Schützenplatz in Pium könnte zusätzlich als Hundewiese dienen

Die Schützen stehen der Idee sehr skeptisch gegenüber. Die Hundefreunde wissen allerdings inzwischen sehr genau, wie schwierig ihr Wunsch zu verwirklichen ist. Die Politik muss entscheiden

Andreas Großpietsch

Auf einer Hundewiese könnten sich die Vierbeiner richtig austoben. - © Anke Schneider
Auf einer Hundewiese könnten sich die Vierbeiner richtig austoben. (© Anke Schneider)

Borgholzhausen. Es war ein wenig still geworden um das Thema Hundewiese in den vergangenen Wochen, Doch das bedeutete offenbar nicht, dass hinter den Kulissen nicht weiter nach Lösungsmöglichkeiten gesucht worden wäre. Denn am Donnerstagabend konnte Bürgermeister Dirk Speckmann im Hauptausschuss die frohe Botschaft verkünden, dass man nahe an einer Lösung für das Problem mit dem Wunsch nach einer Hundewiese gekommen sei.

Denn wie sich rasch zeigte, als die Stadt in die Planungen einstieg, sind die Anforderungen an ein solches Fleckchen Erde so hoch, dass sie kaum erfüllbar erscheinen. Zum Beispiel beim Thema Lärm: Zu nahe dürfen Wohnhäuser nicht an einer Hundewiese liegen, weil sonst die Schutzansprüche der Menschen vor Lärm nicht eingehalten werden könnten. Zu weit draußen in der freien Landschaft geht es aber auch nicht. Formal ist es nur sehr schwer möglich, dort eine Umfriedung errichten zu dürfen.

Der Schützenfestplatz: Nur an rund zehn Tagen im Jahr wird die von den Schützen nutzbar gemachte Festwiese am Barenbergweg gebraucht. - © Andreas Großpietsch
Der Schützenfestplatz: Nur an rund zehn Tagen im Jahr wird die von den Schützen nutzbar gemachte Festwiese am Barenbergweg gebraucht. (© Andreas Großpietsch)

Und auch, wenn eine Hundewiese eigentlich nicht viel hat, was wirklich gebraucht wird, so darf ein Zaun nicht fehlen. Denn der Hauptzweck der Wiese ist es, die Vierbeiner ohne Leine nach Lust und Laune herumlaufen zu lassen. Sie sollen andere Hunde treffen und mit ihnen spielen, aber abhauen sollen sie möglichst nicht. Allzuhoch muss der Zaun, der das verhindert, allerdings nicht sein.

Schützen sind unglücklich über Plan der Verwaltung

„Wir brauchen für die Wildside-Party eine Einzäunung, die 2,50 Meter hoch ist“, sagt Martina Frehsmann-Pryce. Der erhoffte Synergieeffekt eines Zauns, der beiden nützt, ist so kaum zu erwarten.

Denn auch wenn die Fläche des Schützenplatzes künftig im Gewerbegebiet Hamlingdorf liegen wird, kann man sich einen so hohen Zaun als Dauereinrichtung kaum vorstellen. Zumal er nur an einem Abend wirklich gebraucht wird. Den Platz als solchen brauchen die Schützen ungefähr an zehn Tagen im Jahr.

Trotzdem sind sie ziemlich unglücklich über den Plan der Verwaltung. „Wir wollen das nicht“, sagt Martina Frehsmann-Pryce, die selbst Hundebesitzerin ist. Doch das Grundstück gehört eben der Stadt und nicht den Schützen. Und bietet den einigermaßen stadtnahen Platz ohne direkte Anwohner, den die Hundefreunde so sehr suchen.

Die wollen sich jetzt in einem Verein organisieren, um dann auch ein wenig Verantwortung für den Hundeplatz übernehmen zu können. Das war eine Bedingung der Stadt, die jetzt erfüllt werden soll, wie Vertreter der Hundewiesen-Initiative jetzt am Rande der entscheidenden Ausschusssitzung verkündeten.

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