Gewaltsamer Tod von Evelyn W.: Polizei löst Mordkommission auf

Die Ermittlungen liegen nun allein bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld. Eine mögliche Zeugin wird weiterhin gesucht. Die tatverdächtige Nachbarin streitet die Tat ab

Claus Meyer

Tatort: In dieser Wohnanlage am Uekenbrink wurde die 86-jährige Bewohnerin Evelyn W. getötet. Die Polizei verhaftete eine 53-jährige Nachbarin unter dringendem Tatverhaft. Sie sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. - © Andreas Großpietsch
Tatort: In dieser Wohnanlage am Uekenbrink wurde die 86-jährige Bewohnerin Evelyn W. getötet. Die Polizei verhaftete eine 53-jährige Nachbarin unter dringendem Tatverhaft. Sie sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Die Bielefelder Mordkommission »Wellingholzhauser«, die nach dem gewaltsamen Tod von Evelyn W. eingerichtet worden war, ist im Juli aufgelöst worden. Das teilte Polizeisprecherin Hella Christoph am Mittwoch auf HK-Anfrage mit. Eingestellt sind die Ermittlungen damit aber keineswegs.

Gingen nun noch weitere Spuren oder Hinweise in dem Fall ein, würde der ehemalige Mordkommissionsleiter Bernd Kauschke diese direkt an die Bielefelder Staatsanwaltschaft weiterleiten. Hätte andersherum die Staatsanwaltschaft noch Fragen, würde sich Kauschke darum kümmern. Das Ermittlungsteam der Polizei hatte ursprünglich aus zehn Personen bestanden. Ansonsten gebe es in dem Fall „keine Neuigkeiten", so Hella Christoph. So bleibt etwa auch die Frage nach der Tatwaffe und ihrem Verbleib offen.

Das Opfer: Evelyn W. lag tot in ihrer Wohnung. - © Privat
Das Opfer: Evelyn W. lag tot in ihrer Wohnung. (© Privat)

Beendet eine Mordkommission ihre Arbeit und wird aufgelöst, so kann das beispielsweise daran liegen, dass es in einem Fall kein Fortkommen gibt oder alle Ermittlungsansätze ausgeschöpft sind. Im Fall Evelyn W. ist wie mehrfach berichtet die Nachbarin der getöteten 86-jährigen Borgholzhausenerin dringend tatverdächtig. Sie sitzt weiterhin in Untersuchungshaft, mittlerweile seit knapp zwei Monaten. „Sie bestreitet die Tat", sagte der ermittelnde Staatsanwalt Veit Walter am Mittwoch auf Anfrage.

Weitere Aufschlüsse könnte – neben Sachverständigengutachten – aus Sicht von Staatsanwaltschaft und Polizei immer noch eine mögliche Zeugin liefern. Nach dieser wird bereits seit dem 25. Juni mit einem Phantombild des Landeskriminalamts NRW gesucht. Die Frau könnte sich am Freitagnachmittag des 7. Juni – einen Tag, bevor Evelyn W. tot aufgefunden wurde – in der Nähe des Mehrfamilienhauses an der Wellingholzhauser Straße aufgehalten haben. Die Frau wird gebeten, sich unter (05 21) 54 50 zu melden. Unter dieser Nummer können sich auch weitere Hinweisgeber oder Hinweisgeberinnen melden.

Phantombild: Diese Frau wird als Zeugin gesucht. Foto: LKA NRW - © Polizei Baden-Württemberg, Wortmann
Phantombild: Diese Frau wird als Zeugin gesucht. Foto: LKA NRW (© Polizei Baden-Württemberg, Wortmann)

Ebenfalls mithilfe eines Phantombilds war bereits ein weiterer potenzieller Zeuge ausgemacht worden und von der Polizei befragt worden. Zielführende Angaben konnte er nicht machen, auch stand er offenbar nicht mit der Tat in Zusammenhang.

Am Samstagmorgen des 8. Juni war die Leiche von Evelyn W. in einem Mehrfamilienhaus an der Wellingholzhauser Straße gefunden worden. Die Obduktion ergab, dass die 86-Jährige an multiplen Stichverletzungen verblutet war. Elf Tage später war die 53-jährige Nachbarin verhaftet worden, nachdem sie sich bei der Polizeibefragung in Widersprüche verstrickt hatte.

Der Haftbefehl des Haftrichters lautete auf Totschlag. Bei der Festgenommenen handelte es sich um die Anwohnerin, die am 8. Juni die Polizei gerufen hatte, weil Evelyn W. auf Türklingeln nicht reagiert hatte.

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