Fahrerflucht aus gutem Grund: Der Unfallgegner holt den Schlagstock raus

Herbert Gontek

Am Berghauser Weg kam es zu einer bemerkenswerten Auseinadersetzung. - © Sebastian Duda - Fotolia
Am Berghauser Weg kam es zu einer bemerkenswerten Auseinadersetzung. (© Sebastian Duda - Fotolia)

Borgholzhausen/Halle. Wegen Verkehrsunfallflucht und Verkehrsgefährdung musste sich jetzt ein 52-jähriger Kraftfahrer aus Melle vor dem Amtsgericht verantworten. Er hatte eine Unfallstelle auf dem Berghauser Weg in Borgholzhausen im Februar des vergangenen Jahr verlassen – offenbar aber mit gutem Grund. Denn der Unfallgegner war ihm mit einem Schlagstock zu nahe gekommen.

"Ich habe ihn nicht ausgebremst"

Zu dem Unfall kam es, nachdem der Meller den 38-jährigen Borgholzhausener überholt hatte. Der folgte ihm, fühlte sich dann mehrfach ausgebremst. „Da waren die vielen Rechts-vor-links-Einmündungen. Ich habe ihn nicht ausgebremst", sagte der Angeklagte. Nach der vierten Straße stoppte der 52-Jährige, um zu fragen, weshalb der Mann ihm folge und dabei blinke und hupe.

„Ich wollte ihn zur Rede stellen, weil er mich überholt hatte," sagte der Borgholzhausener im Zeugenstand. Damit begannen die Probleme aber erst. Denn der angeklagte Meller hatte beim Parken vergessen, die Automatikschaltung seines Autos auf Parkposition zu stellen. Während der 38-Jährige mit dem Schlagstock in der Hand aus dem Auto stieg, „um die Situation zu beruhigen", rollte der Wagen des Vordermanns zurück und verursachte einen Schaden von 2.000 Euro an seinem Auto.

"Mir wurde die Sache zu brenzlig"

„Mir wurde die Sache zu brenzlig", sagte der Mann aus Melle mit Hinweis auf den Schlagstock. „Ich habe die Unfallschuld eingestanden, auf mein Kennzeichen hingewiesen und gesagt, dass ich der Halter bin. Dann habe ich meinen Weg fortgesetzt, um meinen Sohn abzuholen", ergänzte er.

Nach ausführlicher Beratung wurde das Verfahren eingestellt, weil das Gericht der Meinung war, dass der Einsatz des Schlagstockes – der für den Borgholzhausener zum Bumerang wurde – das Verlassen der Unfallstelle gerechtfertigt hätte. Allerdings, so gab die Richterin mit auf den Weg, wäre es notwendig gewesen, die Polizei zu informieren.

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