Insolvenz: Marienbrunnen-Gläubiger sollen zwölf Prozent erhalten

Schlussrechnung: Das Insolvenzverfahren des Borgholzhausener Getränkeherstellers geht in die letzte Runde. Gut fünfeinhalb Jahre nach der Insolvenz hat das Amtsgericht Bielefeld endgültig ermittelt, wie hoch das Vermögen ist, das den Forderungen gegenübersteht

Heiko Kaiser

Kein Glück: Vor gut fünf Jahren meldete die Marien Brunnen GmbH Insolvenz an. - © HK
Kein Glück: Vor gut fünf Jahren meldete die Marien Brunnen GmbH Insolvenz an. (© HK)

Borgholzhausen. Das Amtsgericht Bielefeld hat jetzt der sogenannten Schlussverteilung zugestimmt. Vorausgegangen war die Erfassung und Verwertung aller Vermögensgegenstände sowie die Prüfung der angemeldeten Insolvenzforderungen. Der Insolvenzverwalter hatte die sogenannte Schlussrechnungslegung beim Insolvenzgericht eingereicht, die jetzt in die Schlussverteilung mündete. Demnach stehen den Forderungen der Gläubiger von 2.517.219,89 Euro ein Vermögenbetrag von 304.497,56 Euro gegenüber. Damit kann aus der Insolvenzmasse gut zwölf Prozent der Forderungen bedient werden. Bis zum 10. September haben Beteiligte noch Gelegenheit, Einwendungen gegen die Schlussverteilung zu erheben.

1909 hatte der Dissener Gerhard Hüsing das Unternehmen Marienbrunnen unter den Namen »Deutsch Marienbad und Ravensberger Quellen« gegründet. Im Jahr 2004 meldete der Betrieb erstmals Insolvenz an. Leonard Hansmann sanierte Marien Brunnen zunächst freiberuflich und wurde dann Geschäftsführer am Brunnenweg. 2010 nahm Marien Brunnen eine Abfüllanlage für PET-Flaschen in Betrieb. Die zweite Insolvenz viereinhalb Jahre später verhinderte das jedoch nicht mehr.

Als ab November 2014 die Produktion eingestellt wurde, gingen insgesamt 40 Arbeitsplätze verloren. Der Jahresumsatz soll zuletzt bei sechs Millionen Euro gelegen haben. Während die Werkstore in Borgholzhausen schlossen, kaufte im April 2015 die Salvus GmbH aus Emsdetten die Namensrechte an Marien Brunnen. Die Gebäude und das Grundstück der ehemaligen Firma Marien Brunnen GmbH gehören bereits seit 2002 Uwe Sperlich. Der Gesellschafter des Haller Messebauers Conform nutzt das Gelände für das eigene Unternehmen.

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