Bluttat in Borgholzhausen: Polizei hält sich bedeckt

Bluttat am Blömkenberg: Die Aufklärung des Verbrechens im Wohnpark am Uekenbrink ist kein Selbstläufer. Die Polizei ermittelt nach eigener Aussage in alle Richtungen

Andreas Großpietsch

Wohnpark am Uekenbrink: Hier ereignete sich das Verbrechen. Die Polizei ist dabei weiter auf Spurensuche und will herausfinden, wer die 86-Jährige mit zahlreichen Stichverletzungen getötet hat. - © Andreas Großpietsch
Wohnpark am Uekenbrink: Hier ereignete sich das Verbrechen. Die Polizei ist dabei weiter auf Spurensuche und will herausfinden, wer die 86-Jährige mit zahlreichen Stichverletzungen getötet hat. (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. „Mit der Aufklärung wird es vermutlich in dieser Woche nichts werden", sagt Hella Christoph, die Pressesprecherin der Polizei Bielefeld. Seit dem vergangenen Samstagvormittag, als die Leiche der 86-jährigen Evelyn W. entdeckt wurde, wird in diesem Fall mit Hochdruck ermittelt. Bislang ohne eine Festnahme und vermutlich auch ohne eine heiße Spur, denn die Sprecherin ergänzt bereits am Mittwochvormittag: „In dieser Woche erwarte ich nach dem Gespräch mit dem Leiter der Mordkommission noch kein konkretes Ergebnis in diesem Fall."

Auch zum allgemeinen Stand der Ermittlungsarbeiten zeigt sie sich gegenüber dem Haller Kreisblatt wenig auskunftsfreudig. Zum Beispiel bei der Frage, ob die Tatwaffe mittlerweile gefunden worden ist, will sich die Pressesprecherin noch nicht festlegen. Das Opfer war, wie berichtet, durch Verbluten nach „multiplen Stichverletzungen" gestorben. Allerdings spricht die Tatsache, dass im bisherigen Verlauf der Ermittlungen nicht zahlreiche Polizisten beziehungsweise Experten der Spurensicherung in den angrenzenden Gärten nach einem Messer gesucht haben, für die Annahme, dass die Tatwaffe bereits gefunden worden ist.

Opfer: Eveline W. (86) starb durch Verbluten nach multiplen Stichverletzungen. - © Privat
Opfer: Eveline W. (86) starb durch Verbluten nach multiplen Stichverletzungen. (© Privat)

Auch zur eigentlichen Tatzeit könne man noch keine „gesicherten Angaben" machen, sagt die Polizeisprecherin. „Ganz so schnell wie im Fernsehen geht es in der Wirklichkeit nicht", fügt Hella Christoph hinzu. Damit steht bislang nur fest, dass Evelyn W. am Samstagmorgen definitiv tot war. Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Borgholzhausen hatten die Tür zu ihrer Wohnung gewaltsam geöffnet, nachdem eine Nachbarin sich bei der Rettungsleitstelle gemeldet hatte.

Die Feuerwehr fand Evelyn W. in einer Blutlache liegend

Ihr war aufgefallen, dass entgegen der üblichen Gewohnheit des Opfers die Jalousien nicht heruntergelassen waren und die Frau auf Klopfen und Klingeln nicht reagierte. Die Rettungsleitstelle schickt in Fällen wie diesem Notarzt und Krankenwagen. Stehen die Retter vor verschlossenen Türen, wird die Feuerwehr hinzugerufen, die über Sachkenntnis und Spezialwerkzeuge verfügt.

Die Feuerwehr drang sowohl von der Terrasse der im Erdgeschoss eines Sechsfamilien-Hauses gelegenen Wohnung als auch durch die Wohnungseingangstür ein. Dort fanden sie das Opfer in einer Blutlache liegend vor und überließen daraufhin den übrigen Rettungskräften das Feld. Doch auch der Notarzt konnte nur noch den Tod von Evelyn W. feststellen.

Angesichts des noch nicht mit hinreichender Sicherheit geklärten Todeszeitpunkts ist es für die Polizei nicht ganz einfach, um Zeugenaussagen zu bitten. Wer allerdings vor dem Auffindezeitpunkt eine Beobachtung gemacht hat, die von Bedeutung sein könnte, wird noch einmal nachdrücklich gebeten, sich bei der Polizei in Bielefeld unter der Rufnummer (0521) 5450 zu melden.

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