Endläufe nach schwerem Unfall abgesagt

Spannende Ackerschlachten: Auch in diesem Jahr bot die Gruppe 6 beim Aschener Stoppelfeldrennen tollen Motorsport. Die neuen Sicherheitsvorschriften und das strengere Reglement zahlten sich aus

Anke Schneider

Schade: Veit Biedermeyer vom Team motura setzte sich im Langstreckenlauf sofort an die Spitze und hatte schon eine Runde Vorsprung, als er sich mit seinem Wagen überschlug. - © anke schneider
Schade: Veit Biedermeyer vom Team motura setzte sich im Langstreckenlauf sofort an die Spitze und hatte schon eine Runde Vorsprung, als er sich mit seinem Wagen überschlug. (© anke schneider)
Strenge Regeln: Rennkommissar Alexander Sinning (links) und sein Sohn Michael mussten einige Fahrzeuge aus dem Rennen werfen, weil die Fahrer die rote Fahne missachtet hatten. - © anke schneider
Strenge Regeln: Rennkommissar Alexander Sinning (links) und sein Sohn Michael mussten einige Fahrzeuge aus dem Rennen werfen, weil die Fahrer die rote Fahne missachtet hatten. (© anke schneider)

Borgholzhausen/Dissen. Die Regeln für das Stoppelfeldrennen waren in diesem Jahr verschärft worden. „Sagen wir mal, weil die Manieren der Fahrer in den vergangenen Jahren zu wünschen übrig ließen", sagte Rennkommissar Alexander Sinning. Von 1996 bis 2002 ist er selbst Rennen auf dem Acker gefahren und weiß daher, dass Fairness das oberste Gebot auf der Strecke sein muss.

Wenn die rote Fahne geschwenkt wird, haben alle zu stoppen, weil ein Fahrzeug auf der Strecke liegen geblieben oder verunfallt ist. Bei gelber Fahne darf nicht überholt werden. „Rempeln und Abdrängen geht auch nicht", so der Rennkommissar. „Wir sind hier schließlich nicht beim Stockcar-Rennen."

Wer gegen die Regeln verstoßen hatte, wurde in der Rangfolge zurückgesetzt, bekam für den Lauf keine Punkte oder wurde gar ganz aus dem Rennen geworfen. „Es waren einige, die ich disqualifizieren musste", stellte Sinning am Ende fest.

Verstärkte Flankenpartien der Autos sorgen für mehr Sicherheit

Wie viele Männer passen unter ein Auto?: Im Fahrerlager wurde fleißig geschraubt. Hier versucht das Team von Fahrzeugbau Wellmeyer aus Bad Laer, die Kiste flott zu bekommen. Foto: anke schneider - © anke schneider
Wie viele Männer passen unter ein Auto?: Im Fahrerlager wurde fleißig geschraubt. Hier versucht das Team von Fahrzeugbau Wellmeyer aus Bad Laer, die Kiste flott zu bekommen. Foto: anke schneider (© anke schneider)

Auch die Sicherheitsvorschriften waren dieses Jahr verstärkt worden und das zahlte sich auch direkt aus. Einige Rempler und insgesamt zwölf Überschläge zeigten, dass zum Beispiel die vorgeschriebene Verstärkung der Flanken eine gute Entscheidung war. Am Sonntagnachmittag kam es im Lauf der Eigenbauklasse zu einem schwereren Unfall, bei dem sich zwei Fahrzeuge ineinander verhakten und durch die Luft geschleudert wurden. Ein Auto begann zu brennen, konnte aber schnell gelöscht werden. In dem anderen saß Kai-Uwe Eeckhoff vom Team Eeckhoff. Der Rahmen des Autos wurde bei dem Crash so stark deformiert, dass die Feuerwehr ihn aus seinem Fahrzeug herausschneiden musste. Mit einem Krankenwagen wurde der Fahrer abtransportiert. Der vorsichtshalber georderte Hubschrauber konnte unverrichteter Dinge wieder starten. Laut Ulli Meyer zu Drewer von der Rennleitung trug Eeckhoff Prellungen und ein Schleudertrauma davon. Ernstere Verletzungen habe er voraussichtlich nicht erlitten.

Nachwuchs: Sieger wurde Jan Gerdes vom Team Wagemann (Mitte), zweiter Tom Konstanty vom Team Crosss-Schmiede Versmold (links), dritter Lorenz Bartelt vom Team Silver Blue. Foto: Anke schneider - © Anke schneider
Nachwuchs: Sieger wurde Jan Gerdes vom Team Wagemann (Mitte), zweiter Tom Konstanty vom Team Crosss-Schmiede Versmold (links), dritter Lorenz Bartelt vom Team Silver Blue. Foto: Anke schneider (© Anke schneider)

Am Samstag waren die Fahrer der Serienklasse, der offenen Klasse, der Eigenbauklasse und der Jugendklasse an den Start gegangen, um für den Endlauf am Sonntag Punkte zu sammeln. In der Serienklasse müssen die Autos nahezu im Originalzustand auf die Bahn, die offene Klasse erlaubt Veränderungen am Motor und am Getriebe. Bei der Eigenbauklasse ist oft nicht mehr zu erkennen, um welches Fahrzeug es sich einst handelte. Hierbei werden gerne Motorradmotoren verwendet, da sie eine höhere Leistung haben. Die Jugendklasse ermöglicht es Fahrern unter 18 Jahren, auf die Piste zu gehen.

Ein Überschlag sorgt für den Überraschungssieg im Kuhlenbeck-Cup

Einsam an der Spitze: Nachdem der schärfste Konkurrent vom Team motura aus dem Rennen geflogen war, war Sebastian Przibytzin vom Team Wagemann aus Halle nicht mehr einzuholen. Fotos: anke schneider - © anke schneider
Einsam an der Spitze: Nachdem der schärfste Konkurrent vom Team motura aus dem Rennen geflogen war, war Sebastian Przibytzin vom Team Wagemann aus Halle nicht mehr einzuholen. Fotos: anke schneider (© anke schneider)

Im letzten Wertungslauf am Sonntag passierte dann der beschriebene Unfall, in dessen Folge die Endläufe von vier Klassen abgesagt wurden. So wurden die Sieger aus den gesammelten Punkten der Wertungsläufe ermittelt. In der Jugendklasse siegte Jan Gerdes vom Team Wagemann, in der offenen Klasse Oliver Hofmann vom Team Attacke, in der Eigenbauklasse Andre Scheer vom Team Scheer und in der Serienklasse Ewgeni Finkbeiner vom Team Racing. Der Amazonenpokal ging an Daniela Scheer und der Teampokal an das Team motura.

Ein besonderes Highlight war am Samstagabend der Kuhlenbeck-Cup – ein Langstreckenlauf über 13 Runden, bei dem die Fahrer aller Klassen auf die Piste durften. Auch hier gab es drei Überschläge, darunter auch Veit Biedermeyer in seinem Golf vom Team motura, der den Cup mit ziemlicher Sicherheit für sich entschieden hätte. Wie ein Pfeil schoss er den anderen nach dem Startschuss davon und hatte eine ganze Runde Vorsprung, als sich sein Wagen auf den Kopf drehte. Am Ende des Langestrecken-Laufs hatte Sebastian Przibytzin vom Team Wagemann aus Halle die Nase vorne und brachte seinen Wagen als Erster ins Ziel.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.