Katholische Kirche in Borgholzhausen bleibt eingerüstet

Sanierung: Die Bauarbeiten am Äußeren der katholischen Kirche befinden sich zwar in den letzten Zügen, das Osterfest kommt aber noch zu früh. Ein erster Versuch der Ausbesserung von Schadstellen ist fehlgeschlagen

Anke Schneider

Endspurt: Lothar Rophl freut sich auf den Moment, in dem das Gerüst an der katholischen Kirche in Borgholzhausen abgebaut wird. - © Anke Schneider
Endspurt: Lothar Rophl freut sich auf den Moment, in dem das Gerüst an der katholischen Kirche in Borgholzhausen abgebaut wird. (© Anke Schneider)

Borgholzhausen. Seit dem 11. März ist die katholische Kirche in Borgholzhausen denkmalgeschützt. Architekturhistorische Gründe werden in einer Stellungnahme des Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) dafür unter anderem genannt. Die Kirche sei ein besonderes Beispiel für die skulptural-plastischen Baukörper dieser Zeit, für die es im Erzbistum Paderborn in dieser Größe und Konsequenz keine Vergleichsbeispiele gebe, heißt es. Künstlerische Gründe werden ebenfalls angeführt, da Bildhauer, Glaskünstler und Architekt allesamt aus Unna stammen und mit einem ganzheitlichen Konzept gearbeitet haben.

„An der Kirche ist in all den Jahren nichts verändert worden", berichtet Lothar Ropohl, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands. Nun musste sie jedoch saniert werden – natürlich unter Aufsicht der Denkmalbehörde. „Das Mauerwerk hatte einige Schäden, die ausgebessert werden mussten. Vor allem der Turm war betroffen", sagt Ropohl. Grund dafür war, dass das Eisen in dem Betonkörper zu dicht unter der Oberfläche liegt. Im Laufe der Jahre begann es zu rosten und der Beton darüber platzte ab. Ein erster Versuch, die Schadstellen auszubessern, ging schief. „Der Beton verfärbte sich grünlich", sagt Ropohl. Zwar habe man das nur im Sonnenlicht sehen können, so bleiben konnte es aber trotzdem nicht. Also wurde neu gespachtelt und verputzt. „Diese Arbeiten sind nun erledigt."

Die Glasbausteine in den oberen Fenstern wurden zudem gegen normale Fensterscheiben ausgetauscht. Man hatte damals die Dachpappe in den Fugen der Bausteine befestigt", berichtet Ropohl, wenig fachmännisch sei das gewesen. Zudem musste die Attika – eine wandartige Erhöhung der Außenwand – etwas erhöht werden. Lästig: Während der Sanierungsarbeiten hatten Graffiti-Sprayer den Baukörper beschmiert. „Sehr ärgerlich, denn die Betonwand war gerade gereinigt worden", sagte Ropohl. Die Farbe musste kostspielig entfernt werden.

Der Innenraum wurde schon vor einiger Zeit saniert

Noch ist die Kirche eingerüstet. „Wir hatten gehofft, dass sie bis Ostern fertig ist." Das aber werde wohl nicht klappen, vermutet Ropohl. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, ist die Kirche auch äußerlich für die nächsten Jahrzehnte gewappnet. „Den Innenraum haben wir ja schon vor zwei bis drei Jahren renoviert." Damals wurden die Bilder des Kreuzweges, das Kreuz hinter dem Altar und der Tabernakel überarbeitet. Die hölzerne Trennwand zwischen Kapelle und Kirchenraum wurde parallel durch eine Glaswand ersetzt. Nachdem die schwarzen Bänke abgeschliffen waren, präsentieren sie sich nun im natürlichen Holzton.

Das Pfarrzentrum, der Quertrakt und das Pfarrhaus haben bereits einige Jahrzehnte auf dem Buckel. „Sie sind nach dem Krieg entstanden", sagt Ropohl. Auch hier müsse auf Dauer mal Hand angelegt werden. „Damit haben wir aber noch etwas Zeit. Obwohl diese Gebäude nach dem Krieg erbaut wurden, werden sie hingegen nicht unter Denkmalschutz gestellt. Was die Behörde stattdessen überzeugt hat, ist der eher seltene und damals recht moderne Betonbau der Kirche mit seiner Ausstattung. Und nicht zuletzt die Tatsache, dass das Kirchengebäude und seine komplette Ausstattung noch genauso erhalten sind, wie sie 1970 im Jahr der Erbauung der Kirche waren.

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