In der Silvesternacht im Streifenwagen aufgewacht

90 Tagessätze zu 60 Euro Strafe gab es für einen 36-jährigen Borgholzhausener. Mit 2,1 Promille im Blut war er bei einer häuslichen Familienfeier durchgedreht. Jetzt landete der Fall vor dem Amtsgericht.

Herbert Gontek

Im Streifenwagen war der Mann wieder aufgewacht. - © Tasja Klusmeyer
Im Streifenwagen war der Mann wieder aufgewacht. (© Tasja Klusmeyer)

Borgholzhausen. „Von dem Silvesterabend weiß ich nichts mehr, erstmalig wieder kann ich mich an die Fahrt im Streifenwagen erinnern," sagte jetzt ein 36-jähriger Mann aus Borgholzhausen. Mit 2,1 Promille im Blut war er bei einer häuslichen Familienfeier durchgedreht, hatte seine Schwester geschlagen und auch einen Freund angegriffen, als er versuchte die Attacke gegen die Frau abzuwehren. Obendrein beleidigte er die zur Hilfe gerufenen Polizisten. Erst am frühen Neujahrsmorgen im Gewahrsam der Polizei Gütersloh seien ihm seine eigenen Verletzungen und seine zerrissene Kleidung aufgefallen.

In der Verhandlung war er fassungslos, wie es zu diesem Verhalten gekommen war. Vor allem auch darüber, warum er seine Schwester angegriffen hatte. Bis heute könne er sich nicht erklären, was in der Nacht geschehen war. „Wir hatten bislang ein gutes Verhältnis, sie hat auf meine Kinder aufgepasst. Warum ich ihr das angetan habe, kann ich einfach nicht sagen", erklärte er.

Mehrfach ins Gesicht geschlagen

Sein Freund erlitt bei dem Zwischenfall ein blaues Auge, nachdem er mehrfach ins Gesicht geschlagen worden war. Ein 23-jähriger Polizist berichtete, der Angeklagte sei stark angetrunken gewesen und habe abwesend reagiert. Als die Beamten nach den drei Kindern fragten, sei er aggressiv geworden und habe unter Drohungen versucht, die Kinderzimmertür einzutreten. Dadurch habe er sich selbst erheblich verletzt. Es bedurfte schließlich des Einsatzes von vier Beamten, um den Mann zu überwältigen.

Trotz der gezeigten Reue und des Versprechens, zukünftig keinen Alkohol mehr zu trinken, forderte die Staatsanwältin eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen a 60 Euro. Sein letztes Wort richtete der Familienvater an alle, denen er Schaden zugefügt hatte und bat sie um Entschuldigung.

In seinem Urteil blieb das Gericht deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Strafe von 90 Tagessätze à 60 Euro oder 5400 Euro ist überwiegend der verminderten Schuldfähigkeit zuzuordnen.

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