Grundstein für das neue Haus Ravensberg gelegt

Bei der Grundsteinlegung wird eine Kupferröhre mit Fotos und einer Ausgabe des Haller Kreisblatts darin eingemauert. Ende 2019 soll das 8,55 Millionen Euro teuere Gebäude fertig gestellt sein

Andreas Großpietsch

Spannender Moment: In der kupfernen Zeitkapsel befinden sich Fotos vom ersten Spatenstich sowie die aktuelle Ausgabe des Haller Kreisblatts. Mit dabei waren – von links: Ralf Vieweg, Hermann Ludewig (Stadt Borgholzhausen), Tanja Brockmeyer, Bernd Huesmann, (beide DRK), Polier Johannes Spehr, Dennis Schwoch, Klemens Keller, Christoph Langewitz (alle DRK), Lutz Trakies, Philipp Wachowski (beide Firma Goldbeck), Dirk Lammersen und Nils Twelmeier (beide Firma Twelmeier). - © Andreas Großpietsch
Spannender Moment: In der kupfernen Zeitkapsel befinden sich Fotos vom ersten Spatenstich sowie die aktuelle Ausgabe des Haller Kreisblatts. Mit dabei waren – von links: Ralf Vieweg, Hermann Ludewig (Stadt Borgholzhausen), Tanja Brockmeyer, Bernd Huesmann, (beide DRK), Polier Johannes Spehr, Dennis Schwoch, Klemens Keller, Christoph Langewitz (alle DRK), Lutz Trakies, Philipp Wachowski (beide Firma Goldbeck), Dirk Lammersen und Nils Twelmeier (beide Firma Twelmeier). (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Eine extrem glatte Eisschicht bedeckt die Bodenplatte und die freien Flächen am Blömkenberg sind von Schneeresten bedeckt. „Doch ab morgen wird es wärmer und dann gibt es keine Ausfälle mehr wegen des schlechten Wetters“, versuchte es Klemens Keller bei der offiziellen Grundsteinlegung gestern Vormittag mit Galgenhumor. Denn seit dem 1. Oktober des vergangenen Jahres wird an dem neuen Gebäude des Hauses Ravensberg gebaut, doch die Fortschritte sind bislang noch übersichtlich.

Doch so ist das eben mit Winterbaustellen. Noch ist auch die modernste Bautechnik nicht in der Lage, alle Wetterkapriolen auszugleichen. Obwohl man sich beim Generalunternehmer, der Bielefelder Firma Goldbeckbau, mit innovativen Ansätzen darum bemüht. Bei dem Bauwerk in Borgholzhausen soll der Fortschritt nach dem etwas holprigen Anfang zum Beispiel durch neue Badezimmerlösungen in Fahrt kommen.

80 moderne Einzelzimmer bis Ende des Jahres

80 Einzelzimmer sollen bis zum Jahresende in dem Neubau fertig sein. Und sie werden alle den selben Grundriss haben. Zu jedem dieser Zimmer gehört ein eigenes Badezimmer, natürlich auch normiert in Größe und Ausstattung. „Diese Badezimmer werden fertig angeliefert“, sagt Philipp Wachowski, der Projektleiter von Goldbeck für das Haus Ravensberg.

Und fertig bedeutet, dass komplette, rollstuhlgerecht ausgestattete Nasszellen auf die Baustelle geliefert werden, die nur noch in den Rohbau eingefügt werden müssen. Sämtlich Leitungen sind darin verlegt, die Wände gefliest und die Sanitärobjekte sind angebracht. Sogar die (abgeschlossene Tür gehört zum Lieferumfang. Vor Ort müssen sie nur noch an das Netz aus Ver- und Entsorgungsleitungen angeschlossen werden, um benutzbar zu sein. Bei Zimmern lohnt sich diese Bauweise bislang noch nicht.

„Mit den großen Kalksandsteinen schafft man heute große Quadratmeterzahlen“, weist Polier Johannes Spehr auf die Weiterentwicklung des Maurerhandwerks hin. „Fertige Wände aus Beton sind auch vom reinen Material her deutlich teurer als Kalksandstein“, sagt auch Projektleiter Wachowski. Doch der Zeitfaktor spielt bei vielen Objekten eine immer wichtigere Rolle und das ändert die Bewertungen.

Klemens Keller, der Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Ravensberg, der mit 1 Prozent am Haus Ravensberg beteiligt ist, begrüßte die Gäste der Grundsteinlegungszeremonie. „Heute ist ein denkwürdiger Tag. Ich hoffe, dass es bis zum Jahresende gelingt“, sagte er. Hermann Ludewig, stellvertretender Bürgermeister, lobte in seiner Ansprache den Mut aller Entscheider, ein solches Objekt in Borgholzhausen zu bauen. „Das ist keine Selbstverständlichkeit“, meinte er. Bernd Huesmann, der Vorsitzende des Aufsichtsrats, konnte sich noch gut an den Spatenstich für das alte Haus Ravensberg erinnern, der erst rund 35 Jahre zurück liegt. „Ich habe mir nicht vorstellen können, dass es hier schon wieder eine Großbaustelle gibt“, sagte Huesmann.

Doch die geänderten Vorschriften machen diese Investition unabdingbar. Das Haus leidet derzeit darunter, dass nur 72 der vorhandenen 80 Plätze besetzt werden dürfen. „Doch aktuell haben wir wieder freie Plätze“, sagt Christoph Langewitz, der Leiter der Einrichtung. Sogar über Kurzzeitpflegefälle könne man derzeit sprechen, erklärt er. Die Menschen kommen in immer höherem Lebensalter ins Haus Ravensberg, erklärt er den Grund für die Fluktuation.

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