Freie Bahn für die neue AWO-Kita

Symbolischer Akt: Die Vorbereitungen für die Bodenplatte sind getroffen, die Baugenehmigung ist da und der erste Spatenstich ist gemacht. Noch in diesem Jahr will die AWO am Berghauser Weg Kinder betreuen

Andreas Großpietsch

Jetzt geht’s los: Erster Spatenstich für die Kita am Berghauser Weg. Eingerahmt von den Bauherren Marc Dübber (links) und Ruben Dübber – von links: Ralf Vieweg (Stadt Borgholzhausen), Barbara Grube (Kreisjugendamt) sowie Martina Grün (AWO). - © Andreas Großpietsch
Jetzt geht’s los: Erster Spatenstich für die Kita am Berghauser Weg. Eingerahmt von den Bauherren Marc Dübber (links) und Ruben Dübber – von links: Ralf Vieweg (Stadt Borgholzhausen), Barbara Grube (Kreisjugendamt) sowie Martina Grün (AWO). (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Noch ist nicht viel zu sehen von der neuen Borgholzhausener Kindertagesstätte am Berghauser Weg. Doch die Plätze in den zunächst geplanten drei Gruppen sind schon weitgehend ausgebucht, erklärt Ralf Vieweg, der Allgemeine Vertreter des Bürgermeister gestern beim ersten Spatenstich. Innerhalb recht kurzer Zeit ist damit aus vorbereitenden Gedankenspielen ein konkretes Bauprojekt geworden, dass auf jeden Fall noch vor Ende des Jahres seinen Betrieb aufnehmen soll. Für die Bauherren vom Familienbetrieb Dübber ist das Projekt aus vielen Gründen etwas Besonderes.

Drei Baukörper: Die Kita mit den Wohnungen im ersten Stock ist in erkennbare Abschnitte gegliedert. - © Rimkeit/Wendler Architekten
Drei Baukörper: Die Kita mit den Wohnungen im ersten Stock ist in erkennbare Abschnitte gegliedert. (© Rimkeit/Wendler Architekten)

Zum einen natürlich, weil sie selbst die Kindertagesstätte bauen und an den Träger, die Arbeiterwohlfahrt, vermieten werden. Ein anderer wichtiger Grund ist die Tatsache, dass auf dem fast 4.000 Quadratmeter großen Grundstück bis vor wenigen Wochen noch die Bauten des Familienunternehmens standen. Doch der Platz mitten im Wohngebiet ist sicher für eine Kindertagesstätte deutlich besser geeignet als für ein erfolgreiches Handwerksunternehmen, das seinen Sitz jetzt auch konsequent ins Gewerbegebiet verlagert hat.

Wohnungen im ersten Stock des Gebäudes

Doch auch die Bauweise ist nicht alltäglich – obwohl sie jetzt zunehmend in Mode kommt, wie Martina Grün vom Bezirksverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) erklärt. Die Organisation betreibt jetzt insgesamt 118 Kindertageseinrichtungen in Ostwestfalen. „Auch in Steinhagen und in Langenberg werden Kitas gebaut, zu denen Wohnungen gehören", weiß sie, dass die Besonderheit der neuen Borgholzhausener Kita gar nicht so ungewöhnlich ist. Besonders praktisch seien diese Wohnungen natürlich für Alleinerziehende mit Kindern im passenden Alter. Aber auch ältere Menschen mit Freude an sehr jungen Menschen als »Untermieter« kommen als Bewohner in Frage.

Insgesamt werden fünf mittelgroße Wohnungen im ersten Stock des großen Mittelteils und des Eingangsgebäudes gebaut. Insgesamt ist der Baukörper in drei einzelne Elemente aufgeteilt. Das Gebäude direkt am Berghauser Weg bietet zwei separate Eingänge: Einen für die Mieter, zu dem auch ein Fahrstuhl gehört, und einen weiteren für die Kinder und das Erzieherteam. Der gesamte Komplex ist als barrierefreier Bau ausgelegt.

Kindergarten-Situation entspannt sich sichtlich

Mit dem Gebäudeteil ganz links auf der Skizze hat es eine besondere Bewandtnis: Die AWO wird es mieten, obwohl sie es derzeit nicht braucht. Es soll als Reserve für eine vierte Gruppe dienen. „Wer mit einem Kinder nach Borgholzhausen zieht, das älter als drei Jahre ist, hat einen Kitaplatz sicher", sieht Ralf Vieweg eine entspannte Situation. „Von drei bis sechs Jahren haben wir dann 260 Kinder und 264 Kita-Plätze", sieht auch Barbara Grube vom Kreisjugendamt eine nahezu ideale Situation. Und auch der Bereich unter drei Jahren ist mit 157 Kindern und 83 Kita-Plätzen gut ausgestattet. „Den Rest des Bedarfs in diesem Bereich können wir mit Angeboten der Kindertagespflege abdecken", sagt sie.

20 Kinder freuen sich ganz besonders auf die neue Kita. Denn sie besuchen derzeit die Notgruppe in der AWO-Kita am Heidbreder Weg. Dort werden sie unter anderem von Mareike Nowatzke betreut – der Leiterin der neuen Einrichtung, die mit 52 Kindern in drei Gruppen starten soll.

Die Bauherren Marc und Ruben Dübber freuen sich auch, dass es jetzt losgeht, denn ihr Zeitplan ist eng getaktet. Die Wohnungen werden in Holzrahmenbauweise erstellt, der Rest des Gebäudes in massiver Ausführung. Geheizt wird der Komplex mit Holzpellets, An den alten Firmensitz erinnert noch der Rest einer Halle, der saniert wird und die Heizung aufnehmen soll.

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