UPDATE: Brand bei Schüco ist gelöscht - Brandexperten müssen warten

Großeinsatz: Am frühen Sonntagabend muss die Borgholzhausener Feuerwehr wegen Rauchentwicklung im Eloxalwerk von Schüco ausrücken

Andreas Eickhoff,Jonas Damme,Heiko Kaiser,Melanie Wigger

Großbrand in Borgholzhausen - © Jonas Damme
Großbrand in Borgholzhausen (© Jonas Damme)

Borgholzhausen. Der Brand der Schüco-Produktionshalle ist gelöscht. Um 7.15 Uhr hat der Einsatzleiter vom Löchzug Borgholzhausen Bahnhof, Udo Huchtmann, die Einsatzstelle an den Betrieb übergeben. Gegen 22 Uhr war das Feuer bereits unter Kontrolle gebracht geworden. Um genau 2.12 Uhr gab die Leitstelle Entwarnung hinsichtlich der zuvor verbreiteten Meldung gefährlicher Rauchgase. Knapp eine Stunde später wurde die Zahl der Einsatzkräfte bis auf die verbleibende Brandwache reduziert.

Am Montag, 18. März, sollten die Ermittlungen zu Brandursache beginnen. Gegen Nachmittag informierte die Polizei, dassdie Brandexperten ihre Arbeit erst in einigen Tagen aufnehmen können. Es stellte sich heraus, dass die stark beschädigte Halle noch nicht gefahrlos betreten werden kann.

Großbrand bei Schüco
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Kripo ermittelt


  • Zur Brandursache sowie zur Schadenshöhe können laut Polizeiangaben bislang noch keine Angaben gemacht werden.
  • Die Ermittlungen zur Brandursache werden am Montagmorgen, 18. März, durch Kriminalpolizei aufgenommen, da der Brandort bislang noch nicht betreten werden konnte.

Insgesamt, so Huchtmann, seien 170 Feuerwehrleute der Löschzüge Borgholzhausen Stadt, Borgholzhausen Bahnhof, Dissen, Halle, Versmold, Langenheide, Steinhagen und Werther sowie der ABC- und der Kommunikationseinheit des Kreises Gütersloh vor Ort gewesen. Dem verletzten Feuerwehrmann, der leichte Rauchgasvergiftungen erlitten hatte, geht es inzwischen wieder gut. Er hat das Krankenhaus bereits verlassen.Bislang konnten die Fachleute der Polizei den Brandort noch nicht betreten, werden jedoch am Montagvormittag die Ermittlungen zur Brandursache aufnehmen.

Was genau den Brand ausgelöst hatte und vor allem, was genau dort brannte, wusste am Sonntag, 17. März, zunächst niemand so genau. Um 18.36 Uhr war als erster der Borgholzhausener Löschzug alarmiert worden, weil die Brandmeldeanlage des Eloxalwerkes des Metallbetriebes Schüco ausgelöst hatte. Beim Eloxalverfahren werden Aluminiumoberflächen behandelt. Dabei werden verschiedenen Chemikalien und Säuren eingesetzt.

Während der Brand anfangs noch überschaubare Dimensionen hatte, war die Rauchentwicklung von Anfang an extrem. Dichter schwarzer Nebel überzog die Nachbarschaft des Werksgeländes. Der Qualm roch ungesund und verursachte Kopfschmerzen. Das bewog die Einsatzkräfte dazu, den Schaulustigen angesichts der unklaren Zusammensetzung des Qualmes zu empfehlen, sich so weit wie möglich zurückzuziehen. Wenig später traf auch der ABC-Trupp der Kreises Gütersloh ein, um Luftmessungen vorzunehmen.

170 Einsatzkräfte rücken zur Brandbekämpfung aus

Einsatzkräfte in Atemschutz untersuchten den Brandherd, konnten das Feuer aber nicht unter Kontrolle bekommen. Schnell zeigte sich, dass der Brand sich ausweitete. Da die Halle aber über Brandschutzwände verfügt, blieb das Feuer im zweiten Werksabschnitt. Die Löschzüge aus Halle, Dissen, Steinhagen und Versmold wurden hinzugezogen. Sie riegelten die Umgebung systematisch ab.

Im gleichen Zeitraum ertönten mehrere laute Knalle – möglicherweise Explosionen – aus der Halle. Nach ersten Einschätzungen von Mitarbeitern und Einsatzkräften, die den Brand verfolgten, schien sich das Feuer anfangs vor allem im nördlichen Bereich, in dem auch die Transformatoren stehen, ausgebreitet zu haben.

Wenig später ertönte der laute Ruf »Durchzündung« durch die vielen Funkgeräte in der Umgebung, und die Flammen schlugen endgültig durch die Decke der Hallen an der Südstraße. Mittlerweile hatte die Feuerwehr auch die Drehleiter in Position gebracht und begann den Großbrand von oben zu löschen. Um 21 Uhr war das Feuer unter Kontrolle. Da die Schüco-Hallen über ein spezielles Auffangsystem verfügen, konnte die Einsatzleitung der Feuerwehr bereits gestern Abend bestätigen, dass – vom Qualm abgesehen – keine Chemikalien nach außen gedrungen sind.

Die Messungen des ABC-Trupps sollen durchgehend negativ verlaufen sein. Trotzdem sprach der Kreis eine Gefahrenwarnung aus und forderte per Internetaufruf und Warn-App »Nina« auf, Türen und Fenster geschlossen zu lassen. Außerdem wurde ein Bürgertelefon unter ` (0 54 25) 8 07 51 eingerichtet. Beim Großeinsatz waren zu Höchstzeiten 250 Einsatzkräfte im Einsatz. Zusätzlich zu den regulären Fahrzeugen wurden ein Atemschutz- und ein Hygienecontainer aufgestellt.

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