Alte Schule in Borgholzhausen muss abgerissen werden

Die alte Schule in Kleekamp hat sogar Friederike und Co. getrotzt. Trotzdem sind ihre Tage gezählt, denn sie muss fallen, damit es Platz für das Dorfgemeinschaftshaus gibt. Das hat schon viele Hürden genommen. Aber eine entscheidende steht noch aus.

Andreas Großpietsch

Wie lange die alte Schule und der Anbau noch stehen, hängt vom Ergebnis der Ausschreibungen ab. - © Andreas Großpietsch
Wie lange die alte Schule und der Anbau noch stehen, hängt vom Ergebnis der Ausschreibungen ab. (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Noch schwerer als das Wetter sind in diesen Tagen die Auswirkungen der stürmischen Baukonjunktur vorauszusagen. Es gab schon eine ganze Reihe von öffentlichen Bauvorhaben, die daran scheiterten, dass sich letztlich kein Unternehmer fand, der sie innerhalb einer vertretbaren Preisspanne umsetzen mochte. Ob dieses Schicksal auch beim Bau des Dorfgemeinschaftshauses in Kleekamp droht, ist eine spannende Frage. Denn ansonsten ist alles bereit, um in absehbarer Zeit anzufangen.

Abriss schafft Platz

„Scherzhaft könnte man sagen, dass der Sturm die Bauarbeiten begonnen hat", sagt Ralf Vieweg, der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters. Denn besagte Friederike hat einen der drei Bäume flachgelegt, die für das Bauwerk weichen müssen. Dafür gibt es bereits einen sehr konkreten Termin, denn am 29. Februar endet die Frist, in der man Bäume fällen darf. Und diese Frist soll auch eingehalten werden.

Ansonsten wartet die Stadtverwaltung auf das Leistungsverzeichnis, das im Büro von Architekt Oliver Erdmann erstellt werden muss. Darin findet sich nicht nur die Beschreibung dessen, was ein möglicher Auftragnehmer als Neubau anbieten muss, sondern auch der Umfang der Abrissarbeiten.

Bodenplatte für den Anbau an die Turnhalle der Grundschule Süd. - © Andreas Großpietsch
Bodenplatte für den Anbau an die Turnhalle der Grundschule Süd. (© Andreas Großpietsch)

Denn die alte Schule Kleekamp hat ganz gewiss schon bessere Zeiten gesehen, ist aber trotzdem ein ziemlich solides Gebäude, das erst einmal abgerissen werden muss. Die Erfahrung von anderen Ausschreibungen zeigt aber, dass die Abrissspezialisten in der Region immer noch Termine frei haben. Wahrscheinlich auch, weil sie mit ihrer Arbeit in vergleichsweise kurzer Zeit fertig sind.

Kampfsportler wechseln in Turnhalle

Die Voraussetzung für den Abriss ist natürlich, dass das Gebäude leer ist. Zurzeit haben die Ringer des TuS Solbad dort noch ihre Trainingsgelegenheit. Doch ebenso wie die Judokas und die Boxer aus Pium sollen sie ihre sportlichen Aktivitäten künftig in die Turnhalle des südlichen Standorts der Violenbachschule verlagern. Dafür muss dort allerdings auch noch gebaut werden. Immerhin ist das Fundament dafür bereits gelegt.

Der Anbau soll allen drei Vereinen vor allen Dingen Lagermöglichkeiten für ihre speziellen Sportgeräte bieten. Das sind zum Beispiel Matten und der Box-Ring, der ja bekanntlich viereckig ist. Aber auch in Kleekamp müssen noch wichtige Vorbereitungen getroffen werden. Wasser- und Stromanschluss sowie die Heizung müssen in einem Nebenraum der heutigen Umkleidekabinen untergebracht werden – denn der Spielbetrieb und das Training an der Heimstätte des TuS sollen ja weitergehen.

Idee für das Treppenhaus

Spätestens bis zum Beginn der Abrissarbeiten muss auch geklärt sein, was aus dem teuren Notfalltreppenhaus an der Rückseite des Gebäudes werden soll. Das wird zwar künftig nicht mehr für seinen eigentlichen Zweck gebraucht, aber könnte eine ganz neue Verwendung erfahren. „Wir brauchen noch einen möglichst hoch gelegenen Standort für die Sirene", sagt Ralf Vieweg. Doch ob diese Idee funktioniert, ist eine Frage, die ein Bauingenieur klären muss.

Was mit der Treppe wird, steht noch nicht endgültig fest. - © Andreas Großpietsch
Was mit der Treppe wird, steht noch nicht endgültig fest. (© Andreas Großpietsch)

Der Neubau, so viel ist klar, wird deutlich niedriger als das heutige Gebäude ausfallen. Das Dorfgemeinschaftshaus in Kleekamp wird ein rechteckiger Zweckbau, dessen architektonischer Clou eine mehrstufige Holzterrasse bis zum Ufer des Bachlaufs sein wird. Die Planskizze unten zeigt in Grau die beiden Gebäude, die künftig den Platz in Kleekamp prägen werden. Links die heutige Umkleide, rechts das Dorfgemeinschaftshaus. Dessen untere rechte Ecke ist genau an der Stelle geplant, an der die alte Schule und ihr kleiner Anbau heute zusammentreffen.

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