Flüchtlingssituation ist entspannt

Heime für Flüchtlinge: Die Fluktuation macht die Arbeit der Verwaltung nicht einfacher. Außerdem ist der Wohnungsmarkt in Borgholzhausen trotz reger Bautätigkeit ziemlich leer gefegt

Andreas Großpietsch

Warm einpacken: Das Übergangswohnheim an der Sundernstraße ist derzeit eine Baustelle. Trotzdem wohnen nicht wenige Menschen darin. - © Andreas Großpietsch
Warm einpacken: Das Übergangswohnheim an der Sundernstraße ist derzeit eine Baustelle. Trotzdem wohnen nicht wenige Menschen darin. (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Die Sanierung des städtischen Übergangswohnheims an der Sundernstraße liegt etwas hinter dem Zeitplan, wird aber nicht teurer als geplant. Diesen Lagebericht lieferte Wolfgang Klein vom Fachbereich Bürgerdienste bei der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses den Politikern.

Und er machte deutlich, dass man dieses Gebäude vermutlich auch in Zukunft noch brauchen wird. Selbst jetzt wohnen Menschen darin – obwohl dort in erster Linie die Handwerker den Ton angeben. Fenster und Türen sind bereits erneuert. Gegenwärtig wird die neue Wärmedämmung angebracht. Umso wichtiger wird der geplante Einbau der Lüftungsanlagen sein, um Probleme mit Schimmelbildung zu vermeiden.

Nur eines der sechs Wohnheime gehört der Stadt

Sechs Übergangswohnheime unterhält die Stadt, aber nur das an der Sundernstraße befindet sich in ihrem Eigentum. An den fünf übrigen Standorten hat die Stadt 33 Wohnungen angemietet. Zwar sind derzeit 59 Plätze nicht belegt, doch in den meisten Fällen ist die Stadt eher langfristige Mietverträge eingegangen, aus denen sie nicht einfach aussteigen kann.

Allerdings, so erklärte Wolfgang Klein im Ausschuss, ist der Wohnungsmarkt in Borgholzhausen insgesamt schwieriger geworden. Zwar gibt es erkennbar eine ansehnliche Bautätigkeit, die aber nicht mit dem Wachstum der Bevölkerung mithält. Derzeit hat die Stadt die Marke von 9.000 Einwohnern recht deutlich überschritten.

Der Zuzug der Flüchtlinge hat dazu beigetragen, ist aber nicht der alleinige Grund. Derzeit leben 133 Menschen in den städtischen Übergangswohnheimen. 50 von ihnen sind minderjährig (Stichtag 1. September). Ein Jahr davor waren es 130 Menschen, von denen 42 minderjährig waren.

Hohe Fluktuation in den Wohnheimen

Die Fluktuation insgesamt ist hoch: 32 Flüchtlinge wurden in diesem Zeitraum neu aufgenommen. Sechs Menschen sind freiwillig aus Deutschland ausgereist und eine Person, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bezogen hat, wurde von der Ausländerbehörde des Kreises Gütersloh abgeschoben. Über anerkannte Asylbewerber, die nicht mehr in städtischen Übergangswohnheimen wohnen und die für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen, liegen keine genauen Zahlen vor.

Bei der Zuweisung von Menschen nach Borgholzhausen müssen zwei Gruppen unterschieden werden. Bei der Aufnahme von Asylbewerbern liegt Borgholzhausen derzeit um 14,4 Prozent über dem Plansoll. Gleichzeitig gibt es eine Aufnahmeverpflichtung für anerkannte Flüchtlinge, die mit einer Wohnsitzauflage an Borgholzhausen gebunden werden. Dabei wird die Quote derzeit nur zu knapp 82 Prozent erfüllt, so dass mit Zuzügen zu rechnen ist.

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