Tellermine in Borgholzhausen? Kampfmittelräumdienst gibt Entwarnung

Melanie Wigger, Heiko Kaiser

Die vermeintliche Mine - © Stadt Borgholzhausen
Die vermeintliche Mine (© Stadt Borgholzhausen)

Borgholzhausen-Westbarthausen. Der Fuchsweg in Westbarthausen liegt in einem beschaulichen Wohngebiet. Die gepflegten Ein- und Zweifamilienhäuser lassen niemanden auf den Gedanken kommen, dass hier etwas Gefährliches in der Erde lauern könnte – bis gestern. Helmut Leifeld ist bei der Arbeit, als ihn die Nachricht ereilt, dass die Erdarbeiten in seinem Garten von einem unerwarteten Zwischenfall unterbrochen worden sind. „Mein Sohn baut dort ein Haus. Heute sollten die letzten Aushubarbeiten vorgenommen werden", erzählt er. Gegen 12.30 Uhr habe der Baggerführer auf seiner Schaufel einen verdächtigen Gegenstand entdeckt. Er stoppte sofort die Beladung des bereitstehenden Lkw und begutachtete zusammen mit dessen Fahrer den kreisrunden, etwa 25 Zentimeter großen metallenen Gegenstand.

Form und Aussehen erinnert an eine Tellermine

Weil der in Form und Aussehen an eine Tellermine erinnerte, setzte sich der Baggerführer mit dem Ordnungsamt in Verbindung. Der zuständige Mitarbeiter Steffen Heidmann ließ sich ein Foto des Gegenstands schicken. „Da er teilweise von Erde bedeckt, außerdem stark angerostet war, konnte man nicht klar erkennen, um was es sich genau handelte", sagt Heidmann. Er entschied sich deshalb, die für Kampfmittelfunde im Norden des Landes Nordrhein-Westfalen zuständige Bezirksregierung in Arnsberg zu verständigen. Die beorderte nach erster Ansicht des Fotos ein Räumkommando an den Fuchsweg nach Borgholzhausen. „Es war der erste Besuch dieser Art", erklärt Heidmann. Selbst sein Kollege Manfred Warias habe sich nicht erinnern können, in seiner 25-jährigen Tätigkeit einen ähnlich Einsatz in Borgholzhausen erlebt zu haben.
Weil es sich offensichtlich nicht um eine Bombe handelte, sondern allenfalls um eine Mine, gaben die Experten zunächst die Anweisung, zwar den Fundort abzusichern, eine Evakuierung der umliegenden Häuser hielten sie jedoch nicht für notwendig.

„Die Arbeiter haben alles richt gemacht"

„Um etwa 15.30 Uhr kam der Räumdienst mit einem Bulli hier an. Sie haben sich das Teil angesehen, ein paar Mal darauf geklopft, es dann eingepackt und mitgenommen", sagte Helmut Leifeld. Davon, dass kurz zuvor in seinem Garten noch Minenverdacht geherrscht hat, ist ihm nichts anzumerken. „Nein, aufgeregt bin ich nicht. Es war ja keine Mine", gab er achselzuckend zu Protokoll.
Um was es sich bei dem Gegenstand gehandelt hat, das weiß auch Steffen Heidmann nicht. Er zollt jedoch allen Beteiligten ein großes Lob. „Die Arbeiter haben alles richtig gemacht, indem sie uns sofort informiert haben", sagte er und fügte hinzu: „Denn wenn man bei Erdarbeiten einen verdächtigen Gegenstand entdeckt und sich denkt, ’es wird wohl nichts Schlimmes sein’, dann könnte das das Letzte sein, was man denkt." Heidmann empfiehlt deshalb, in ähnliches Fällen die Polizei unter 110 zu informieren oder aber das zuständige Ordnungsamt anzurufen.

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