Vom Freibad in den Stadtpark: Borgholzhausen plant eine Grünanlage in der City

Dort, wo sich heute der Bauhof befindet, könnte bald das neue grüne Herz der Stadt schlagen – inklusive Gemeinschaftshaus. Es winken satte Fördermittel

Andreas Großpietsch

Die Ausgangslage: Oberhalb von Bürgerzentrum, Freibad und Liegefläche entsteht bald viel Platz für neue Ideen. Eine davon ist eine Fortsetzung der zentralen Grünachse. - © Stadt Borgholzhausen / Ulrich Fälker
Die Ausgangslage: Oberhalb von Bürgerzentrum, Freibad und Liegefläche entsteht bald viel Platz für neue Ideen. Eine davon ist eine Fortsetzung der zentralen Grünachse. (© Stadt Borgholzhausen / Ulrich Fälker)

Borgholzhausen. Im lokalpolitischen Alltag fallen Entscheidungen meist wohl überlegt nach längerer Beratung. Dass ein Thema erstmals in einer Ratssitzung vorgestellt wird und dort dazu auch gleich grundlegende Beschlüsse gefasst werden sollen, ist ungewöhnlich. Manchmal allerdings ist das nicht zu vermeiden – wie jetzt beim Dorfgemeinschaftshaus in der Stadt. Denn es geht um Geld – und zwar um richtig viel Geld.

Drei verschiedene Varianten für Park plus Bürgerhaus hat die Verwaltung zusammen mit Planern erarbeitet. Die Version, für die sich die Politik am Ende entscheidet, kann aber auch noch anders aussehen. Um die zwei Millionen Euro kostet die Umgestaltung des alten Bauhofgeländes. Und wenn die Stadt alles richtig macht, zahlt das Land NRW 90 Prozent davon.

Es ist nicht nur diese Aussicht, die alle Beteiligten bei den Beratungen im Vorfeld der Ratssitzung am Donnerstag, 23. Mai, ab 18 Uhr im Rathaus, beflügelt hat. Es ist auch diese Chance für die Stadtentwicklung im Allgemeinen, die eigentlich als Nebenprodukt der Standortentscheidung für den neuen Bauhof entstand. Ebenso übrigens wie der Plan mit dem Dorfgemeinschaftshaus.

Aus einem Raum zum Tanzen wurde der Plan vom Dorfgemeinschaftshaus

Der war anfangs nicht viel mehr als die Idee, die Raumnöte der Borgholzhausener Tanzsportler aller Altersklassen in den verschiedenen Borgholzhausener Vereinen durch eigene Räumlichkeiten im Neubau des Bauhofes in der Innenstadt zu lösen. In den Beratungen wurde klar, dass die Stadt einen Saal in dieser mittleren Größe für viele Anlässe gut gebrauchen könnte. Und nachfolgend dann auch vom Land gefördert bekommen könnte.

Bei der Beschäftigung mit dem Projekt ergaben sich weitere gute Ideen. So muss ein Teil der heutigen Gebäude, in denen die Hackschnitzel-Heizung untergebracht ist, bestehen bleiben – weil hier künftig eher mehr als weniger Wärme gebraucht wird. Die Idee ist der Umbau zu einem gläsernen Heizwerk an der Masch, das nicht versteckt, sondern betont wird. Davor braucht es eine Rangierfläche, um die Anlieferung mit Häckseln zu ermöglichen. Damit ergibt sich für die Nutzung des Geländes bereits eine im Wortsinn feststehende Entscheidung. Bleibt die Frage nach dem Standort von Dorfgemeinschaftshaus und Parkplätzen.

Wo auch immer sie am Schluss landen werden – es bleibt sehr viel Gelände übrig. Genug, um eine großzügige, gut nutzbare Terrasse für das Dorfgemeinschaftshaus dort unterzubringen, aber auch genug, um den Violenbach aus seiner Verrohrung zu befreien. Zum Teil wenigstens, denn die Fortführung in den Grünbereich des Freibads und die dortige Verrohrung soll schon aus Gründen des Hochwasserschutzes beibehalten werden.

Eine grüne Achse, die sich durch die ganze Innenstadt zieht

Und mit begrenzter Durchflussmenge wird ein erlebbares Gewässer möglich, das nur eine geringe Tiefe aufweist. Die flachen Böschungen erlauben den Verzicht auf Zäune und brauchen nicht so viel Raum. Damit bliebe mehr Platz für geschwungene Wege, großzügige Grünflächen und etliche Bäume. Ein kleiner Park an zentraler Stelle der Stadt, der sich als durchaus große Idee herausstellen kann.

Denn direkt hinter der heutigen Wand, die das Bauhofgelände abschirmt, fließt der Violenbach durch eine Grünfläche mit Fußweg neben dem Spielplatz der Kindertagesstätte Pusteblume. Und führt so als grüne Achse weiter zum Generationenpark an der Straße Vogelgitter.

Fügt man die Einzelteile zusammen, so erhält man eine grüne Achse im Herzen der Stadt – mit einem Bachlauf als belebendem Element. Es gibt sogar schon erste Planüberlegungen, die eine weitergehen de Offenlegung des Violenbachs in der Straße Masch und entlang der Oststraße beschreiben. Doch zunächst ist Tempo bei den anstehenden Entscheidungen auf dem alten Bauhofgelände gefragt.

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