Ausgeträumt? Besitzer will kein Hundeparadies auf seiner Obstwiese

Das Ehepaar Otte ärgert sich über die Idee, aus ihrem Familienbesitz eine Hundewiese zu machen.

Melanie Wigger

Symbolbild - © CC0 Pixabay
Symbolbild (© CC0 Pixabay)

Borgholzhausen. Es ist ausgerechnet die kleine Oase der Familie Otte in Borgholzhausen, in die sich auch der neue Verein Hundefreunde Pium verliebt hat (wir berichteten). Kein Wunder: Die 800 Quadratmeter große Wiese mit ihren Obstbäumen und einer Hütte zum Verweilen ist ein idyllischer Ort – für Mensch und Tier. Für Kurt Otte ist die Wiese jedoch mehr: 30 Jahre gehe er dort schon ein und aus, sagt der 65-jährige Haller. Das Grundstück neben dem heutigen Schützenfestplatz hat früher seinen Schwiegereltern gehört. Vor zehn Jahren hat er dort Kirsch- und Apfelbäume gepflanzt und einen schützenden Zaun darum gezogen. In der Oase stecken viel Herzblut und Zeit des Ehepaares, aber auch Geld.

Einen Grundstückstausch kann das Ehepaar sich vorstellen

Ob die Ausgaben, der heutige Baumbestand und der Grundstückswert bei einem Verkauf der Wiese angemessen ausgeglichen werden könnten, bezweifelt Kurt Otte. Doch erste Gespräche, ob Familie Otte bereit wäre, die Wiese für das Industriegebiet Hamlingdorf abzugeben, gab es bereits mit der Stadt.

Eine Entscheidung, die dem Ehepaar schwer fallen würde. „Aber wenn ich mir vorstelle, dass direkt neben der Wiese eine große Fabrikhalle und eine laute Straße entstehen, dann bringt mir dieser Ort nichts mehr." In so einem Fall könne sich der Rentner vorstellen, das Grundstück zu tauschen – beispielsweise gegen eine andere Wiese wie die Grünfläche auf der anderen Seite des Schützenfestplatzes. „Das wäre dann zumindest in der Nähe unserer Wiese." Über einen solchen Tausch habe es auch erste Gespräche mit der Verwaltung gegeben.

Die Idee einer Hundewiese ärgert Otte

Die Idee, sein Grundstück zur Hundewiese zu machen, ärgert ihn – vor allem, weil mit ihm bislang nicht darüber gesprochen wurde. „Ich bin drauf und dran, mich quer zu stellen." Denn in einem solchen Fall müsste die Stadt schlimmstenfalls vor Gericht ziehen. „Ich empfinde dieses Vorgehen als Dreistigkeit." Er wolle die Hundefreunde nicht angreifen, aber da wird etwas von ihm verlangt, das er nicht nachvollziehen könne. „Warum schaffen sich Menschen einen Hund an, wenn sie nicht genug Platz für ihn im Garten haben? Und dann fordern sie diesen von der Öffentlichkeit ein. Das verstehe ich nicht." Kurt Otte betont: „Ich habe nichts gegen Hunde, aber manchmal gegen die Halter ..."

Kurt Otte will die Dinge nun erst einmal auf sich zukommen lassen. Bürgermeister Dirk Speckmann habe ihm versichert, dass längst nichts entschieden sei. Das bestätigt auch Speckmann. „Es gibt mit ihm erste Gespräche zu dem Grundstück, aber noch keine Kaufvereinbarung. Es ist auch nicht geplant, genau sein Grundstück als Hundewiese zu nutzen, da wir es durch die künftige Eingrünung des Gewerbegebietes zur Verschiebung des Schützenplatzes benötigen. Ein Hundeplatz könnte östlich davon entstehen, dazu sind aber noch Beratungen im Stadtrat nötig."

"Wir wollen keinen Ärger mit dem jetzigen Besitzer"

Stellvertretend für den Hundefreunde-Verein betont Joachim Bzdega, dass für sie nicht entscheidend ist, welche Wiese es wird. Das Wichtigste sei eine rechtssichere Lösung, bei der weder Anwohner gestört noch Naturschutzgebiete beeinträchtigt werden – „und deshalb wäre ein Grundstück im Industriegebiet gut". Darüber habe man sich mit der Verwaltung ausgetauscht und in diesem Kontext sei die Idee über Ottes Wiese gefallen. „Aber wir wollen definitiv keinen Ärger mit dem jetzigen Besitzer", so Bzdega. „Im Gegenteil. Ich möchte eine friedliche Lösung." Man wolle abwarten, welchen Vorschlag die Verwaltung macht.

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