DRK-Haus Ravensberg: Nachfrage nach freien Plätzen so hoch wie nie

Von den 80 Betten im Altbau dürfen derzeit nur 72 belegt werden. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach freien Plätzen so hoch wie nie. Erst der Neubau bringt Besserung

Andreas Großpietsch

Silberstreif am Horizont: Die Baustelle für das neue Haus Ravensberg macht Fortschritte. Die aktuelle Lage bleibt allerdings düster. - © Andreas Großpietsch
Silberstreif am Horizont: Die Baustelle für das neue Haus Ravensberg macht Fortschritte. Die aktuelle Lage bleibt allerdings düster. (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. „Es ist sehr gut, dass man jetzt wieder täglich Veränderungen an dem Bauwerk feststellen kann. Es geht voran“, sagt Christoph Langewitz. Der Leiter des Hauses Ravensberg kann von seinem Bürofenster aus die Entwicklungen auf Borgholzhausens derzeit größter Hochbau-Baustelle mit eigenen Augen verfolgen und ist froh, dass die Baupause um den Jahreswechsel jetzt beendet ist.

Und kann beim Nachsehen feststellen, dass ein Drittel des Fundaments schon weitgehend fertig ist, während am Mittelteil des Unterbaus für das geplante Seniorenheim noch gebaut wird. Dieser Teil stellt die größten Anforderungen an die Bauarbeiter, weil hier später einmal der Aufzug installiert werden soll. Gespannt ist auch Langewitz, wie stark vorgefertigt die 80 exakt gleich großen Einzelzimmer mit Bad auf die Baustelle geliefert werden und welche Fortschritte damit gemacht werden können.

Denn die Lage der Menschen, die für ihre Angehörigen einen freien Platz im Pflegeheim suchen, wird immer verzweifelter. Ein bis zwei Absagen muss Christoph Lan-gewitz erteilen – pro Tag. Und das, obwohl er inzwischen bereits wieder einige freie Plätze vergeben konnte.

Patienten steht mehr Pflegezeit zu

Mit dem Baustart Anfang Oktober des vergangenen Jahres trat auch der Belegungsstopp für 10 Prozent der Plätze in Kraft, den die Landesregierung verhängt hat. Der Grund dafür ist das Verfehlen der geforderten Quote von 80 Prozent Einzelzimmern. Im Altbau ist nur jeder fünfte Platz ein Einzelplatz, doch das tut der Nachfrage keinen Abbruch – im Gegenteil. Trotzdem müssen die Zimmer leer bleiben. Immerhin gibt es einen positiven Aspekt bei der Entwicklung.

Denn es gab auch auf Bundesebene Änderungen bei den Bestimmungen im Bereich Pflege. Durch die Änderung des Pflegeschlüssels brauchen jetzt alle Einrichtungen mehr qualifiziertes Personal, weil den Patienten jetzt mehr Pflegezeit zusteht. Im Haus Ravensberg konnte auf diese Weise zumindest die Auslastung des Personals durch den Rückgang der Plätze kompensiert werden. „Wenn wir das neue Haus belegen können und wieder 80 Plätze zur Verfügung haben, werden wir uns auch um neue Mitarbeiter kümmern müssen“, erklärt Christoph Langewitz.

Noch keine Entscheidung hat das Oberverwaltungsgericht Münster in der Klage der Rotkreuzler gegen die Sperrung von Pflegeplätzen getroffen. Im Land NRW ist eine ganze Reihe von Einrichtungen davon betroffen, so dass es bei der Entscheidung auch um viel Geld geht.

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