Dieses Mammutprojekt in NRW betrifft vor allem Bauern in Steinhagen

Mammutprojekt im Altkreis: 45 Jahre haben die Behörden gebraucht, um die etwa 7000 Fußballfelder große Fläche neu zu verteilen. Daran war auch eine Klage von Bauern Schuld

Jonas Damme

Flurbereinigung - © pixabay
Flurbereinigung (© pixabay)

Steinhagen/Halle. Mehr als 5.600 Hektar Fläche sind im Verfahren der Flurbereinigung Brockhagen neu geordnet worden. 45 Jahre haben die Behörden dafür gebraucht. Offizieller Start war bereits 1975, eigentlich sollte das Projekt schon vor Jahren abgeschlossen werden.

Das Bodenordnungsverfahren, das die Bezirksregierung in Halle und Steinhagen durchgeführt hat, sollte mehr Übersichtlichkeit vor allem in die landwirtschaftlichen Besitzverhältnisse bringen. Äcker und Grundstücke sind wegen ihrer oft jahrhundertealten Geschichte oft kleinteilig zerstückelt.

Dafür mussten die verschiedenen Behörden – darunter auch die Bezirksregierung Arnsberg und der Kreis Gütersloh – mit den mehr als 1400 Grundstückseigentümern möglichst gute Kompromisse aushandeln. Eine Sisyphos-Arbeit.

Ergebnisse werden bald präsentiert

Am Ende sind aus 6.000 Flurstücken nur noch rund 4.000 geworden. Die 56 Quadratkilometer, um die es geht, liegen zur Hälfte auf Haller und auf Steinhagener Gebiet. Besonders in Brockhagen sind viele Landwirte betroffen.

Grund für die über 40 Jahre währende Dauer der Bereinigung ist vor allem ein Wechsel der Projektziele. Anfangs war nur geplant, die Arbeitsbedingungen der Brockhagener Landwirte durch Zusammenlegungen zu verbessern. Parallel dazu sollte das hohe Grundwasser abgesenkt werden. Dazu wurden Gräben und Bachläufe begradigt.

Der hohe Grundwasserstand bewirkte dann jedoch, dass in den 1980er Jahren fast 1.000 Hektar der Feuchtflächen unter Naturschutz gestellt wurden (unter anderem die Feuchtwiesen Vennheide und In den Wösten). Folglich konnten die Ziele der Flurbereinigung aus ökologischen Gründen nicht mehr umgesetzt werden. Daraufhin stellte das Landwirtschaftsministerium das Flurbereinigungsverfahren ein. Viele Landwirte klagten aber gegen die Einstellung. Schließlich wurde ein Vergleich geschlossen. In dessen Folge wurde das Verfahren mit neuen Zielen, die auch auf die Umwelt Rücksicht nehmen, weitergeführt.

In der kommenden Woche will die Bezirksregierung die Ergebnisse vorstellen.

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