Discounter-Beleuchtung sorgt für Ärger in Borgholzhausen

Zahlreiche hohe Laternenmasten garantieren für eine optimale Ausleuchtung auf dem Parkplatz des neuen Netto-Discounters. Gegen das zusätzliche Licht am Gebäude selbst regt sich Widerstand.

Andreas Großpietsch

Schön hell: Doch die Beleuchtung des Netto-Markts ruft auch Kritiker auf den Plan. Zusamen mit der Stadt will der Investor jetzt eine Lösung finden. - © Andreas Großpietsch
Schön hell: Doch die Beleuchtung des Netto-Markts ruft auch Kritiker auf den Plan. Zusamen mit der Stadt will der Investor jetzt eine Lösung finden. (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Unsichtbarkeit ist nicht das Attribut, das bei der Planung großer Verbrauchermärkte im Mittelpunkt stehen sollte. Die Planer des neuen Netto-Markts in Borgholzhausen haben sehr bewusst den Platz im Herzen der Stadt und direkt an der Durchgangsstraße gewählt. Der Markt soll auffallen und das gelingt ihm mit seiner Abbiegespur und dem großen Gebäude mühelos. In der Dunkelheit gelingt das nach Meinung von Kritikern vielleicht ein wenig zu gut.

„Das Lichtkonzept ist nicht Teil der Bauplanung", erklärt Bürgermeister Dirk Speckmann einen Grund für das Dilemma. Wäre es das, hätte die Stadt schon deutlich früher Einfluss nehmen können. Natürlich soll ein Markt gut zu finden sein und Leuchtreklamen gehören schon lange zur unverzichtbaren Ausstattung, doch hier wäre weniger vermutlich mehr gewesen.

Das gilt besonders für ein umlaufendes Band von länglichen Lampen an der Fassade des Gebäudes. Sie sind nach Meinung vieler Menschen leicht verzichtbar und fallen mit ihrer Ausrichtung vor allem den direkten Nachbarn recht unangenehm ins Auge. Die Stadt Borgholzhausen hat sich bereits mit Markus Klekamp in Verbindung gesetzt.

Investor signalisiert Entgegenkommen

Der Investor hat bereits Entgegenkommen signalisiert. Konkrete Details sollen noch bei einem Termin in Borgholzhausen besprochen werden, bei dem auch der Architekt des Marktes zugegen sein wird. Diese Zusammenkunft findet aber erst in der kommenden Woche statt.

Diskutiert wird dabei sicher auch über die Frage, ob sämtliche derzeit vorhandenen Leuchtreklamen wirklich unverzichtbar sind. Das große beleuchtete Werbeschild an der Teutoburger Straße lässt eigentlich keine Zweifel daran aufkommen, dass man sich in der Nähe einer Einkaufsgelegenheit aufhält.

Als recht hell wird vielfach auch die Parkplatzbeleuchtung empfunden. Zahlreiche Masten sorgen für eine Ausleuchtung bis in den letzten Winkel, doch dieser Effekt ist sicherlich auch gewollt. Bewusst haben die Planer dem Thema Parkplatz viel Aufmerksamkeit gewidmet.

Gesetzgeber schreibt größere Parkbuchten vor

Die 70 Parkbuchten sind allesamt mindestens 2,70 Meter breit und damit deutlich breiter als vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Damit folgt Investor Klekamp nur der allgemeinen Entwicklung, die der Tatsache Rechnung trägt, dass auch die meisten Autos in den vergangenen Jahren immer größer geworden sind.

In den ersten Tagen seit der Eröffnung blieben nur wenige dieser Stellplätze leer. Man darf gespannt sein, wie sich der erhoffte neue Besuchermagnet insgesamt auf die Struktur des Einzelhandels in Borgholzhausen auswirkt. Die Entscheidung im Stadtrat für genau dieses Grundstück war von der Idee getragen, dass ein größeres Geschäft als sogenannter Frequenzbringer insgesamt zur Belebung der Einzelhandelssituation in der Innenstadt beitragen soll.

Die Parkplatzbeleuchtung wird während der Geschäftszeiten sicherlich nicht entscheidend abgeschwächt werden. Denkbar ist allerdings, dass der Netto-Markt sich außerhalb seiner Geschäftszeiten, die von 7 bis 21 Uhr dauern, an die Entwicklung bei den Straßenlaternen anpasst. Dort hat die Stadt erhebliche Investitionen getätigt, damit die Lampen in den späteren Abendstunden gedimmt werden können, wenn nur wenige Menschen unterwegs sind.

Die großzügige Ein- und Ausfahrt an der Teutoburger Straße scheint sich bislang zu bewähren. Insgesamt sollte sie durchaus dazu geeignet sein, die übliche Geschwindigkeit auf der Durchgangsstraße abzusenken. Bürgermeister Dirk Speckmann ist vor allem sehr zufrieden damit, dass vom Investor die im Rat geforderte Eingrünung des Grundstücks umgesetzt wird. Etliche neue Bäume wurden dazu gepflanzt und sollen künftig den Blick prägen.

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