BorgholzhausenDiese 30.000-Quadratmeter-Halle hat ihr eigenes Kraftwerk

Aus der planierten Fläche im interkommunalen Gewerbegebiet soll in nur sechs Monaten ein Logistikgebäude mit beeindruckenden Ausmaßen werden. Die B + S GmbH verdreifacht sich am Standort.

Andreas Großpietsch

So soll sich der Neubau am 31. März bei der Inbetriebnahme präsentieren. - © Panattoni Europe
So soll sich der Neubau am 31. März bei der Inbetriebnahme präsentieren. © Panattoni Europe

Borgholzhausen. Vor dem Fenster von Stefan Brinkmanns Büro erstreckt sich eine riesige Fläche, auf der vergleichsweise winzige Maschinen herumwuseln. Schon das ist ein ganz beeindruckender Anblick, doch aus Sicht des Geschäftsführers der B + S Logistik und Dienstleistungen GmbH sind das nur die Vorarbeiten für ein Schauspiel, das sich dort in den nächsten gut sechs Monaten vollziehen soll.

„Am 31. März 2021 ist das Gebäude fertig. So ist es mit der Firma Goldbeck Bau vereinbart", sagt er. Und der bundesweite Marktführer für Gewerbebauten hat schon oft bewiesen, dass er solche Termine einhält. Auch wenn das gewünschte Gebäude sehr groß ausfällt: 132 Meter lang und 217 Meter breit soll diese werden. Im Wesentlichen wird es aus einer Lagerhalle bestehen, die 30.000 Quadratmeter Logistikfläche bietet.

Der erste Schritt sind die Bodenarbeiten auf dem rund fünf Hektar großen Gelände. - © B + S GmbH Logistik und Dienstleistungen
Der erste Schritt sind die Bodenarbeiten auf dem rund fünf Hektar großen Gelände. (© B + S GmbH Logistik und Dienstleistungen)

Und die Kunden der Firma B + S warten schon darauf, dass der Neubau direkt neben dem bisherigen Standort im interkommunalen Gewerbegebiet von Borgholzhausen und Versmold fertig wird. Unter anderem wird ein bedeutender Neukunde aus dem Bereich der Klebstofftechnologie die Möglichkeiten nutzen.

Corona bringt noch mehr Schwung in die Geschäfte von B + S

Die Entwicklung des Unternehmens B + S insgesamt ist in den letzten Monaten durch die Corona-Krise noch über die Erwartungen hinaus beschleunigt worden. Viele Menschen nutzten während des Lockdowns die Möglichkeit, sich Waren aller Art nach Hause liefern zu lassen – davon profitiert nicht nur Amazon.

Wobei der Handelsriese natürlich alle Unternehmen in diesem Bereich beeinflusst. „Amazon liefert immer mehr Waren am nächsten Tag aus und das wird zum Standard, den alle Kunden verlangen", sagt Stefan Brinkmann. Doch dabei wirkt er wenig beunruhigt. 20 Jahre wird das von ihm gegründete Unternehmen im kommenden Jahr alt und es konnte bislang sehr gut mithalten im Wettbewerb.

Stefan Brinkman, Geschäftführer von B + S GmbH Logistik und Dienstleistungen, hat von seinem Bürofenster aus die perfekt Sicht auf die Baustelle. - © Andreas Großpietsch
Stefan Brinkman, Geschäftführer von B + S GmbH Logistik und Dienstleistungen, hat von seinem Bürofenster aus die perfekt Sicht auf die Baustelle. (© Andreas Großpietsch)

Der 30.000-Quadratmeter-Neubau ist natürlich noch nicht bis in den letzten Winkel verplant. „Wir haben noch ein wenig Platz für weitere Kunden. Wir können dort zum Beispiel auch die mit mehr Auflagen verbundene Pharmalogistik anbieten", macht Stefan Brinkmann auf die moderne Bauweise aufmerksam. Punkten will er dabei auch mit einem neuen Konzept zur nachhaltigen Energieversorgung.

Denn bis auf den Bereich der Lichtöffnungen wird die gesamte Dachfläche zu einem einzigen großen Kraftwerk. So wollen es die Städte Borgholzhausen und Versmold als Entwickler des Interkom. Allerdings zeigt die Entwicklung der jüngsten Zeit auch, dass sie mit einer solchen Forderung offene Türen gerade bei den Logistikern einlaufen – denn die brauchen nicht nur viel Platz, sondern auch viel Strom.

Das Solarkraftwerk auf dem Dach hat eine Leistung von 2,1 Megawatt Peak

Hier schon gut zu erkennen die Baugruben für die beiden vorgelagerten Bürogebäude. - © B + S GmbH Logistik und Dienstleistungen
Hier schon gut zu erkennen die Baugruben für die beiden vorgelagerten Bürogebäude. (© B + S GmbH Logistik und Dienstleistungen)

Den können sie kostengünstig auf dem eigenen Dach selbst erzeugen. Nachdem vor einigen Wochen auch die Bundesregierung den Weg für neue Photovoltaikraftwerke freigemacht hat, steht dem Ausbau in Borgholzhausen nichts mehr entgegen. 2,1 Megawatt Peak beträgt die Leistungsfähigkeit der geplanten Anlage, die damit nicht nur im engeren Umkreis die derzeit größte ihrer Art sein wird.

„Auch in Borgholzhausen verfolgen wir die Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 40 Prozent bis 2023", erklärt Stefan Brinkmann. Bauherr des Gebäudes ist die Firma Panattoni Europe genau wie bei dem Bau, in dem Brinkmann jetzt sein Büro hat, wenn er in der Gegend ist.

Recht häufig ist er allerdings auch an anderen Standorten des bundesweit tätigen Unternehmens mit derzeit noch 750 Mitarbeitern. Spätestens ab dem 1. April 2021 sollen allein in Borgholzhausen noch 80 weitere hinzugekommen sein, plant das Unternehmen.

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