Vandalen an den Wanderwegen: Waldsofa und Schilder mutwillig zerstört

Gerade jetzt, wenn die Touristen nach Borgholzhausen kommen, beschädigen und zerstören unbekannte Täter Orientierungsschilder und beschmieren ein Waldsofa.

Melanie Wigger

Das neue Waldsofa wurde mit einem Graffiti besprüht. Auch wenn die Stadt sich nach der Aufnahme dieses Fotos um die Reinigung gekümmert hat, sind noch Farbreste auf dem Holz zu sehen. - © Lisa Kampmann
Das neue Waldsofa wurde mit einem Graffiti besprüht. Auch wenn die Stadt sich nach der Aufnahme dieses Fotos um die Reinigung gekümmert hat, sind noch Farbreste auf dem Holz zu sehen. (© Lisa Kampmann)

Borgholzhausen. Für ein gemütliches Päuschen mitten im Wald wurden die Waldsofas in Borgholzhausen aufgestellt. Gemütlich sind sie immer noch, aber das Sofa am Berghauser Weg hat optisch arg gelitten. Ein Graffiti-Sprayer hat sich darauf verewigt. „Wir haben schon versucht, die Farbe zu entfernen. Aber alles kriegt man nicht ab", sagt Tamara Kisker, Tourismusbeauftragte der Stadt Borgholzhausen. Richtig schön sehe das Waldsofa jetzt leider nicht mehr aus.

Doch das ist nicht der einzige Vandalismusschaden, um den sich die Stadt kümmern muss. „Wir nehmen seit einigen Wochen tatsächlich immer mehr Fälle dieser Art wahr", berichtet Tamara Kisker. „Es wurden in letzter Zeit an den Wanderwegen auch viele Schilder rausgerissen und zerstört."

„Familien sind jetzt häufiger auf den Wegen unterwegs"

Ob das mit der Corona-Pandemie beziehungsweise mit der freien Zeit vieler Menschen zusammenhänge, lässt sich nur spekulieren. Klar ist jedoch, dass Borgholzhausen kein Einzelfall bei dieser Entwicklung ist: Auch andere Städte leiden unter dieser Entwicklung – so haben beispielsweise Vandalen in Halle ein Kabel der neuen Storytelling-Bank durchgeschnitten. In Steinhagen ist vor allem der Bürgerpark betroffen – dort leiden auch die Anwohner unter randalierenden und Alkohol trinkenden jungen Menschen in den Nächten (wir berichteten).

In Borgholzhausen liegt der Fokus der Zerstörungswut auf den Hinweisschildern an Wanderwegen. „Gerade jetzt", bedauert Kisker, „wenn so viele auf den Wanderwegen unterwegs sind. Endlich kommen Urlauber in die Region – wenn ihnen dann die Orientierung fehlt, ist das wirklich schade." Die Stadt kümmere sich jedoch darum, die Schäden zeitnah beseitigen zu lassen.

"Wir haben mit der Polizei gesprochen"

Schon vor Corona waren die Wege gut besucht – doch jetzt nimmt die Tourismusbeauftragte einen verstärkten Andrang wahr. „Auch Familien sind jetzt deutlich häufiger auf den Wegen unterwegs." Die Waldsofas kommen da gerade recht. Kisker beobachtet: „Die Sofas sind oft belegt." Viele nutzen die bequeme Sitzgelegenheit, um sich auszuruhen oder um ein Buch zu lesen.

Info

Waldsofas

Durch Fördermittel entstanden Waldsofas am Hardenberg, an der Schutzhütte im Hesseltal und am Berghauser Weg. Aus Mitteln der Stadt wurden sie am Barenbergweg und am Luisenturmweg aufgestellt.

Deshalb sollen die Sitz- und Liegegelegenheiten geschützt werden. „Wir haben mit der Polizei gesprochen. Vielleicht hilft es, wenn sie ein bisschen mehr Präsenz vor Ort zeigt", hofft Tamara Kisker. Und auch der Bauhof behalte die Stationen im Blick, wenn die Mitarbeiter die Mülleimer leeren und Plätze säubern.

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