Europawahl-Kandidatin greift nach dem (nachhaltigen) Strohhalm

Sally Lisa Starken, SPD-Kandidatin für die Europawahl, hat aufgrund ihres Listenplatzes eher schlechte Aussichten auf einen Job in Brüssel.

Andreas Großpietsch

Nachhaltigkeit: Darum drehten sich die Gespräche von Europa-Kandidfatin Sally Lisa Starken mit Jürgen Kampmann (links) und Rolf Syassen. - © Andreas Großpietsch
Nachhaltigkeit: Darum drehten sich die Gespräche von Europa-Kandidfatin Sally Lisa Starken mit Jürgen Kampmann (links) und Rolf Syassen. (© Andreas Großpietsch)
Kaffeebecher to go: Statt der üblichen Wegwerfprodukte kann man in Borgholzhausen auch die nachhaltige Variante kaufen. - © Andreas Großpietsch
Kaffeebecher to go: Statt der üblichen Wegwerfprodukte kann man in Borgholzhausen auch die nachhaltige Variante kaufen. (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. „Besuch doch die Strohhalmfabrik", riet der SPD-Landtagsabgeordnete Georg Fortmeier seiner Parteikollegin Sally Lisa Starken, die bei der Europawahl in der heimischen Region antritt. Die Kandidatin fand in Borgholzhausen besagte Fabrik und auch die Strohhalme. Aber vor allem fand sie im Inhaber-Ehepaar Eveline und Jürgen Kampmann Gesprächspartner, die wesentlich mehr zu bieten haben als nur ein umweltfreundliches Produkt in Form eines Strohhalms, der nicht aus Plastik gemacht ist.

Der Strohhalm, den Firma Kampmann anbietet, trägt seinen Namen zu Recht, denn er ist tatsächlich auf einem Getreidefeld gewachsen. Das liegt in Österreich und dort wurde er geerntet, weiterverarbeitet und per Laser mit einer Werbebotschaft versehen. Die Idee dazu allerdings entwickelte Jürgen Kampmann, damals noch in Bielefeld.

1800 Quadratmeter ebenerdige Hallenfläche hatte sein Unternehmen am alten Standort in Quelle, der samt der Nachbarschaft von einem Großinvestor gekauft wurde. Jetzt ist die Nutzfläche größer, aber dank des Baus auf drei Stockwerken am Hang bleibt noch Platz für eine Bienenweide, die als Grüngestaltung um den Baukörper aus Holz herum angelegt wird.

Nachhaltigkeit ist Trumpf

Nachhaltigkeit ist offenbar Trumpf bei den Kampmanns, die auch ihren privaten Wohnsitz nach Borgholzhausen verlagert haben. Und da sie sich diesem Prinzip schon lange verschrieben haben, bietet ihre umfangreiche Produktpalette an Werbemitteln sehr viele umweltfreundliche Lösungen, die von der Kundschaft aus Industrie und Kommunen heute sehr gesucht wird.

Sally Starken freute sich besonders über den Strohhalm: „Ich bin im Rahmen meines Wahlkampfs darauf aufmerksam geworden, dass Trinkhalme auch in der Pflege sehr wichtig sind. Werden die Plastikhalme in Europa verboten, brauchen wir Ersatz, den es bislang noch nicht gab", erklärte sie. Denn Halme aus Papier sind zwar umweltfreundlicher als solche aus Plastik, aber sie lösen sich in Feuchtigkeit auf.

Auch für ein anderes Problem, das auf der ganzen Welt sichtbar ist, gibt es eine Lösung aus Ostwestfalen. Oder besser gesagt, aus Borgholzhausen. Kampmann hat die Hersteller von To-go-Bechern aus Porzellan mit finnischen Herstellern von Pfandautomaten zusammen im Programm. 5 Euro Leihgebühr sind zwar ungewöhnlich, aber sorgen für höchste Rückgabewerte und geringste Müllmengen.

Steigendes Interesse an zertifizierter Ware

„Ostwestfalen liegt tatsächlich im Herzen von Europa. Und ich treffe hier viele Leute, denen Europa am Herzen liegt", sagte die Kandidatin für Europa, die den Wahlkampf neben ihrem Beruf nachgeht. Ob sie die Chance erhält, auch mal Ideen aus Borgholzhausen in Brüssel zu präsentieren, ist angesichts ihres Listenplatzes eher fraglich.

Doch der Einsatz für Nachhaltigkeit ist keine Sache von wenigen Tagen, wie das Beispiel der Firma Kampmann zeigt. Aus dem Besticken von Textilien wurde der Handel mit entsprechenden Merchandisingprodukten, Schuluniformen oder auch Dienstkleidung für Unternehmen, die ihre Mitarbeiter damit ausstatten. Gerade in jüngster Zeit gebe es steigendes Interesse an Anbietern, die zertifizierte Ware anbieten, die ohne Kinderarbeit und Umweltsauereien hergestellt worden ist, freuen sich die Kampmanns.

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