Gemeinsam geht es gut ins neue Jahr

Anke Schneider

Silvestersänger in Borgholzhausen
Silvestersänger in Borgholzhausen

Borgholzhausen. Der Kirchplatz war wieder einmal voll. Das Zusammenkommen in der Silvesternacht um Mitternacht an der Kirche ist offenbar zu einer festen Borgholzhausener Institution geworden. Man trifft sich, stößt gemeinsam auf das neue Jahr an. „Das ist richtig schön", fand eine Gruppe älterer Bürger, die offenbar jedes Jahr kommt.

Jedes Jahr sind natürlich auch die Sänger dabei, die nach ihrer sechsstündigen Tour durch Pium pünktlich zum Glockenschlag um Mitternacht an der Kirche ankommen. Nachdem das Geläut verstummt ist, schmettern sie die Mitternachtsstrophe des alten Nachtwächterliedes: »Das alte Jahr vergangen ist, wir danken dir, Herr Jesu Christ.«

Die beiden Bürgermeister Dirk Speckmann und Hermann Ludewig verteilten indes den Sekt. 30 Flaschen hatten sie mitgebracht. Offenbar hatten auch die Rathausmitarbeiter nicht allesamt frei, denn Anke Kaufmann, die nette Dame vom Empfang, war ebenfalls mit Tabletts voller Sekt unterwegs.

Silvestersänger oder Neujahrssänger?

Während die Sänger sich in den vergangenen Tagen auf ihren Einsatz vorbereitet hatten, hatte Dirk Speckmann zu ergründen versucht, ob die die Männer in den grünen Lodenmänteln nun als Silvestersänger oder als Neujahrssänger bezeichnet werden müssen. Klemens Keller hatte in einer Mail dazu geschrieben: „Die Frage hat sich meines Wissens nie gestellt. Die Sänger selbst während meiner Dienstzeit und auch während der von Herrn Torweihe sprachen immer von Silvestersängern."

Carl-Heinz Beune tendiert in seinem Statement hingegen mehr zu dem Begriff »Neujahrssänger«, findet aber beide Bezeichnungen in Ordnung. „Heute sind die Sänger schon ab 18 Uhr unterwegs, sind dann also um Mitternacht bereits durch. Dadurch hat sich ihr Schwerpunkt auf den Silvesterabend verlagert. Deshalb die Gruppe als Silvestersänger zu bezeichnen, käme mir jedoch nicht in den Sinn. Als Silvestersänger geraten sie mir zu sehr in die Nähe von Silvesterrummel, Böllern und Party. Das entspricht keineswegs dem Geist des Nachtwächterliedes und der Lebenseinstellung unserer Vorfahren. Es ging ihnen um Bescheidenheit, Demut und Dankbarkeit für das abgelaufene Jahr."

So bleibt es weiter jedem selbst überlassen, wie er die Sänger nennen mag. Wichtig ist – und das merkte man an dem Zulauf auf dem Kirchplatz – dass sie auch in den kommenden Silvesternächten noch singen. Nachdem alle Becher ausgetrunken und alle Raketen abgefeuert waren, begaben sich die Sänger ins Heimathaus, wo auf die Männer eine warme Suppe wartete.

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