Politik entscheidet sich für Erhalt der Bäume am Jammerpatt - trotz der Kosten

Der Erhalt der beiden Bäume am Jammerpatt kostet noch einmal mehr Geld. Die Politik entscheidet sich trotzdem dafür.

Andreas Großpietsch

Der Erhalt der Bäume an der Einmündung Jammerpatt wird noch ein wenig teurer. Eine knappe Mehrheit will sie dennoch erhalten. - © Andreas Großpietsch
Der Erhalt der Bäume an der Einmündung Jammerpatt wird noch ein wenig teurer. Eine knappe Mehrheit will sie dennoch erhalten. (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Seit 2017 beschäftigt sich die Politik in Borgholzhausen mit dem Thema Verkehrssicherheit an der Aufmündung Jammerpatt. Über diese Aufmündung rollt auch der größte Teil des Verkehrs zu den Läden an der Bahnhofstraße. Dort treffen Autofahrer, Fußgänger mit und ohne Rollatoren oder Kinderwagen und Radfahrer an einem Punkt zusammen, wo der Gehweg schmal und schief ist und zwei Bäume den Platz noch mehr einengen.

Man könnte die Idee haben, dass dort die gefährlichste Engstelle in der Stadt ist – doch die Aufzeichnungen der Polizei sagen etwas anderes. „Dort ist kein Unfallschwerpunkt" sagt Borgholzhausens Polizist Jürgen Flagmeier. Doch so bleiben wie es ist kann die Situation nicht – obwohl sich mancher das wünscht.

Wurzeln drücken das Pflaster hoch

Es war ein Antrag der CDU, der die Sache 2017 ins Rollen brachte. Planer und Sachverständige beschäftigten sich mit dem neuralgischen Punkt. Sie kamen zum einen zu dem Schluss, dass er auf keinen Fall so bleiben kann wie er heute immer noch ist. Und dass zum anderen das Fällen der beiden prächtigen und vitalen Linden rechts und links der Einmündung die kostengünstigste Lösung wäre, weil ihre Wurzeln den Belag des Gehwegs hochdrücken und ihre Stämme die Sicht vor allem der Autofahrer behindern.

Eine klare Mehrheit der Politik schloss sich im, Frühjahr der von vielen Menschen geäußerten Meinung an, dass die Ausgabe von etwas mehr Geld für den Erhalt der beiden ortsbildprägenden Bäume angemessen sei – gegen die Argumentation der Stadtverwaltung und von Bürgermeister Dirk Speckmann.

Inzwischen kam die gute Nachricht von einem erheblichen Landeszuschuss zu den Kosten – und die schlechte Nachricht von den noch deutlich steigenden Ausgaben für den Erhalt der Bäume. 160.000 Euro betragen die Kosten jetzt, 60.000 Euro entfielen dabei auf die Stadt. Deshalb wurde das Thema jetzt noch einmal im Ausschuss für Planungs- und Bauangelegenheiten intensiv diskutiert.

Alles zurück auf Anfang funktioniert nicht

Nicht zuletzt aufgrund der aktuell schlechter als erwartet ausfallenden Haushaltslage forderte die Verwaltung noch einmal, die billigere Variante mit der Säge zu beschließen. Helmut Lepper (CDU), Jürgen Aufderheide (FDP) und Silke Koch (SPD) hatten ihre Meinung gegenüber dem Frühjahr geändert und stimmten gegen den Erhalt der beiden Bäume. Jeweils drei Stimmen von CDU und Unabhängigen sowie eine aus der SPD ergaben eine knappe Mehrheit für die teure Variante, die zu einem deutlich anderen Erscheinungsbild an dieser Stelle führen wird.

So wird der Gehweg an der Freistraße künftig hinter den beiden Bäumen über die Straße Jammerpatt geführt. Dazu muss eine Garage auf dem Nachbargrundstück abgerissen werden. Denn ohne die Einbeziehung eines etwa 25 Quadratmeter großen Teilstücks dieser Fläche ist die Verschwenkung des Gehwegs nicht zu hinzubekommen.

Geändert werden muss laut Vorgabe des Straßenverkehrsamtes auch die Vorfahrtsregelung in diesem Bereich. Künftig wird hier die Rechts-vor-links-Regel gelten. Besonders dieser Punkt macht auch einigen Ratsmitgliedern Bauchschmerzen. Und deshalb war die Frage, ob man nicht einfach alles so lassen könnte wie es ist, durchaus ernst gemeint. Das allerdings ist nicht möglich. Denn nach so langer Beschäftigung mit einer vielleicht nur scheinbaren, aber als existierend eingeordneten Gefährdungslage kann man davor nicht mehr einfach die Augen verschließen, nur weil einem die Konsequenzen nicht passen. Und deshalb müssen jetzt die Aufmündung Jammerpatt und der Gehweg an der Freistraße gebaut werden.

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