Borgholzhausen soll 2020 schnelles Internet bekommen

Andreas Großpietsch

Internet - © Stadt Borgholzhausen
Internet (© Stadt Borgholzhausen)

Borgholzhausen. Vielleicht ist es gut, mit der schlechten Nachricht anzufangen: Es hat keinen Sinn, sich die nebenstehende Karte zu schnappen und damit zum nächsten Telekomladen zu marschieren. Denn der Ausbau der unterversorgten ländlichen Bereiche Borgholzhausens fängt erst im Sommer an und zieht sich bis in den Herbst des kommenden Jahres. Und erst danach wird das System für den ländlichen Bereich in einem Stück freigegeben.

Die gute Nachricht ist, dass es nach der jahrelangen Hängepartie nun einen konkreten Startzeitpunkt gibt, wann es wirklich losgeht mit dem Ausbau. Dabei wird die Telekom zwar 30 Kilometer Glasfaserleitung verlegen, doch nur in den seltensten Fällen bis ins Haus. Mit der Glasfaser werden zehn Standorte vorhandener Verteilungskästen angeschlossen sowie zehn ganz neue gebaut. Macht in Summe nur 20 Kästen mit dem markanten Magenta-Aufkleber »Ich stehe hier für schnelles Internet«, die aber dafür sorgen, dass dann fast alle Borgholzhausener schneller als mit 30 MBit im Internet unterwegs sein können.

Ab Herbst 2020 sind nur noch 250 Haushalte nicht gut versorgt

Übrig bleiben erst einmal 250 Haushalte, die noch deutlich länger auf das schnelle Netz warten müssen. Diese Haushalte, von Deutschlands Forschungsministerin Anja Karliczek als Kategorie »Letzte Milchkanne« bezeichnet, sollen dafür allerdings eines Tages mit einem eigenen Glasfaseranschluss belohnt werden. Der dann auch Bauarbeiten bis ins Haus des Empfängers mit sich bringen wird.

Doch das ist Zukunftsmusik. Für die vielen Häuser, in denen man ab Herbst kommenden Jahres mit dem schnelleren Internet rechnen kann, ändert sich nichts an der Regel, dass es über die vorhandene Kupferleitung zu ihnen kommen wird. Das ist einer der großen Vorteile des sogenannten Vectoring-Verfahrens: Es nutzt die vorhandene Infrastruktur und hilft so dabei, die nötigen Investitionen günstiger zu machen.

Bald geht es los: Das versprechen - von links: Jan Christoph Dübner, Breitbandkoordinator Kreis GT, Oliver Blanke, Zweckverband Infokom, Bürgermeister Dirk Speckmann sowie Ingo Mohs, Gregor Vos und Marco Heintje von der Telekom. - © Stadt Borgholzhausen
Bald geht es los: Das versprechen - von links: Jan Christoph Dübner, Breitbandkoordinator Kreis GT, Oliver Blanke, Zweckverband Infokom, Bürgermeister Dirk Speckmann sowie Ingo Mohs, Gregor Vos und Marco Heintje von der Telekom. (© Stadt Borgholzhausen)


Bürgermeister Dirk Speckmann ist angetan von der Entwicklung: „Eine leistungsstarke Internetverbindung ist heute für viele Dinge einfach zwingend und gehört für mich daher ganz klar zur Daseinsvorsorge. Unsere ländlicheren Gebiete werden dadurch als Wohnort deutlich attraktiver", sagt er.

65 Prozent der Borgholzhausener profitieren bislang vom Breitband

65 Prozent der Borgholzhausener konnten bislang schon vom Breitbandausbau in der Stadt und in Barnhausen profitieren und einen schnellen Anschluss bestellen, der aber nicht zwangsläufig bei der Telekom angesiedelt sein muss. Diese Regel gilt auch für die neuen Ausbaugebiete. Die Telekom muss das Netz auch anderen zur Verfügung stellen.

Die roten Punkte auf der Karte zeigen nur die Gebiete, in denen jetzt der Ausbau vorangehen soll. Die Kernstadt ist ausgenommen, weil dort bis auf die geplante Umrüstung einiger Verteiler schon alle Voraussetzungen geschaffen sind.

Alle Haushalte, die künftig noch nicht mindestens 30 Mbit Datenrate pro Sekunde bekommen, werden in das nächste Förderverfahren aufgenommen. „Und zwar ausdrücklich bis zur letzten Milchkanne", verspricht Dirk Speckmann. Wann es so weit sein wird, ist aber offen. Schon jetzt sind die Firmen, die Kabel verlegen können, heillos mit Terminen ausgelastet.

Die digitale Karte im Netz:

Hier geht es zur Karte mit den roten Punkten. Tipp: Auf dem Desktop können Sie besser als auf dem Smartphone heranzoomen.

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