Muss die Mauer jetzt weg? Borgholzhausen sammelt Ideen für den New-Haven-Platz

Vom standortprägenden Baum auf dem New-Haven-Platz steht nur noch der Stumpf. Jetzt sind die Bürger gefragt, um Ideen zu entwickeln. Dabei gibt es keine Denkverbote.

Andreas Großpietsch

Der Geheimtipp: Der New-Haven-Platz ist den Borgholzhausenern natürlich bekannt. Besucher der Stadt erkennen ihn aber nicht auf den ersten Blick. Das zu ändern, ist eines der Ziele des Ideewettbewerbs. - © Andreas Großpietsch
Der Geheimtipp: Der New-Haven-Platz ist den Borgholzhausenern natürlich bekannt. Besucher der Stadt erkennen ihn aber nicht auf den ersten Blick. Das zu ändern, ist eines der Ziele des Ideewettbewerbs. (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Die Trauerbuche ist Geschichte, die Trauer um die Buche auch – jetzt steht die Frage an, was mit dem frei gewordenen Platz mitten in Borgholzhausen werden soll. Denn der Verlust kann auch als Chance gesehen werden, nach 130 Jahren eine neue Idee für die öffentliche Grünfläche zu entwickeln. Dabei hilft manchmal ein Blick von außen. Andreas Winter ist Architekt und hat diesen Blick. Der Planer kennt in Borgholzhausen vor allem das Ravensberger Stadion, für dessen Sanierung er verantwortlich ist.

Und er war auch bereit, eine kleine Bestandsaufnahme des New-Haven-Platzes zu machen. Die stellte er im Ausschuss für Planungs- und Bauangelegenheiten vor. „Mir ist der Platz gar nicht aufgefallen", stellte er fest, was vermutlich der Mehrzahl der Bewohner Borgholzhausens noch gar nicht aufgefallen ist. Verantwortlich ist dafür zum einen die Nutzung als öffentlicher Parkplatz und zum anderen die Mauer, die den Platz zur Schul- und zur Kaiserstraße hin abgrenzt.

New-Haven-Platz ohne New-Haven-Denkmal ist schwer denkbar

Andererseits ist die Mauer gut gepflegt und ein durchaus typisches Element in Borgholzhausen. Deshalb könne es auch nicht darum gehen, sie vollständig zu entfernen, war man sich im Ausschuss einig. Allerdings könnte es ja auch Ideen geben, um sie ein wenig einladender zu gestalten.

Architekt Winter hatte zum Beispiel eine breite Treppe skizziert, die ungefähr in der Mitte der Mauer zur Schulstraße hin den Park zugänglicher macht. Doch das sei nur eine erste Idee, waren sich Planer und Politik einig. Als nächsten Schritt will man jetzt eine Ideensammlung anlegen – und da kommen die Bürger ins Spiel. Die SPD hatte die Idee für diesen Wettbewerb und fand zumindest dafür schon mal einhellige Zustimmung.

Man war sich einig, dass die besten Ergebnisse erzielt werden, wenn es möglichst wenig Denkverbote gibt, die im Vorfeld formuliert werden. Naheliegend ist der Vorschlag, einen neuen Baum zu pflanzen. Denkbar ist aber mehr.

Selbst ein Kiosk oder ein Gebäude für Gastronomie – nicht wenige Piumer erinnern sich mit Wehmut an die Eisdiele, die hier für einige Jahre einen ziemlich idealen Standort gefunden hatte – sind denkbar. Parkplätze allerdings soll es künftig nicht mehr geben auf dem New-Haven-Platz, der seinen Namen übrigens Borgholzhausens Partnerstadt in Amerika verdankt. Deshalb erscheint es wenig wahrscheinlich, dass der Platz künftig nicht mehr das Denkmal dieser Partnerschaft beherbergen sollte.

Potenzial hätte auch die Grünfläche am Rathaus

Der Blick von Andreas Winter ging sogar noch ein wenig über das eigentliche Platzgelände hinaus. Nur durch die schmale Verbindung Kampgarten getrennt schließt sich die Grünfläche an, die das Rathaus umgibt. Gegen die lässt sich im Prinzip wenig sagen – außer vielleicht, dass auch sie ihr Potenzial noch nicht völlig ausgeschöpft hat. Ideengeber könnten also ihren Blick auch ein wenig über die Grenze des eigentlich Platzes hinaus lenken. Anregungen sollen im Internet, aber natürlich auch schriftlich in jeder Form gegeben werden können.

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