Das werden die teuersten Bauplätze in Borgholzhausen

Neuer Bebauungsplan: Neben dem Haus Ravensberg wird ein neues Wohngebiet geplant. Die Hanglage gilt als nicht einfach zu bebauen. Doch das ist nicht der einzige Grund warum, die Grundstückspreise hier hoch sein werden

Andreas Großpietsch

Wichtige Randbereiche: Die Hecken sollen in jedem Fall erhalten bleiben, Denkbar ist allerdings die Anlage von Fußwegen direkt daneben. - © Andreas Großpietsch
Wichtige Randbereiche: Die Hecken sollen in jedem Fall erhalten bleiben, Denkbar ist allerdings die Anlage von Fußwegen direkt daneben. (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Fährt man auf der Straße Am Blömkenberg am Haus Ravensberg vorbei, so sieht man zur rechten Seite ein paar Häuser. Sie wurden architektonisch der Hanglage angepasst und vermitteln ein Bild von gediegenem Wohlstand. Und damit zugleich eine Vorstellung, wie das freie Feld auf der linken Seite der Straße künftig aussehen könnte. Denn die Stadt Borgholzhausen besitzt diese Fläche und will dort jetzt ein kleines Baugebiet entwickeln. Die Bauplätze Am Blömkenberg werden aber sicherlich zu den teuersten der Stadt gehören.

Dahinter verbirgt sich allerdings kein übersteigertes Gewinnstreben, wie Bürgermeister Dirk Speckmann am Montagabend erklärte. Vielmehr sei die Erschließung aller Voraussicht nach so teuer, dass auch mit Preisen am oberen Ende der möglichen Spanne nur gerade eben die Kosten gedeckt werden können.

Hier passt kein Haus von der Stange

Trotzdem votierten die Ausschussmitglieder einstimmig für die Entwicklung des neuen Bebauungsplans Nr. 30. Auch in Borgholzhausen darf man sich einen Markt für solche Grundstücke erhoffen. Das nötige Kleingeld ist aber nicht nur beim Kaufpreis eine sehr wichtige Bedingung.

Auch das Bauen in Hanglage kann erfahrungsgemäß zwar zu architektonisch interessanten Gebäude führen, ist aber meist deutlich teurer im Vergleich zur Nutzung einer ebenen Fläche. Ein Haus von der Stange passt nicht auf ein Grundstück mit außergewöhnlichem Zuschnitt.

Das Bild oben zeigt, wo der Vorteil, aber gleichzeitig auch das Manko der derzeit noch ackerbaulich genutzten Fläche liegt. Das Gelände ist relativ stark in Richtung der Straße Am Blömkenberg geneigt. Das macht vor allem bei der Ableitung von Niederschlagswasser deutlich erhöhte Anstrengungen nötig.

In den Vorgesprächen hatte die Stadtverwaltung auch dieses Thema untersucht. Der gesamte Bereich der Bebauung am Blömkenberg ist an ein Kanalnetz mit Mischwassersystem angeschlossen. Kanälen dieser Art droht allerdings bei starken Regenfällen rasch die Überlastung.

Reizvolle Landschaft: Das geplante neue Baugebiet am Blömkenberg direkt neben dem Haus Ravensberg punktet mit seiner Hanglage, die aber zugleich eine Herausforderung ist. Erschlossen wird es mit Hilfe einer kleinen Sackgasse mit Wendehammer. Die Politik leget wert auf die Feststellung, dass Borgholzhausens heiß geliebter Hausberg Hardenberg nicht von Bauplänen betroffen ist. Foto: Andreas Großpietsch - © Andreas Großpietsch
Reizvolle Landschaft: Das geplante neue Baugebiet am Blömkenberg direkt neben dem Haus Ravensberg punktet mit seiner Hanglage, die aber zugleich eine Herausforderung ist. Erschlossen wird es mit Hilfe einer kleinen Sackgasse mit Wendehammer. Die Politik leget wert auf die Feststellung, dass Borgholzhausens heiß geliebter Hausberg Hardenberg nicht von Bauplänen betroffen ist. Foto: Andreas Großpietsch (© Andreas Großpietsch)

Deshalb darf das Regenwasser aus dem neuen Bebauungsplan auch nur mit einer gewissen Verzögerung in den Kanal geleitet werden. Das passiert mit Hilfe einer sogenannten Füllkörperrigole. Dieses Detail ist nur deshalb wichtig, weil die Konstruktion für zusätzliche Kosten bei der Erschließung sorgt.

Bis zu 700 Quadratmeter direkt am Naturschutzgebiet

Durch die Hanglage ergibt sich bei der Aufteilung des insgesamt etwa 8.000 Quadratmeter großen Bereichs eine Besonderheit, die viele Bauherren gerne hätten, aber längst nicht alles sich leisten können: Die Grundstücke werden Größen von 600 bis 700 Quadratmetern aufweisen.

Das ist zu einem wichtigen Teil auch der Topographie geschuldet. Die Erschließung auf dem Grundstück erfordert wegen der Hanglage schlicht mehr Platz als in den üblichen Baugebieten. Und die Häuser dürfen nicht in die Höhe wachsen, um die Nachbarn buchstäblich nicht in den Schatten zu stellen. Die Nachbarschaft des kleinen Baugebiets ist aus mehreren Gründen nicht unwichtig. Auf der einen Seite grenzt unmittelbar das Grundstück an, auf dem sich der Altbau des DRK-Hauses Ravensberg befindet. Als Trennung dient hier eine Hecke, die unbedingt erhalten werden muss.

Die Nachbarschaft auf der anderen Seite – ebenfalls zu finden hinter einer erhaltenswerten Heckenstruktur – ist sozusagen die Natur. Oder besser gesagt das FFH-Schutzgebiet Teutoburger Wald. Auch das sicher ein Punkt, der die Attraktivität des neuen Baugebiets Am Blömkenberg nicht schmälern wird.

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