Dorferneuerung: Borgholzhausen bekommt Geld für ein Facelifting

Die Bezirksregierung überbringt die Förderbescheide für Piumer Projekte. Zwei davon werden das Stadtbild schon bald verschönern

Heiko Kaiser

Förderbescheid ausgepackt: An dem für die Sanierungsarbeiten gut eingepackten Schulze-Gebäude informierten sie über das Dorferneuerungsprogramm – von links: Martin Hempel, Ralf Vieweg, Dirk Speckmann, Kerstin Otte, Günter Heidemann und Arne Knaust. - © Heiko Kaiser
Förderbescheid ausgepackt: An dem für die Sanierungsarbeiten gut eingepackten Schulze-Gebäude informierten sie über das Dorferneuerungsprogramm – von links: Martin Hempel, Ralf Vieweg, Dirk Speckmann, Kerstin Otte, Günter Heidemann und Arne Knaust. (© Heiko Kaiser)

Borgholzhausen. „Dafür kann man sich schon einmal zwei Tage hinsetzen und sich mit dem Antrag befassen." Zufrieden lehnt sich Arne Knaust im Ohrensessel im Ladencafé Schulze zurück. Der Junior-Chef der Lebkuchenfabrik Schulze und die Stadt Borgholzhausen haben am Dienstag Besuch bekommen. Besuch von Vertretern der Bezirksregierung in Detmold, die offiziell die Förderbescheide aus den Mitteln des Programms »Dorferneuerung« überbringen.

Neben den städtischen Projekten »Dorfgemeinschaftshaus Kleekamp«, das insgesamt mit 420.000 Euro gefördert wird sowie der Gehwegverlegung Jammerpatt/Freistraße, das vom Land 88.000 Euro erhält (das HK berichtete bereits ausführlich), gehen nun 53.000 Euro auch in ein privates Projekt. „Instandsetzungsmaßnahmen an einem ortsbildprägenden Gebäude zur Sicherung ländlicher Bausubstanz" heißt es in dem Förderungsbescheid. Auf deutsch: Die Fassaden des Schulze-Ladencafés sowie des Kontorhauses werden unter Denkmalschutzaspekten fachgerecht erneuert. Ein arbeitsintensive Aufgabe, die ein Investitionsvolumen von insgesamt 170.000 erfordert.

Viele Schichten Farbe müssen vom der Fassade entfernt werden

Und ein Einsatz, der nicht nur der Erhaltung der Bausubstanz dient, sondern auch das Stadtbild der Stadt Borgholzhausen verschönert. „Wir wollen so dafür sorgen, dass der Charme der Fassaden erhalten bleibt", sagt Arne Knaust. Weil das Gebäude in der Freistraße seit 2018 unter Denkmalschutz steht, müssen bei der Renovierung enge Auflagen eingehalten werden. So gibt es genaue Anforderungen an den zu verwendenden Putz oder die Art der Fenster, von denen zwei ersetzt werden müssen. „Am Ende der Arbeiten wird das Haus aussehen wie etwa in den 30er-Jahren", erklärt Knaust.

Auf die beteiligten Maurer und Maler kommt dabei Handwerksarbeit im wahrsten Sinne des Wortes zu. „Die Maurer müssen jede einzelne Fuge per Hand auskratzen. An manchen Stellen ist zudem der Putz nicht mehr in Ordnung und muss ausgebessert werden", sagt Knaust. Spätestens bis zum Weihnachtsmarkt, so hofft der Schulze-Juniorchef, soll das Gebäude in neuem alten Glanz erstrahlen. Während der Arbeiten ist bereits deutlich geworden, dass die Fassade im Laufe der Jahre immer wieder ihr Aussehen verändert hat. Sogar einen olivgrünen Anstrich fand man unter den verschiedenen Schichten.

„Kommunen und Privatleute müssen jetzt zuschlagen"

Voll des Lobes über die Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung war Ralf Vieweg. „Das ist in der Tat eine Ermöglichungsbehörd", sagt der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters. So haben die Verantwortlichen die Stadt beispielsweise im Fall Dorfgemeinschaftshaus Kleekamp darauf hingewiesen, dass es besser sei, das Gesamtprojekt in die drei separaten Einzelprojekte Abriss, Neubau und Gestaltung der Außenanlagen zu splitten, um so eine höhere Gesamtförderung zu erhalten. Bauamtsleiterin Kerstin Otte erinnerte daran, dass auch der Anstoß für die Beantragung der Förderung für die Fassadenerneuerung Schulze bei einem Stadtrundgang von Vertretern der Bezirksregierung gekommen sei.

Günter Heidemann von der Bezirksregierung, der zusammen mit Martin Hempel nach Borgholzhausen gekommen war, gab das Lob der Gastgeber zurück und betonte, dass die Stadt Borgholzhausen ein Vorbild bei der Beantragung von Fördergeldern sei. Martin Hempel erklärte: „Jetzt ist die Gelegenheit da. Jetzt gibt es umfangreiche Förderungsmöglichkeiten. Jetzt müssen Kommunen und Privatleute zuschlagen."

Heidemann, der im Dezember in den Ruhestand gehen wird, ergänzte, dass die Bedingungen in seiner gesamten 27 Jahre währenden Tätigkeit noch nie so gut gewesen seien. Er sehe jedoch angesichts der nachlassenden Konjunktur bereits dunkle Wolken am Horizont aufziehen.

Bislang wurden im Zuge des Dorferneuerungsprogramms in Ostwestfalen-Lippe 100 Maßnahmen mit einer Gesamtsumme von 9 Millionen Euro gefördert. 500.000 Euro fließen davon nach Borgholzhausen. Auch in die Schulze-Fassaden. Nicht nur deswegen ist Arne Knaust ist zufrieden sondern auch mit dem Ablauf des Verwaltungsaktes. "Natürlich ist ein gewisser Aufwand nötig. Aber es hat alles sehr gut geklappt. Das hat wirklich Spaß gemacht", sagt er. Spaß, der sich schon bald auch im Stadtbild widerspiegelt.

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