Kampfmittelräumdienst sucht Blindgänger in Borgholzhausen

Hamlingdorf: Am Ende des Zweiten Weltkriegs gab es in Borgholzhausen heftige Kämpfe. Am Donnerstag kommen die Experten, um nach todbringenden Granaten zu suchen

Andreas Großpietsch

Sonde: Mit diesem Gerät können Granatreste gefunden werden. - © Thorsten Gödecker
Sonde: Mit diesem Gerät können Granatreste gefunden werden. (© Thorsten Gödecker)

Borgholzhausen. Immer wieder stoßen die Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes auch heute noch auf die gefährlichen Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs. Besonders die spektakulären Bombenentschärfungen, bei denen oft ganze Stadtteile mit Tausenden von Menschen geräumt werden müssen, sorgen immer wieder für Schlagzeilen.

Doch Ziele der alliierten Bomber waren meist die großen Städte oder auch militärische Anlagen wie zum Beispiel Flugplätze. Doch auch auf dem platten Land wurde gekämpft und diese Kämpfe haben Spuren hinterlassen – oft sehr gefährliche Spuren, die von den Jahrzehnten im Boden herrühren und die ehemaligen Blindgänger zu hochexplosiven Waffen machen.

In Borgholzhausen gab es am Ende des Zweiten Weltkriegs eine blutige Auseinandersetzung um den 2. April 1945 herum – siehe dazu den Bericht oben. Deren Spuren könnten sich noch in dem Bereich von Hamlingdorf befinden, in dem die Stadt jetzt das neue Gewerbegebiet plant. „Einen Tag und eine Nacht lang lagen die Stellungen der Verteidiger unter dem Feuer der Angreifer. Aus den Bereichen Borgholzhausen-Bahnhof und Holtfeld-Hörste flogen die Granaten über den Teutoburger Wald zu ihrem Ziel. Eines dieser Ziele war eine Panzersperre auf der Bahnhofstraße. Außerdem soll es eine deutsche Flakgeschützstellung auf dem Hügel zwischen dem heutigen Baugebiet Enkefeld und dem jüdischen Friedhof gegeben haben.

Wirkung der Granaten vom Flugzeug aus beobachtet

Die Wirkung der Granaten wurde von einem Flugzeug aus beobachtet, das über der Ravensburg kreiste. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass es eine Weile dauerte, bis sich die Panzer auf ihr Ziel eingeschossen hatten. Zu kurz gezielte Salven landeten in den Äckern Hamlingdorfs, so die Befürchtung der Kampfmittelexperten, die mit Sonden nach Metallresten im Boden suchen.

Copyright © Haller Kreisblatt 2019
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.