Imbiss-Koch vor Gericht: „Ich bekam schwarzes Geld für Überstunden"

Nullbons oder Luftnummern? Wegen Diebstahls muss sich der Mann jetzt vor dem Amtsgericht verantworten.

Herbert Gontek

Symbolbild - © CC0 Pixabay
Symbolbild (© CC0 Pixabay)

Borgholzhausen. „Ich habe die Inhaberin nicht beklaut", wehrte sich ein 37-jähriger Mann vor dem Haller Amtsgericht gegen den Vorwurf des Diebstahls. Der Koch war im Frühjahr 2016 in einer Borgholzhausener Imbissstube beschäftigt. Zusammen mit einer 27-jährigen Kollegin soll er 1.347 Euro mit Hilfe von 32 sogenannten Nullbons unterschlagen haben. „Alles Unsinn," sagte der Beklagte zu diesem Vorwurf.

Nach den Ausführungen des Kochs sind die Löhne mehrerer Beschäftigter des Unternehmens teilweise oder ganz schwarz ausgezahlt worden. Der Angeklagte: „Ich durfte mir das Geld aus der Kasse nehmen, dafür wurde ein Zettel in den Geldbeutel gepackt."

"Die Buchführung war abenteuerlich"

Die beiden Angeklagten sagten vor Gericht aus, die Buchführung ihres Arbeitgebers sei ziemlich abenteuerlich gewesen. „Die Zettelwirtschaft war unübersichtlich", stellte der Koch fest.

Die 55-jährige Inhaberin sagte dagegen im Zeugenstand: „Auf Videos war zu sehen, dass von Kunden bezahlt wurde, ohne das ein Bon hergestellt worden ist", sagte dagegen die Chefin. Sie habe einen Tipp von einer Mitarbeiterin bekommen.

„Ich kenne mich mit unserer Kasse nicht so gut aus, bemerkte aber eine Unregelmäßigkeit. Ich habe mich dann zu Hause hingesetzt und mich mit dem System auseinandergesetzt und stieß dabei auf die Nullbons". Zu dem Beklagten habe sie ein ganz gutes Verhältnis gehabt. Es gab unterschiedliche Meinungen über die Höhe des vereinbarten Lohns.

Prozess wird fortgsetzt

Unklar blieb bis zuletzt, wie Mehrstunden bezahlt wurden. Der Angeklagte sagte, die Nullbons seien gemacht worden, um Schwarzgeld abzuzweigen. Die Chefin: „Ich glaube, ich bin im falschen Film. Das habe ich niemals angewiesen".

Eine Zeugin und Mitarbeiterin berichtete, der Angeklagte sei ins Gespräch gekommen, weil in seiner Schicht immer besonders viel Trinkgeld angefallen sei. Am 14. November um 11 Uhr wird die Verhandlung fortgesetzt.

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