Hamlingdorf: Initiative mobilisiert gegen Gewerbegebiet und Lkw

Unermüdlicher Einsatz: Die Initiative Hamlingdorf will das Gewerbegebiet und die Lkw-Trasse verhindern. Dazu besuchen sie betroffene Bürgerinnen und Bürger sogar zu Hause

Anke Schneider

Irina Bloch, Dr. Andrea Groß, Lieselotte henkel, Leara Bloch und Lothar Henkel (von links) klingelten bei den Anwohnern des der Straße Großes Moor, hier bei Uta und Michael Habenich. - © Anke Schneider
Irina Bloch, Dr. Andrea Groß, Lieselotte henkel, Leara Bloch und Lothar Henkel (von links) klingelten bei den Anwohnern des der Straße Großes Moor, hier bei Uta und Michael Habenich. (© Anke Schneider)

Borgholzhausen. Die Zeit läuft: Noch bis kommenden Freitag können Bürgerinnen und Bürger Einwendungen gegen die Pläne für das Gewerbegebiet Am Stadtgraben im Rathaus abgeben. Und das sollten sie auch tun – meint die Initiative Hamlingdorf – und zieht seit Tagen von Haus zu Haus, um die Menschen in Pium über die Auswirkungen der Planungen aufzuklären. „Was genau geplant ist, wird nicht deutlich rübergebracht", so Lothar Henkel. Bewusst – da sind sich die Mitglieder einig.

„Das fängt schon bei dem Begriff »kleinteiliges Gewerbe« an", so Henkel weiter. Darunter stelle man sich kleinere Handwerksbetriebe wie einen Elektriker oder einen Maler vor. Die seien aber nicht gemeint. „Es können Hallen bis 16 Meter Höhe entstehen", fügt Lieselotte Henkel an.

Ein Dorn im Auge ist der Initiative auch die ausweichende Haltung des Bürgermeisters, wenn es um die neue Straße gehe, die auf den Plänen in Höhe des Kleinen Moors endet. „Das macht gar keinen Sinn", so Lieselotte Henkel. Natürlich werde in einem weiteren Bauabschnitt die Straße bis zum Haller Weg weitergebaut. Und damit eine Umgehungsstraße geschaffen, die über die Osningstraße an den Schulen vorbeiführt. „Man ahnt, dass hinter den Planungen etwas Größeres steckt, von dem jetzt noch niemand wissen soll", findet auch Irina Bloch das Verhalten des Bürgermeisters zweifelhaft.

Die Biologin Dr. Andrea Groß ist der Meinung, dass auch der Artenschutz zu wenig Beachtung findet. „Sind die Vorkommen an bedrohten Tieren wie Feldlerche und Feldhase überhaupt geprüft worden?", fragt sie. Für ihren Geschmack sei das Gutachten dazu jedenfalls nicht detailliert genug. „Die Waldbrücke der Stiftung Burg Ravensberg macht nur dann einen Sinn, wenn die Tiere nicht durch Lärm und Lichtemissionen vertrieben werden."

Die Initiative hat eine Mustereinwendung entworfen, die Bürgerinnen und Bürger verwenden und gerne auch ergänzen dürfen. Sie kann auf der Facebook-Seite heruntergeladen werden. Weitere Informationen sind auf der Internetseite www.initiative-ham lingdorf.de zu finden. „In der Zieglerschen Apotheke und bei Welpinghus liegen Mappen mit den Einwendungen aus", sagt Lieselotte Henkel. Darin wird auf wesentliche Punkte eingegangen, unter anderem die Belastung durch Lärm und Emissionen. „Das Verkehrsgutachten sagt ganz deutlich, dass die stark zunehmen werden", so Andrea Groß.

Die Erfahrungen, die die Gruppe bei ihrer Aufklärungstour bisher gemacht hat, sind durchweg gut. „Die Leute sind dankbar für die Informationen", so Irina Bloch.

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