Das ist angesagt in Borgholzhausen: Aktuelle Statistik über die Stadt

Schneller als die Zahl der Einwohner wächst auf jeden Fall die der Autos – und der Blick auf die städtischen Statistiken zur demografischen Entwicklung in der Stadt bringt immer wieder neue spannende Erkenntnisse.

Andreas Großpietsch

Borgholzhausens boomende Siedlung im Außenbereich ist Westbarthausen. Die Einwohnerzahl stieg im Jahr 2019 bereits deutlich und sollte nach dem Bezug der Neubauten am südlichen Siedlungsrand in diesem Jahr nicht kleiner werden. - © Andreas Großpietsch
Borgholzhausens boomende Siedlung im Außenbereich ist Westbarthausen. Die Einwohnerzahl stieg im Jahr 2019 bereits deutlich und sollte nach dem Bezug der Neubauten am südlichen Siedlungsrand in diesem Jahr nicht kleiner werden. (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Todesfälle und Geburten sowie Menschen, die dauerhaft nach Borgholzhausen kommen oder von dort wegziehen – fast jeder Tag bringt eine Veränderung in der Einwohnerstatistik auch einer kleinen Stadt. Deshalb lässt sich Ralf Vieweg, der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, auch am Anfang jeder Woche die sogenannte Montagszahl berichten. Sie ist das Ergebnis der Bewegungen der davor liegenden Woche. Am letzten Montag im September war sie mit 9.099 Frauen, Männern und Kindern, die in Borgholzhausen leben, besonders prägnant.

Jede einzelne Entscheidung schlägt sich in Statistik nieder

Doch an den Bevölkerungszahlen hat Vieweg auch Freude, wenn sie weniger einprägsame Ziffernfolgen ergeben. Vom Jahr 2016 an blickt seine Statistik über die Bevölkerungsentwicklung in der Stadt Borgholzhausen jetzt zurück. Daraus lassen sich Entwicklungslinien ablesen und Trends erkennen. Wie zum Beispiel der, dass Familien mit Kindern gern auf dem Land leben – nicht nur in den Siedlungen, sondern oft auch bewusst noch einsamer.

Gefühlt wurde in der Innenstadt seit 2016 viel gebaut. Die Zahl der Einwohner stieg aber in diesem Bereich nur um 98 Menschen. - © Andreas Großpietsch
Gefühlt wurde in der Innenstadt seit 2016 viel gebaut. Die Zahl der Einwohner stieg aber in diesem Bereich nur um 98 Menschen. (© Andreas Großpietsch)

Unter den Siedlungen im Außenbereich hat sich 2019 überraschend Westbarthausen am stärksten entwickelt: Um 4,64 Prozent stieg die Bevölkerungszahl im Vergleich zum Jahr 2018. In absoluten Zahlen sind das 18 neue Westbarthauser Bürger. Das klingt nicht nach viel Veränderung, doch bei insgesamt 388 Kindern, Frauen und Männern, die überhaupt jetzt dort wohnhaft sind, ist die Veränderung doch beachtlich.

Der städtische Demografiebericht verzichtet ganz bewusst darauf, Prognosen abzugeben, sondern konzentriert sich darauf, Tendenzen in ihrem zeitlichen Ablauf zu dokumentieren. Eine Prognose sei hier allerdings gewagt: Westbarthausen wird auch beim Rückblick auf das laufende Jahr wieder ein beachtliches Bevölkerungswachstum erzielt haben. Grund dafür sind die drei neuen Wohnhäuser, die noch in diesem Jahr bezugsfertig sein sollten.

Davor waren die Entwicklungen dieses Ortsteils in der Nähe zu Niedersachsen viel unauffälliger. Im Vergleich zu 2016 hat Westbarthausen nur sechs Einwohner mehr. Interessant sind auch die Auswirkung der Zuzüge auf die Altersstruktur.

Der Anteil der Menschen, die älter als 60 Jahre sind, ging um 4 Prozent zurück. Die Befürchtung, dass es in Siedlungen wie Westbarthausen leerstehende Häuser geben könnte, die niemand kaufen möchte, ist eindrucksvoll widerlegt. Und nicht selten sind es Familien, die dort den Traum vom Leben auf dem Lande verwirklichen.

Homeoffice könnte Wohnen auf dem Land noch beliebter machen

Es ist durchaus möglich, dass diese Wohnform durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie noch attraktiver wird. Denn Homeoffice soll keine Ausnahme bleiben, sondern der normale Zustand für viele Arbeitnehmer werden. Das führt tendenziell dazu, dass längere Wege bis zum Arbeitgeber in Kauf genommen werden können, weil man sie nur noch ein- oder zweimal in der Woche bewältigen muss.

Insgesamt war die Bevölkerungsentwicklung gerade in den Siedlungen im Außenbereich von relativ wenig Veränderung geprägt. Zwar gibt es statistisch gesehen ein Plus von 174 Einwohnern auf 3.045 am letzten Tag des Jahres 2019, wenn man 2016 als Vergleich heranzieht. Allerdings wird diese Aussage unschärfer, wenn man die Verschärfung bei den Meldegesetzen mit ins Kalkül zieht. Denn inzwischen werden dadurch auch ausländische Arbeitnehmer mit Werkverträgen als Einwohner von Borgholzhausen gezählt.

Verlässlich steigt die Zahl der Hunde in Borgholzhausen – wenn auch im bundesweiten Vergleich noch überraschend viel Luft nach oben ist. 0,12 Hunde pro Kopf gibt es in der Bundesrepublik – in Borgholzhausen liegt dieser Wert „nur“ bei 0,1. Also hat jeder zehnte Mensch in der Stadt einen Hund. Ende 2019 waren 927 der beliebten Vierbeiner gemeldet – 2015 waren es nur 870. Man darf schon gespannt auf die nächste Auswertung der Daten sein, denn Corona hat gefühlt die Zahl der Hunde explodieren lassen.

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