Borgholzhausener entwickelt neuen Ansatz zur Heilung von Blasenkrebs

Die Münzaktion unterstützt Patrick Arndts Krebsforschung mit einer großzügigen Summe. Der Borgholzhausener verfolgt in Aachen einen vielversprechenden Ansatz

Andreas Großpietsch

Guter Zweck: Patrick Arndt aus Borgholzhausen (rechts) forscht an besseren Therapien für Blasenkrebs - unterstützt von der Volker Wolframm und seiner Teutoburger Münzauktion. - © Andreas Großpietsch
Guter Zweck: Patrick Arndt aus Borgholzhausen (rechts) forscht an besseren Therapien für Blasenkrebs - unterstützt von der Volker Wolframm und seiner Teutoburger Münzauktion. (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Vier Mal pro Jahr verzeichnen die in Hotels in Borgholzhausen und Umgebung einen rapiden Anstieg von Gästen, die nur eine Nacht bleiben wollen. Dem Eingeweihten ist klar, was dahinter steckt: Bei der Teutoburger Münzauktion steht die nächste Versteigerung an. Von diesen Terminen profitiert auch die Uniklinik in Aachen, genauer gesagt die Urologie.

Doch richtig auszahlen wird sich die Spende erst in einigen Jahren, hoffen Volker Wolframm, der Chef des Auktionshauses, und der Biotechnologe Patrick Arndt. Und zwar für die Menschen, die an Blasenkrebs erkranken. Das sind allein in Deutschland fast 30.000 pro Jahr. „Der Goldstandard der Behandlung ist heute immer noch die Entfernung der Blase", sagt Arndt.

Diese radikale Therapie stoppt zwar den Krebs, wenn er noch nicht gestreut hat, und sie verhilft vielen Patienten zu etlichen weiteren Lebensjahren. Gleichzeitig schränkt er aber die Lebensqualität der Betroffenen deutlich ein. Für die Behandlung mit Chemotherapien erwies sich die Blase bislang als relativ schlecht geeignet. Patrick Arndt ist Teil eines Forschungsteams, das sich auf den Weg gemacht hat, diesen Umstand zu ändern.

Bis zur Anwendungsreife ist es ein weiter Weg

Top-Angebot: Dieses Zehn-Dukaten-Stück aus Gold wurde im 30-jährigen Krige geprägt und ist mit einem Schätzpreis von 25.000 Euro ein Highlight der nächsten Auktion. - © Andreas Großpietsch
Top-Angebot: Dieses Zehn-Dukaten-Stück aus Gold wurde im 30-jährigen Krige geprägt und ist mit einem Schätzpreis von 25.000 Euro ein Highlight der nächsten Auktion. (© Andreas Großpietsch)

Die Mittel, die bei der Chemotherapie eingesetzt werden, haben einen entscheidenden Nachteil: Sie sind für alle Zellen des Körpers giftig. Und es ist gut nachvollziehbar, dass es schwierig ist, ausgerechnet im Ausscheidungsorgan Blase eine genügend hohe Konzentration der Wirkstoffe herzustellen, ohne auf dem Weg dorthin den Körper zu stark mit den hochgiftigen Substanzen belastet zu haben.

Biotechnologe Arndt und die Ärzte der Forschungsgruppe an der Uniklinik Aachen beschreiten diesen Weg jetzt sozusagen vom anderen Ende aus: Über einen Katheter wird das Mittel direkt in die Blase eingebracht und kann dort in entscheidend höherer Konzentration seine Wirkung tun. Krebszellen sind aufgrund ihrer hohen Teilungsrate deutlich empfindlicher gegenüber den Wirkstoffen.

Das Prinzip hat sich bereits bewährt, doch bis zur Anwendungsreife ist es wie bei allen Arzneimitteln ein weiter Weg. Immerhin wurde die Idee der Forschungsgruppe bereits mit mehreren wissenschaftlichen Auszeichnungen bedacht. „Augenblicklich läuft gerade das Patentierungsverfahren für unsere Methode", erklärt Patrick Arndt. Einige Jahre wird es aber noch dauern, bis es auf den Markt kommt.

Nächste Auktion am 6. und 7. Dezember

Für Volker Wolframm und sein Unternehmen hat das Wort Goldstandard eine ganz andere Bedeutung. Der Goldpreis ist bei vielen Münzen der Maßstab, in denen sich ihr Wert bemisst. Manchmal gibt es aber auch Ausnahmen wie bei der nächsten geplanten Auktion, die am 6. und 7. Dezember stattfinden wird. Das unten abgebildete Zehn-Dukaten-Stück stammt aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges und ist viel mehr wert als sein Gewicht in Gold.

„Die Münze aus dem Königreich Sachsen erinnert an Martin Luther und die Reformation rund 100 Jahre vor ihrer Prägung und war schon damals etwas Besonderes", erklärt Volker Wolframm. Mit einem Schätzpreis von 25.000 Euro ist sie deutlich wertvoller als ihr Goldwert.

Für viele Sammler ist auch in Zeiten, in denen die Auktionen weltweit über das Internet laufen, der gedruckte Katalog der Goldstandard. „Viele Kunden, die Münzen sammeln, sind älter und wollen ihn haben", erklärt Volker Wolframm. Und sind auch bereit, eine entsprechende Gebühr zu bezahlen. Mit einem Teil dieses Geldes unterstützt die Teutoburger Münzauktion regelmäßig die Krebsforschung in Aachen.

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