Ernüchterung in Borgholzhausen: Der Weg zum Gemeinschaftshaus im neuen Park wird knifflig und teurer

Gemeinschaftshaus im neuen Park: Das so hoffnungsvoll gestartete Projekt auf dem heutigen Bauhofgelände wird teurer, schwieriger und langwieriger. Denn die Fördergelder sprudeln nicht so reichlich wie erhofft

Andreas Großpietsch

Die Ausgangslage: Oberhalb von Bürgerzentrum, Freibad und Liegefläche entsteht bald viel Platz für neue Ideen. Eine davon ist eine Fortsetzung der zentralen Grünachse. Foto: Stadt Borgholzhausen/Ulrich Fälker - © Ulrich Fälker
Die Ausgangslage: Oberhalb von Bürgerzentrum, Freibad und Liegefläche entsteht bald viel Platz für neue Ideen. Eine davon ist eine Fortsetzung der zentralen Grünachse. Foto: Stadt Borgholzhausen/Ulrich Fälker (© Ulrich Fälker)

Borgholzhausen. Die Themen Bauhof und Bauhofgelände sind am Mittwochabend ihrem Ruf gerecht geworden, immer wieder neue überraschende Wendungen hervorzubringen. Denn in einer Art Ratssitzung light mit den Mitgliedern von gleich drei politischen Ausschüssen und zusätzlich noch einer Reihe von Besuchern bestimmten dort Erkenntnisse die Debatte, die noch keine Stunde alt waren, aber die Sache schlagartig in ein anderes Licht setzen.

Unmittelbar vor der Sitzung gab es ein letztes Abstimmungsgespräch mit der Bezirksregierung zu den angestrebten Förderungen. Borgholzhausen sah die realistische Möglichkeit, 90 Prozent der nötigen Mittel vom Land zu bekommen, nicht zuletzt, weil die Gesamtkonzeption von den zuständigen Mitarbeitern in Detmold sehr positiv aufgenommen worden war.

Die Richtlinien sind nicht unbedingt logisch – aber gültig

Diese Mitarbeiter hatten sich deshalb auf Ministeriumsebene noch einmal vergewissert, dass der Halbsatz »Neubauten werden nicht gefördert« in den noch nicht endgültigen Förderbestimmungen genau das bedeutet, was er aussagt. Und bestätigt bekommen, dass diese Aussage Gültigkeit besitzt, auch wenn sie auf Borgholzhausen angewandt keinen Sinn macht.

Denn würde das geplante Gemeinschaftshaus zum Beispiel als Anbau an die Freibadumkleide geplant, wäre es förderfähig. Warum es als Ersatzbau auf dem Gelände der heutigen Fahrzeughalle nicht als zuschusswürdig gilt, erschließt sich nicht. Doch es gibt andere Fördertöpfe, die allerdings zum einen andere Anforderungen haben und zum anderen nicht so üppig sind.

Zugleich stiegen durch die detailliertere Planung auch die Kosten von zuvor 2,3 Millionen auf rund 3,0 Millionen Euro. Dafür sorgt zum einen das jetzt um etwa 50 Quadratmeter größer geplante Piumer Gemeinschaftshaus, aber auch ein Problem im Untergrund des Geländes.

Denn um den Bach darüber fließen zu lassen, muss eine größere Menge Boden abgefahren werden. Untersuchungen haben aber ergeben, dass dieser Boden erheblich mit Schadstoffen verunreinigt ist, was zu hohen Deponiegebühren für die unumgängliche Entsorgung führt.

Die neuen Erkenntnisse zu den Förderbedingungen ergeben auch, dass der bisherige Zeitdruck geringer wird, weil das Projekt insgesamt etwas länger dauern wird als erhofft. Die Teilnehmer der als Workshop bezeichneten Sitzung, in der ausdrücklich keine Entscheidungen getroffen wurden, nehmen viele neuen Erkenntnisse mit in ihre Fraktionen. In der letzten Sitzung des Rates vor der Sommerpause müssen wichtige Entscheidungen gefällt werden.

Stadtrat muss jetzt sagen, wie es weitergehen soll

Der Rat tagt am Donnerstag, 11. Juli, ab 18 Uhr. Dort geht es um das große Ganze ebenso wie um Details. Planer Oliver Erdmann begründete ausführlich, warum er ein Flachdach für die beste Variante hält – die Entscheidung liegt aber bei der Politik. Auch bei Zahl und Anordnung der Parkplätze auf dem Gelände muss eine Feststellung als Grundlage für die weitere Planung getroffen werden.

Spannend ist die Frage, ob alle Parteien weiterhin zu dem Projekt stehen, wenn es zum einen länger bis zur Umsetzung dauert und zum anderen teurer für die Stadt wird. Denn das kann auch bedeuten, dass an anderer Stelle Einsparungen gemacht werden müssen. Allerdings deuteten die Redebeiträge am Mittwoch darauf hin, dass in der Bevölkerung schon eine gewisse Erwartungshaltung für die künftige Gestaltung dieses zentralen Teils der Stadt geweckt worden ist.

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