Krankenhaus Dissen ist zum gefährlichen Abenteuerspielplatz geworden

Abriss nach der Sommerpause: Doch bis es so weit ist, treibt das Bauwerk den Verantwortlichen noch einige Sorgenfalten auf die Stirn. Absperrungen werden immer wieder aufgebrochen. Unterdessen gehen die wöchentlichen Demonstrationen für eine bessere Notfallversorgung weiter

Andreas Großpietsch

Spuren des Verfalls: Das Krankenhaus Dissen ist zum gefährlichen Abenteuerspielplatz verkommen. Derzeit wird der Abriss vorbereitet, doch bis es so weit ist, werden noch einige Monate ins Land gehen. - © Andreas Großpietsch
Spuren des Verfalls: Das Krankenhaus Dissen ist zum gefährlichen Abenteuerspielplatz verkommen. Derzeit wird der Abriss vorbereitet, doch bis es so weit ist, werden noch einige Monate ins Land gehen. (© Andreas Großpietsch)

Dissen. Das Schild in der ehemaligen Pforte der Dissener Krankenhausruine trägt eine bedenkenswerte Aufschrift: »Das Betreten des Gebäudes ist nur berechtigten Personen unter Mitnahme eines Feuerlöschers gestattet« ist dort auf einem säuberlich ausgedruckten DIN-A 4-Zettel zu lesen. Passend dazu liegt einige Meter vom Eingang entfernt ein Feuerlöscher auf dem Boden – und verstärkt den surrealen Eindruck, der sich dort derzeit bietet.

Spuren des Verfalls: Das Krankenhaus Dissen ist zum gefährlichen Abenteuerspielplatz verkommen. Derzeit wird der Abriss vorbereitet, doch bis es so weit ist, werden noch einige Monate ins Land gehen. - © Andreas Großpietsch
Spuren des Verfalls: Das Krankenhaus Dissen ist zum gefährlichen Abenteuerspielplatz verkommen. Derzeit wird der Abriss vorbereitet, doch bis es so weit ist, werden noch einige Monate ins Land gehen. (© Andreas Großpietsch)

Und wohl auch noch ein paar Wochen bieten wird, denn es ist trotz der Inschrift nicht zu erwarten, dass sich das weitläufige Gebäude einfach in Rauch auflöst. Das zeigt schon die Planung für die Abrissarbeiten, die gegenwärtig ausgeschrieben werden. Nach der Sommerpause soll damit begonnen werden, das ehemalige Krankenhaus und das danebenliegende ehemalige Schwesternwohnheim – ein Hochhaus mit relativ brachialer Betonarchitektur – vollständig abzutragen. „Im nächsten Frühjahr soll alles weg sein", erklärt Hartmut Nümann, Dissens Bürgermeister, dessen Amtszeit im Oktober endet.

Die Wunden der Krankenhausschließung sind noch nicht verheilt

In einer ersten Bürgerversammlung habe man Möglichkeiten aufgezeigt, wie das Grundstück in bester Stadtlage künftig entwickelt werden könnte. Geplant ist ein Mix aus Kettenhäusern, größeren und kleineren Einheiten mit Mietwohnungen sowie Einfamilienhäusern, so der erste Ansatz. Ein interessanter Aspekt ist die Nähe des Bahnhofs. Die Politik kann sich jetzt mit den Details beschäftigen.

Die Wunden, die vor allem bei den Dissenern durch die ziemlich unverhoffte Schließung ihres Krankenhauses geschlagen wurden, sind noch immer nicht geschlossen. Das machen die wöchentlichen Freitags-Demos deutlich. Die Forderung der Menschen ist vor allem die nach einer besseren Versorgung im Notfall.

Spuren des Verfalls: Das Krankenhaus Dissen ist zum gefährlichen Abenteuerspielplatz verkommen. Derzeit wird der Abriss vorbereitet, doch bis es so weit ist, werden noch einige Monate ins Land gehen. - © Andreas Großpietsch
Spuren des Verfalls: Das Krankenhaus Dissen ist zum gefährlichen Abenteuerspielplatz verkommen. Derzeit wird der Abriss vorbereitet, doch bis es so weit ist, werden noch einige Monate ins Land gehen. (© Andreas Großpietsch)


Die nächste Klinik, in der Menschen geholfen werden kann, die in Lebensgefahr schweben, ist recht weit entfernt. Bürgermeister Nümann sagt, dass er in Verhandlungen sei, aber noch keine konkreten Ergebnisse vorweisen könne. Am 26. Mai wird sein Nachfolger gewählt – bei der Europa- und der Landratswahl in Niedersachsen.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.