Großbrand bei Schüco: Ein Viertel der Produktionshalle ist total beschädigt

Der Schaden geht in den zweistelligen Millionenbereich. Die Brandursache bleibt zunächst rätselhaft, weil die Ruine noch nicht betreten werden kann

Andreas Großpietsch

Millionenschaden im zweistelligen Bereich: Doch das Luftbild zeigt, dass sich die Aufteilung des Gebäudes in verschiedene Abschnitte gelohnt hat. Der Eloxierbereich ist zwar zum derzeit nicht betretbaren Totalschaden geworden, doch die restlichen Hallenteile konnten mit Hilfe des raschen Einsatzes der Feuerwehren gerettet werden. - © Ulrich Fälker
Millionenschaden im zweistelligen Bereich: Doch das Luftbild zeigt, dass sich die Aufteilung des Gebäudes in verschiedene Abschnitte gelohnt hat. Der Eloxierbereich ist zwar zum derzeit nicht betretbaren Totalschaden geworden, doch die restlichen Hallenteile konnten mit Hilfe des raschen Einsatzes der Feuerwehren gerettet werden. (© Ulrich Fälker)

Borgholzhausen. Als sich Montagfrüh der Rauch nach dem Großbrand verzogen hat, ist schon vieles klarer geworden. Doch die viele Menschen besonders interessierende Frage nach der Ursache des verheerenden Feuers bleibt erst einmal unbeantwortet. Die Experten der Kripo können die Halle derzeit nicht betreten, weil die Einsturzgefahr zu groß ist. Hier ist zunächst einmal ein Statiker gefragt.

In anderen Bereichen gibt es aber schon Antworten. „Wir sind sehr froh, dass es bis auf den leichtverletzten Feuerwehrmann keinen Personenschaden gibt", sagt Thomas R. Lauritzen, der Kommunikationschef des Unternehmens.

Großbrand bei Schüco

Erfreulich ist, dass große Teile des Brandschutzkonzepts offenbar gut funktionierten. Die Brandwände im Inneren der Halle beschränkten den Schaden auf die Eloxierabteilung. Die angrenzenden Bereiche der Arbeitsvorbereitung wurden durch Rauch und Löschwasser geschädigt, aber wohl nicht zerstört.

„Die Feuerwehren haben einen Super-Job gemacht"

Das Löschwasser selbst ist nicht in die Kläranlage gelangt, sondern befindet sich in den dafür vorgesehenen Auffangbereichen unter der zerstörten Halle. Auch ein wichtiger Aspekt: Die Borgholzhausener Wasserversorgung konnte genug Wasser für die Hydranten liefern, obwohl bei der Anlage immer wieder die Warnlampen angingen. Denn ab einer bestimmten Menge Wasserverbrauch geht der Computer von einer Leckage in der Leitung aus.

Großbrand bei Schüco: Nicht nur die Schaumreste zeugten von Geschehen in der Nacht. Foto: Alexander Heim - © Alexander Heim
Großbrand bei Schüco: Nicht nur die Schaumreste zeugten von Geschehen in der Nacht. Foto: Alexander Heim (© Alexander Heim)

„Doch Mitarbeiter vom Wasserwerk, Bauhof und Kläranlage waren am Sonntagabend rasch vor Ort", ist Bürgermeister Dirk Speckmann mit dem Einsatz der städtischen Bediensteten sehr zufrieden. Und auch Lauritzens Aussage vom Tag danach, dass „die Feuerwehren einen Super-Job gemacht" haben, schließt er sich natürlich an.

170 Einsatzkräfte bekämpften den Großbrand am Sonntagabend. Die Borgholzhausener wurden dabei von Kameraden aus Halle, Dissen, Versmold und Werther unterstützt. Hinzu kamen noch die übergreifende Kommunikationsabteilung und, ganz wichtig, der ABC-Zug. Wegen der anfangs sehr starken Rauchentwicklung wurden die Menschen in der Nähe aufgefordert, die Fenster ihrer Häuser geschlossen zu halten.

Werte der Rauchgasmessung waren nicht gesundheitsgefährdend

„Die erste Messung direkt im Rauch hat zu der Warnung geführt, obwohl die Werte nicht gesundheitsgefährdend waren", sagt Udo Huchtmann. Eine zweite Messung um 23 Uhr zeigte bereits Werte im grünen Bereich, berichtet der Einsatzleiter.

Großbrand: Die besonderen Bedingungen bei dem Industriebetrieb erforderten besonders umsichtiges Handeln. Foto: Andreas Eickhoff - © Andreas Eickhoff
Großbrand: Die besonderen Bedingungen bei dem Industriebetrieb erforderten besonders umsichtiges Handeln. Foto: Andreas Eickhoff (© Andreas Eickhoff)


Noch am Morgen nach dem Brand war auf dem Rasen vor der Halle der Löschschaum zu sehen, mit dem der Brand erstickt wurde. „Wir wollten nicht zu viel Wasser einsetzen, damit die Wannen mit den Chemikalien nicht überlaufen", erklärt Huchtmann, warum bei diesem Brand sogenannter Schwerschaum zum Einsatz gebracht wurde. Auch die Auffangkapazitäten sollten nicht überlastet werden.

Die Kraft des Feuers zeigen die verformten Außenwände des betroffenen Bereichs. Vom Dach ist fast nichts mehr übrig geblieben. Bis die 55 Mitarbeiter aus der Eloxierabteilung wieder in Borgholzhausen ihrem Job nachgehen können, werden sicher einige Monate ins Land gehen.

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