Geldstück von 1875: Spaziergänger findet Münze aus dem Kaiserreich

Bei einem Spaziergang findet Andrew Roe eine kleine Münze. Erst denkt er, ein Glücks-Cent. Nachdem er das Geldstück putzt, stellt er fest, dass es dort schon ziemlich lange gelegen haben muss.

Jonas Damme

Der gekrönte Adler des Deutschen Reiches ist gut zu erkennen, das Wappen leider nur noch schwach. Fotos: Andrew Roe - © Andrew Roe
Der gekrönte Adler des Deutschen Reiches ist gut zu erkennen, das Wappen leider nur noch schwach. Fotos: Andrew Roe (© Andrew Roe)

Borgholzhausen. „Wir waren mit dem Hund spazieren", erzählt der Borgholzhausener Andrew Roe. In Kleekamp sei er mit seiner Partnerin an frisch-gepflügten Feldern vorbeigelaufen, als er plötzlich etwas kleines Metallisches erblickte. „Es war eingedrückt in die Erde." Vorsichtig pulte Roe das kleine Geldstück aus dem Boden heraus.

Auch in der Hand war nicht sofort zu erkennen, um was für eine Münze es sich handelte. „Ich dachte erst, es sei ein Cent-Stück", so der Piumer. „Dann erkannte ich, dass es aus dem Deutschen Reich war."

Obwohl die winzige Münze schon stark oxidiert ist, lassen sich die Worte „Deutsches Reich" und „Pfennig" auf der einen Seite und der gekrönte Reichsadler mit Wappen auf der anderen noch gut erkennen. Laut Jahreszahl wurde das Geldstück bereits 1875 geprägt.

„Der Zustand ist leider miserabel"

Die Münze stammt offenbar aus der Zeit des deutschen Kaiserreiches. Das wurde 1871 aus den Staaten des Norddeutschen Bundes und diversen süddeutschen Staaten wie Bayern, Baden und Württemberg gebildet. Die konstitutionelle Monarchie mit dem König von Preußen als Kaiser existierte bis zur Niederlage im Ersten Weltkrieg 1918. Schon damals wurden landesweit einheitliche Kleinmünzen vom einem Pfennig bis zu einer Mark in Umlauf gebracht. Die Bundesstaaten prägten sogar schon individuelle Münzen mit verschiedenen Motiven. Die Ein-Pfennig-Stücke bestanden aus Bronze.

„Der Zustand ist leider miserabel", sagt Andrew Roe. Trotzdem ist es bemerkenswert, wie gut erhalten das Geldstück nach fast eineinhalb Jahrhunderten unter der Borgholzhausener Erde noch aussieht. Roe geht davon aus, dass ein Traktor die Münze beim Pflügen wieder ans Tageslicht förderte.

Und nun? Im Internet hat er bereits gestöbert, um mehr über das Geldstück herauszufinden. Wenn die Münze im Topzustand wäre, könne sie einen dreistelligen Betrag wert sein. Das sei aber eindeutig nicht der Fall. Eigentlich ist das aber auch egal, denn Andrew Roe will sich sowieso nicht von ihr trennen: „Das ist mein Glückspfennig, den behalte ich."

Trotzdem will der Piumer in den kommenden Wochen mal bei den Experten vom Teutoburger Münzhandel anrufen, vielleicht können die ihm noch etwas mehr über seine Überraschung aus der Vergangenheit erzählen.

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