Händler sind sich bei Netto nicht einig

Der neue Discountmarkt soll am 21. Februar an den Betreiber übergeben werden.

Detlef Hans Serowy

Rund um den künftigen Netto-Markt wird in Borgholzhausen noch kräftig gearbeitet. Derzeit legen Bauhandwerker die Parkplätze für den Discounter an. Am 3. März soll die Eröffnung sein.  - © Detlef Hans Serowy
Rund um den künftigen Netto-Markt wird in Borgholzhausen noch kräftig gearbeitet. Derzeit legen Bauhandwerker die Parkplätze für den Discounter an. Am 3. März soll die Eröffnung sein.  (© Detlef Hans Serowy)

Borgholzhausen. Vorfreude und starke Ablehnung – der neue Netto-Markt in Borgholzhausen löst bei benachbarten Einzelhändlern gemischte Gefühle aus. Rund um den 1.000 Quadratmeter großen Discounter wird derzeit noch fleißig gearbeitet. Aktuell legen Bauhandwerker die etwa 70 Kundenparkplätze an. Am 3. März soll der Netto eröffnen und damit verbinden die vom HK befragten Gewerbetreibenden unterschiedliche Erwartungen.

Friederike Welpinghus, Geschäftsführerin vom gleichnamigen Bäckerei- und Konditoreibetrieb, findet den Netto-Markt in Borgholzhausen unnötig. - © Detlef Hans Serowy
Friederike Welpinghus, Geschäftsführerin vom gleichnamigen Bäckerei- und Konditoreibetrieb, findet den Netto-Markt in Borgholzhausen unnötig. (© Detlef Hans Serowy)

Für Friederike Welpinghus ist die Sache klar. „Der neue Netto ist nicht nötig, Borgholzhausen braucht definitiv keinen dritten Supermarkt", erklärt die Geschäftsführerin des gleichnamigen Bäckerei- und Konditoreiunternehmens. Auf sie komme mit dem Bäcker im Vorkassenbereich des Netto ein neuer Mitbewerber zu, so die 34-Jährige. Das hätte sie sich ersparen können, denn die Konditormeisterin war gefragt worden, ob sie den Shop betreiben will.

"Meine unternehmerische Freiheit ist mir wichtiger"

Interesse daran hatte sie nicht. „Mir ist meine unternehmerische Freiheit wichtiger und ich hätte auch nicht gewusst, woher das Fachpersonal hätte kommen sollen." Friederike Welpinghus will nicht ausschließen, dass der Netto sich „zum Teil positiv auswirkt und die Innenstadt belebt". Davon ist Renate Manns überzeugt. Die Inhaberin der Westfalen Apotheke erhofft sich mehr Kundenfrequenz durch den Netto und neue Kunden. Negative Konsequenzen für Ihr Geschäft oder die Innenstadt von Borgholzhausen sieht die Apothekerin nicht. „Eher positive Auswirkungen", stellt sie klar.

Apothekerin Renate Manns sieht die Eröffnung des Netto-Marktes positiv und erwartet eine Belebung der Innenstadt von Borgholzhausen. - © Detlef Hans Serowy
Apothekerin Renate Manns sieht die Eröffnung des Netto-Marktes positiv und erwartet eine Belebung der Innenstadt von Borgholzhausen. (© Detlef Hans Serowy)

So optimistisch ist Thomas Rohlmann nicht. Der Inhaber vom Elektrofachmarkt Euronics steht dem Netto neutral gegenüber und erwartet keine Belebung der Innenstadt durch den neuen Discounter. Er sieht auch keine positiven Auswirkungen auf sein Geschäft. „Das ist ein Vollsortimenter, der natürlich auch Artikel anbieten wird, die ich habe."

Borgholzhausen hat nicht genug Kaufkraft für einen dritten Supermarkt

Genug Kaufkraft für einen dritten Supermarkt habe Borgholzhausen nicht. „Dafür ist der Ort zu zersiedelt", erklärt Thomas Rohlmann. Im Außenbereich lebten rund 4.000 Menschen in relativer Nähe zu Halle, Melle, Dissen und Versmold. „In diesen Städten gibt es ein gutes Angebot und das wird auch von Borgholzhausenern angenommen."

Mit Vorfreude erwartet Oliver Mills die Eröffnung des neuen Netto-Marktes. Der Inhaber des Fanartikel-Shops »9:PM« bedauert zwar, dass für ihn der Eingang des Netto auf der falschen Seite liegt. Er hofft aber, mit seinem Geschäft angesichts der Netto-Zufahrt von der Kaiserstraße besser gesehen zu werden. „Ich wünsche mir, dass mein DHL-Paketshop besser angenommen wird und bin ab Mittwoch Vorverkaufsstelle für den Fußballverein Arminia Bielefeld", erklärt Mills.

"Ich finde es nicht gut, dass da Blumen drin sind"

Anja Haase hat ebenfalls eine klare Meinung zum neuen Netto. „Ich finde es nicht gut, dass da Blumen drin sind, mir werden Kunden wegbleiben", erklärt die Inhaberin vom Blumengeschäft Blütenzauber. Für ihr eigenes Geschäft erwartet sie entsprechend keine positiven Auswirkungen. Die Kunden werden von dort auch Blumen mitnehmen, steht für die Floristin fest.

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