Gegen das Corona-Virus: 22-Jährige näht Mundschutze für das DRK

Junge Borgholzhausenerin folgt dem Aufruf des Deutschen Roten Kreuzes und wirbt um Nachahmer.

Anke Schneider

Gina Ewert verbringt nun viele Stunden an der Nähmaschine. - © Anke Schneider, HK
Gina Ewert verbringt nun viele Stunden an der Nähmaschine. (© Anke Schneider, HK)

Borgholzhausen. Gina Ewert und ihre Nähmaschine sind derzeit nahezu unzertrennlich. Seit einigen Tagen näht die 22-Jährige Mundschutze für das DRK. „Ich habe den Aufruf im Radio gehört", so die Borgholzhause-nerin. Der Kreisrotkreuzleiter Daniel Heihoff bat die Bevölkerung, selbst genähte Masken an das Deutsche Rote Kreuz zu geben.

Mund- und Nasenschutzmasken sind in Apotheken schon lange nicht mehr zu bekommen. Aufgrund der Corona-Pandemie werden Schutzartikel jetzt auch beim medizinischen Personal knapp. Die Lieferengpässe bekommt auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zu spüren.

„Es wird immer schwerer, überhaupt noch Schutzmasken zu bekommen," sagt Kreisrotkreuzleiter Daniel Heihoff. Geplante Auslieferungen werden ohne Angabe eines neuen Liefertermins verschoben. „Wir müssen vorsorgen", sagt er. Denn wie lange die Corona-Krise andauere, könne derzeit niemand absehen.

Mithilfe der Bevölkerung will man beim DRK möglichen Engpässen vorbeugen. Das Rote Kreuz bittet daher darum, selbst genähte Schutzmasken bei der Geschäftsstelle abzugeben. Angesprochen werden sollen in erster Linie Privatpersonen, aber auch Firmen und Organisationen wie etwa Werkstätten für behinderte Menschen, die auf Weisung der Behörden ihre Einrichtungen schließen mussten. „Wir sind dankbar für jeden, der in seinem Umfeld für die Aktion wirbt und selbst aktiv wird", so Heihoff.

„Säckeweise wurde mir der Stoff vor die Tür gestellt"

Gina Ewert ist Modedesign-Studentin und ausgebildete Maßschneiderin. Sie kann mit der Nähmaschine umgehen und wegen Corona bleibt die Uni derzeit sowieso geschlossen. Also beschloss Gina Ewert, einfach loszulegen mit der Maskenproduktion. Via Facebook bat sie um Materialspenden, die sich auch prompt einstellten.

„Säckeweise wurde mir der Stoff vor die Tür gestellt", sagt sie. Arbeitsmaterial hat sie genug und die Anleitung zum Nähen zeigt das Rote Kreuz im Internet. „Wenn jemand mitnähen möchte, gebe ich Stoff und Anleitung gerne weiter", sagt Gina Ewert. Die fertigen Masken werden in Bielefeld beim DRK in eine Sammelbox eingeworfen.

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