Mord an Evelyn W.: Polizei sucht weiterhin Zeugin per Phantombild

Vor knapp sechs Wochen wurde die Borgholzhausener Rentnerin brutal getötet. Die Mordkommission ist nach wie vor mit der Aufklärung beschäftigt

Marc Uthmann

Nach dem Leichenfund: Die Spurensicherung in der Wohnlage in Borgholzhausen. - © Andreas Eickhoff
Nach dem Leichenfund: Die Spurensicherung in der Wohnlage in Borgholzhausen. (© Andreas Eickhoff)
Fahndungsfoto: Diese Frau wird als Zeugin dringend gesucht. - © Polizei
Fahndungsfoto: Diese Frau wird als Zeugin dringend gesucht. (© Polizei)

Borgholzhausen. Defensiv gibt sich die Pressestelle der Polizei Bielefeld in diesen Tagen, wenn es um Informationen und Hintergründe zum Verbrechen vor knapp sechs Wochen geht. Seit gut einem Monat sitzt die 53-jährige Nachbarin in Untersuchungshaft, gegen sie wurde Haftbefehl wegen Totschlages erlassen.

Auf Anfrage des Haller Kreisblattes wollte Polizeisprecherin Sarah Siedschlag aber keine Auskunft darüber geben, ob sich die Tatverdächtige mittlerweile zu den Vorwürfen geäußert hat. Auch darüber, ob und wie sie gegebenenfalls anwaltlich vertreten wird – mit einem Pflichtverteidiger oder einem von ihr ausgewählten Anwalt – gab es gestern keine Informationen. „Diese Fragen sind Teil des Verfahrens, darüber geben wir keine Auskunft", so Siedschlag. So bleibt auch die Frage nach der Tatwaffe und ihrem Verbleib weiter offen.

Männlicher Zeuge brachte keine neuen Ergebnisse

Klar ist, dass sich die Beamten weiterhin zusätzliche Aufschlüsse durch die Befragung einer Zeugin versprechen. Mit Phantombildern hatten sie nach einem Pärchen gesucht, dass sich am Freitagnachmittag des 7. Juni in der Nähe des Mehrfamilienhauses an der Wellingholzhauser Straße aufgehaltenhaben könnte.

Den Mann haben die Beamten inzwischen wie berichtet ausfindig gemacht und befragt – er konnte allerdings keine zielführenden Angaben machen und steht offenbar auch nicht im Zusammenhang mit der Tat. „Die Frau suchen wir weiterhin", bekräftigte Sarah Siedschlag gegenüber dem HK. Nach wie vor sei man darum bemüht, den Tathergang zu rekonstruieren. Die Mordkommission »Wellingholzhauser« bittet die Frau, sich zu melden. Wer Hinweise geben kann, möge dies ebenfalls unter (05 21) 54 50 tun.

Am Samstagmorgen des 8. Juni war die Leiche der alten Dame in einem Mehrfamilienhaus an der Wellingholzhauser Straße gefunden worden. Die Obduktion ergab, dass sie an multiplen Stichverletzungen verblutete. Das Verbrechen im Wohnpark am Uekenbrink hatte die Menschen in Pium verängstigt. Groß war die Erleichterung, als die 53-jährige Nachbarin festgenommen wurde, die sich bei der Befragung in Widersprüche verstrickt hatte. Doch die Frage, wie und warum es zum Verbrechen kam, bewegt die Menschen weiter.

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