Schlechtes Geschäft: Geklautes Headset kostet Dieb 4.800 Euro

Piumer muss wegen 14,99 Euro Beute tief in die Tasche greifen: 4.800 Euro Geldstrafe.

Anke Schneider

Der Borgholzhausener stahl ein Headset fürs Handy im Wert von 14,99 Euro. - © Symbolbild: CC0 Pixabay
Der Borgholzhausener stahl ein Headset fürs Handy im Wert von 14,99 Euro. (© Symbolbild: CC0 Pixabay)

Borgholzhausen. Ein 39-Jähriger Mann aus Borgholzhausen betritt am 13. Januar eine Tankstelle und klaut dort ein Headset für sein Handy im Wert von 14,99 Euro. Soweit erst einmal ein nicht selten vorkommender Fall. Das außergewöhnliche daran ist, dass der Piumer für diese Tat jetzt vom Haller Amtsgericht zu 4.800 Euro Geldstrafe verurteilt wurde. Und das hat er vor allem seinen Vorstrafen zu verdanken.

Der Beschuldigte ist mehrfach vorbestraft, einige Male auch wegen Diebstahls. Bisher erhielt er Geldstrafen dafür, die er nach eigenen Angaben teilweise im Knast abgesessen hat, weil er sie nicht zahlen konnte. Triftige Gründe für die Taten hatte er nicht.

„Schneller kann man nicht pleite gehen."

Der Mann führte im Gericht falsche Freunde und Alkohol als Gründe ins Feld. Der Staatsanwalt konnte angesichts des Vorstrafenregisters nur mit dem Kopf schütteln. Im Jahr 2017 musste der 39-Jährige 3.000 Euro Strafe für Schwarzfahren mit der Bahn berappen, ein Jahr später 3.600 Euro für Diebesgut, das 3,99 Euro gekostet hatte. „Das ist ein ganz schlechtes Geschäft", so der Staatsanwalt.

„Schneller kann man nicht pleite gehen." Das Gericht verurteilte den Borgholzhausener zu der eingangs erwähnten Geldstrafe in Höhe von 4.800 Euro plus Gerichtskosten. Dafür hätte der Angeklagte 320 Headsets kaufen können. „Beim nächsten Mal gibt es eine Gefängnisstrafe", drohte der Staatsanwalt an. Wer immer wieder käme, für den werde es bei Gericht nicht billiger.

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