Reizthema "Hamlingdorf": Wie Piumer mitreden können

Stadtentwicklung: Die Entwicklung im Süden bewegt viele Menschen in Borgholzhausen. Das zeigt neben vielen Leserbriefen und Stellungnahmen die Diskussion im Netz. Dort findet sich nun eine Mustereinwendung, mit der sich Bürger einbringen können

Andreas Großpietsch,Marc Uthmann

Darfs ein bisschen weniger sein: Aus Sicht der Initiative Hamlingdorf reicht es, den beiden etablierten Firmen Schüco (links) und Bartling Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. - © Andreas Großpietsch
Darfs ein bisschen weniger sein: Aus Sicht der Initiative Hamlingdorf reicht es, den beiden etablierten Firmen Schüco (links) und Bartling Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen. Noch bis einschließlich 11. Januar können alle Interessierten eine Stellungnahme zu den vorgestellten Plänen für ein neues Gewerbegebiet Am Stadtgraben im Rathaus abgeben. Zuständig ist das Bauamt. Diese Abteilung muss sich auch mit den Anregungen der Bürger detailliert auseinandersetzen und für die Politik einen Vorschlag erarbeiten, wie mit der Einwendung verfahren werden sollte.

Bereits in der öffentlichen Informationsveranstaltung am 11. Dezember im Rathaus wurde dabei darauf hingewiesen, dass im Prinzip ein einfaches Nein zu den Plänen der Stadt formal zwar ausreichend ist, inhaltlich aber zu wenig fundiert, um eine Wirkung zu erzielen.

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Die Initiative Hamlingdorf hat sich nun erneut positioniert und hofft darauf, dass möglichst viele Menschen Kritik an den vorgelegten Plänen äußern. Auch dieser Punkt hat ein gewisses Gewicht bei der Abwägung, die vom Rat der Stadt einmal geleistet werden muss.

„Wofür eigentlich"

„Wer braucht eigentlich dieses Gewerbegebiet?", fragen die Vertreter der Initiative in einer aktuellen Stellungnahme. Bei der Bürgeranhörung am 11. Dezember sei deutlich geworden, dass die geplante Straße die Stadt zwar weniger entlaste als gehofft, dafür aber an anderer Stelle den Verkehr steigere. Die „Gesamtbilanz für eine lebenswerte kleine Stadt" werde „stark ins Negative gezogen", argumentiert die Initiative. „Auch wenn nicht gerne über die Gesamtplanung gesprochen wird – man möchte in Borgholzhausen lieber scheibchenweise planen – ist es deutlich geworden, dass die Vorhaben der Stadt größer sind und das Tal noch mehr belastet werden soll, als momentan offen liegt", kritisiert die Initiative weiter.

Schritt eins sei ein großer Kreisel an der Bahnhofstraße, Schritt zwei ein Gewerbegebiet für angeblich ortsnahes Kleingewerbe und Schritt drei eine Straße, um eine Erweiterung der Firma Bartling zu ermöglichen. Als vierter Schritt folge ein Wohngebiet – „welches im Zusammenhang mit einer Bartling-Erweiterung mehr Probleme macht, als Nutzen bringt". Schritt fünf schließlich sei eine Anbindung der Straße an den Haller Weg. „Wofür eigentlich", fragen die Kritiker.

Dabei hätten Schüco und Bartling zwar Wünsche, nach Meinung der Bürgerinitiative Hamlingdorf allerdings keinen „besonderen Druck". Die Firma Schüco besitze einen Bereich, der bequem mit einer kleineren Planung gut erschlossen werden könne, nur ein minimaler Bereich östlich des Barenbergwegs müsse verplant werden. „Die Firma Bartling würde gerne Erweiterungsmöglichkeiten haben, räumt aber auch ein, dass diese Möglichkeiten stark eingeschränkt sind und Fehler der Vergangenheit sich heute rächen.", heißt es in der Stellungnahme. Das Hamlingdorfer Tal derart leichtfertig preiszugeben, werde in der Zukunft ebenfalls als Fehler bewertet werden. Es blieben „knappe vier Hektar neue Gewerbeflächen übrig, die zu Lasten der Landschaft, der Menschen und – bislang wenig beachtet – der Landwirtschaft gehen", so die Initiative. Denn es müsse davon ausgegangen werden, dass landwirtschaftliche Flächen ersatzlos wegfallen, da in Pium kein Land zum Ausgleich übrig bleibe.

„Bürger wollen es nicht, Schüco und Bartling brauchen es nicht"

„Die Bürger haben erkannt, was eine kleine schöne Stadt für sie bedeutet. Dies ist in vielen Statements klar geworden und wir können nur hoffen, dass die Politik tatsächlich zugehört hat", appellieren die Initiatoren. Denn eins sei beim Termin deutlich geworden: „Der Großteil der anwesenden Bürger der Stadt will dieses Gewerbegebiet nicht. Schüco braucht es nicht und Bartling braucht es auch nicht. Und ob wir mal eine Straße brauchen, die sich zwölf Meter breit durch die Landschaft frisst? Wir glauben das nicht."

Darum appelliert die Bürgerinitiative Hamlingdorf erneut an die Politik, diese Planung noch mal zu überdenken.

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