Messerattacke in Borgholzhausen: Drei Jahre Haft wegen Eifersuchtstat

Prozess: Ein 36-Jähriger hatte in Borgholzhausen einen Mann mit einem Messer attackiert

Nils Middelhauve

Drei Jahre Haft: Der Angeklagte aus Warendorf (rechts) beim Prozessauftakt mit seinem Anwalt. - © Andreas Zobe
Drei Jahre Haft: Der Angeklagte aus Warendorf (rechts) beim Prozessauftakt mit seinem Anwalt. (© Andreas Zobe)

Borgholzhausen/Bielefeld. Nachdem seine Frau ihm 2017 mitgeteilt hatte, dass sie sich von ihm trennen wolle, fiel der Angeklagte in ein tiefes Loch. Als der 36-jährige Mann aus Warendorf einen Mitarbeiter seiner Ehefrau verdächtigte, ein Verhältnis mit dieser zu haben, stellte er dem vermeintlichen Nebenbuhler mehrfach nach und attackierte diesen im Mai 2018 in Borgholzhausen mit einem Messer.

Das Bielefelder Landgericht verurteilte den Warendorfer am Freitag wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Gefängnisstrafe von drei Jahren. Der Verdacht des versuchten Totschlags erhärtete sich vor Gericht dagegen nicht.

Der Angeklagte wollte das Scheitern der Ehe nicht wahrhaben

Der Angeklagte war seit 2007 mit seiner mittlerweile von ihm geschiedenen Ehefrau, einer erfolgreichen Geschäftsfrau, verheiratet. Er war in der Firma seiner Partnerin angestellt und kümmerte sich darüber hinaus um den Haushalt sowie die beiden gemeinsamen Kinder. Dies ging lange Jahre gut – bis eben 2017. Der Angeklagte wollte das Scheitern der Ehe nicht wahrhaben und wurde depressiv.

Schließlich hegte er den Verdacht, dass ein Mitarbeiter seiner Frau, der 26-jährige Jörn F. (Name geändert), der Grund für die Trennung sein könne. In der Folgezeit schrieb der bislang weder vorbestrafte, noch durch Gewaltdelikte aufgefallene Angeklagte mehrfach beleidigende und drohende Nachrichten an F., im Februar des vergangenen Jahrs näherte er sich ihm von hinten und schlug ihm mit der Faust gegen den Hinterkopf.

Er fügte seinem Opfer eine 15 Zentimeter lange Schnittwunde zu

Weitaus gravierender war dann jedoch der Vorfall, der zur Verhandlung vor der I. Großen Strafkammer des Bielefelder Landgerichts geführt hatte: Am 29. Mai 2018 wartete der Angeklagte vor dem Gelände einer an der Straße Am Teuto in Borgholzhausen gelegenen Firma. Jörn F. hatte dort geschäftlich zu tun.

Als der 26-Jährige das Gebäude verließ, stieg der Angeklagte aus seinem Auto und ging unter lautem Geschrei auf den vermeintlichen Nebenbuhler zu. Dieser flüchtete sich in den Personaleingang des Firmengebäudes, doch fügte ihm der hinterhereilende Warendorfer an der Tür mit einem Messer eine etwa 15 Zentimeter lange Schnittwunde zu.

Schließlich gelang es dem Angegriffenen, in das Gebäude zu fliehen. Der Angeklagte fuhr nach Hause, wo er sich widerstandslos von der dort bereits wartenden Polizei festnehmen ließ.

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