Zielgröße von 31 Hektar Flächenverbrauch bis 2040 durch die Stadt Borgholzhausen in diesem Bereich gegenüber.

Das klingt einschränkender, als es ist. Kommen Großbetriebe ins Spiel oder wird eine weitere Stadt Mitglied im Interkom, können solche Begrenzungen ziemlich schnell fallen. Nicht nur jetzt, sondern immer wieder auch in den kommenden Jahren ist die Politik vor Ort gefragt, was sie gerne hätte.

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