„Unglaublich, wie viel Müll da war“: Piumer machen am Bahnhof sauber

Müllsammelaktion: Rund 50 große und kleine Freiwillige beteiligten sich am Samstag am Frühjahrsputz in der Natur. Gefunden wurde alles Mögliche

Anke Schneider

Fleißige Helfer: Auf dem Foto ist nur die halbe Mannschaft zu sehen. Der Rest war zum Fototermin noch unterwegs. Fotos: anke schneider - © anke schneider
Fleißige Helfer: Auf dem Foto ist nur die halbe Mannschaft zu sehen. Der Rest war zum Fototermin noch unterwegs. Fotos: anke schneider (© anke schneider)

Borgholzhausen. Es gibt Tage, da wird man mit dem Kopfschütteln einfach nicht fertig. Am Samstag war so ein Tag – zumindest für die gut 50 Helfer, die bei der Müllsammelaktion der Stadt mitmachten. Sprachlos war zum Beispiel Heike Heidrich, die sich den Berghauser Weg und die Seitenarme vorgenommen hatte.

„Jede Menge Plastikbeutel mit Hundekot darin“, sagt sie zu ihren Funden. Das sei wirklich Blödsinn in Reinform. Entweder, man werfe die Tüte in den Mülleimer, was die Königslösung wäre, oder man lasse den Kot liegen, so dass er verrotten könne. In der Tüte hingegen halte er sich lange.

„Ich möchte nicht wissen, wie viele hier ihren Alkoholpegel vor der Arbeit auffüllen“

Kopfschüttelnd berichtet Henning Brune von unendliche vielen »Flachmännern« aus Glas entlang der Hesselteicher Straße. „Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Leute hier ihren Alkoholpegel vor der Arbeit auffüllen“, mutmaßt er.

Auch Sina Hauke bleibt nicht viel mehr, als mit dem Kopf zu schütteln. „In zwei Stunden haben wir gerade mal den Graben an der Ortsdurchfahrt von Schüco bis Edeka geschafft“, sagt sie. „Unglaublich, wie viel Müll da war“, fügt sie an, und berichtet, dass am Ende auf einem Kilometer drei große Säcke voller Müll zusammengekommen sind.

Borgholzhausens Abfallberaterin Sabine Schebaum hat in Westbarthausen rund um den Bahnhof gesammelt und auch ihr fehlen die Worte. „Die Leute steigen offenbar aus dem Zug und werfen ihren Müll in die Landschaft“, erklärt sie sich das hohe Müllaufkommen am Bahnhof. Dabei seien dort Mülleimer aufgestellt.

Umweltberater Dirk Nolkemper ist auch mit von der Partie, und er berichtet, dass es offenbar nichts gebe, was nicht in die Landschaft geworfen werde. „Ein Kindersitz, ein Barhocker, Autoteile, Paletten und Spielzeuge wie ein Bobbycar“, zählt er auf. Oftmals würden auch ganze Tüten mit Müll in den Gräben entsorgt.

„Den Kindern macht das viel Spaß“

Mit dabei ist neben den Jägern aus Barnhausen und dem Team aus dem Jugendzentrum erstmal auch eine achtköpfige Truppe der Firma Düpmann, die sich im Interkommunalen Gewerbegebiet angesiedelt hat. „Da hatten wir natürlich tolle Verstärkung“, sagt Henning Brune von den MITbürgern, die am Bahnhof und entlang der B 476 unterwegs sind. „Die MITbürger sammeln übrigens im Herbst noch mal“, sagt Dirk Nolkemper. Dieses private Engagement sei wirklich lobenswert.

Toll sei auch, dass dieses Mal ganz viele Kinder dabei waren, so Piums Abfallberaterin. Die AWO-Kita hatte am Donnerstag gesammelt, die Kita Brummihof war am Samstag mit von der Partie. „Den Kindern macht das viel Spaß“, sagt Sabine Schebaum. Sie würden aber immer wieder fragen, warum Menschen Müll in die Natur werfen. Eine Frage, auf die niemand von den Großen eine Antwort hatte.

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