Niedergang von Enercon wirkt bis Borgholzhausen

Der Produzent von Windenergieanlagen Enercon will 3.000 Arbeitsplätze streichen. Was die Firma Kampmann aus borgholzhausen damit zu tun hat.

Andreas Großpietsch

Eveline und  Jürgen Kampmann. - © Andreas Großpietsch
Eveline und  Jürgen Kampmann. (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Das Klimapaket der Bundesregierung soll den Durchbruch für den Umstieg Deutschlands auf die Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Quellen bringen. Nach dem Verfehlen versprochener Klimaziele wurden dabei jetzt neue, noch ehrgeizigere Vorgaben gemacht. Abseits der Ankündigungen befindet sich allerdings die gesamte Windenergiebranche Deutschlands derzeit in einer gefährlichen Schieflage. Aktuell hat an diesem Wochenende die Firma Enercon den Abbau von 3.000 Arbeitsplätzen angekündigt.

Diese Nachricht ist auch für Jürgen Kampmann und sein Unternehmen eine echte Hiobsbotschaft. Eines der Tätigkeitsfelder des Familienunternehmens in dem markanten Gebäude am Enkefeldkreisel ist die moderne Stickerei, mit der Embleme oder Schriftzüge auf Kleidungsstücken angebracht werden können. Und die Firma Enercon war ein wichtiger Kunde in diesem Geschäftsfeld des Piumer Unternehmens.

Nur die jüngste Nachricht aus einer Reihe von Hiobsbotschaften

„3.000 Mitarbeiter werden keine Dienst- und Arbeitskleidung mehr tragen", schreibt Jürgen Kampmann. Und dabei sei nicht von einem Kleidungsstück pro Jahr die Rede gewesen, betont er. „Hier ist »nur« ein kleiner Familienbetrieb in Nordrhein-Westfalen betroffen. Von den zahlreichen Metallern, welche Flügel und andere Bauteile ziehen, schweißen oder schrauben, wollen wir sicher gar nicht reden", fügt er hinzu.

Das Unternehmen Enercon hatte in seiner Begründung für den Stellenabbau ausdrücklich „die verfehlte Energiepolitik der Bundesregierung" genannt. Hintergrund sind neue Abstandsregelungen zur Wohnbebauung für den Bau von Windkraftanlagen an Land, durch die praktisch keine Grundstücke mehr zur Verfügung stehen. Hinzu kommt noch die Kritik an langen Genehmigungsverfahren. Der fortgesetzte Stellenabbau von Enercon ist nur die jüngste Nachricht aus einer Reihe von Hiobsbotschaften von Firmen der Windanlagenbauer.

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