Wieder Bangen um den Spiekerhof: Mitarbeiter wollen Reiterhof retten

Die Mitarbeiter wollen den neuen Besitzern des Reiterhofs für Kinder unter die Arme greifen

Anke Schneider

Lotta Hoffmann - © Privat
Lotta Hoffmann (© Privat)

Borgholzhausen. Im Mai vergangenen Jahres haben Britta und Jens Schräder den Spiekerhof von Dorothee und Michael Nawrath übernommen. Die freudige Nachricht, die zahlreiche Mädchenherzen höher schlagen ließ: Der Spiekerhof bleibt als Reiterhof für Kinder erhalten. Tiere, Reitschüler und Mitarbeiter wurden übernommen. „Wir waren so erleichtert, dass es hier weitergeht", sagt Lotta Hoffmann, eine der jungen Frauen, die sich um die rund 50 Ponys und Pferde auf dem Spiekerhof kümmern. Schließlich hätte ein Investor den Hof ja auch für andere Zwecke nutzen können.

Britta und Jens Schräder hatten sich den Schritt gut überlegt, die Finanzierung auf solide Beine gestellt. Neben der Finanzierung musste ein umfangreiches und tragfähiges Konzept ausgearbeitet werden. „Aber jetzt bricht alles weg", sagt Lotta Hoffmann. Reitschüler dürfen nicht mehr kommen und auch die Ferien auf dem Reiterhof finden nicht statt. „Für die Osterferien hatten sich 60 Kinder angemeldet", sagt die junge Frau. Auch Ferienspiele und die Betreuung von Geburtstagen gehören erst einmal der Vergangenheit an.

„Das Versorgen der Tiere ist nun für uns eine Riesen-Aufgabe", sagt Lotta Hoffmann, die mit weiteren neun Reitbeteiligungen für die Versorgung der Pferde zuständig ist. Und das teilweise schon seit vielen Jahren. Gefüttert und gemistet wird jetzt in drei strikt getrennten Schichten, da sich nicht mehr als zwei Personen in den Ställen aufhalten dürfen. „Die Schichten begegnen sich nicht und alle müssen Handschuhe tragen", berichtet die junge Frau.

Auch in der Reithalle dürfen nur zwei Menschen zugleich sein.

Die gleichen Regeln gelten für die Reithalle, wo die Pferde bewegt werden. Auch hier dürfen sich maximal zwei Personen aufhalten. „Die Wiesen sind noch nicht offen, so dass die Pferde noch nicht rauskommen. Das macht es nicht leichter", so Lotta Hoffmann. Also müssen sie möglichst alle einmal am Tag in der Reithalle bewegt werden. Teilweise werden auch Ausritte in die Umgebung unternommen, allerdings auch hier maximal zu zweit. Das schlimmste für die junge Pferdefreundin ist, dass der Spiekerhof nun völlig verwaist ist. Wo bis vor kurzem noch Hufgetrappel und Kinderlachen in der Luft lagen, ist es nun bedrückend still. Und das merken auch die Vierbeiner, die bisher täglich gekrault, beschmust und bewegt wurden.

Für Lotta Hoffmann ist klar, dass die Corona-Krise nicht allzu lange dauern darf. „Wenn in den Sommerferien auch keine Kinder kommen dürfen, dann sieht es düster aus", sagt sie. Das Team des Spiekerhofes hat daher beschlossen, eine Spendenaktion für die neuen Besitzer ins Lebens zu rufen.

In sozialen Netzwerken und per Mundpropaganda versuchen sie, Geldspenden zu sammeln, um dem neuen Betreiberpaar so gut es geht unter die Arme zu greifen. Wer sich an der Spendenaktion beteiligen möchte, der kann sich bei Lotta Hoffmann unter (01 74) 1 51 09 49 melden.

Das Team des Reiterhofes bangt nun ein zweites Mal um seinen Spiekerhof. „Wir hoffen, dass wir das überstehen."

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