500 Piumer Pakete auf dem großen Hilfskonvoi

Hilfe aus erster Hand: Christine Kleine-Tebbe fuhr für den Round Table nach Moldawien, um Kindern in sozialen Brennpunkten eine Freude zu machen. Im Haller Kreisblatt berichtet sie von ihrer Weihnachtstour – und nennt beeindruckende Zahlen

Herbert Gontek

Der große Augenblick: Christine Kleine-Tebbe steuert die Ausgabe der Pakete. Die Kinder warten mit großer Spannung darauf sie öffnen zu dürfen. - © Herbert Gontek
Der große Augenblick: Christine Kleine-Tebbe steuert die Ausgabe der Pakete. Die Kinder warten mit großer Spannung darauf sie öffnen zu dürfen. (© Herbert Gontek)

Borgholzhausen. „Ich würde immer wieder mitfahren. Es ist unbeschreiblich, was wir für Freude bei den Kindern erlebt haben", sagt Christine Kleine-Tebbe nach ihrer Rückkehr von ihrer Reise ins südosteuropäische Moldawien. Sie war für den Bezirk Ostwestfalen als Vertreterin des Ladies’ Circle im Round Table, einer international tätigen Non-Profit-Organisation, mit dem jährlichen Weihnachtspäckchenkonvoi als Helferin in das 3,5-Millionen-Einwohner-Land, das zwischen Rumänien und der Ukraine liegt, mitgereist.

250 Helfer mit 41 Lastwagen und vier Bussen machten sich mit insgesamt 156.237 Päckchen auf den Weg nach Moldawien, Bulgarien, Rumänen und in die Ukraine. Dabei konnte Christine Kleine-Tebbe über 500 Pakete aus dem Raum Borgholzhausen und zahlreiche Geldspenden durch ihren Spenderkreis beisteuern. „Dafür sage ich herzlichen Dank", sagt sie nach ihrer Rückkehr aus Osteuropa.

100 Lkw-Fahrer sind die wichtigsten Helfer auf der Tour

Ein Foto als Andenken: Ein Helferteam und die beschenkten Kinder lassen sich zur >Erinnerung fotografieren. Mitten drin dioe Borgholzhauserin Christe Kleine-Tebbe. - © Herbert Gontek
Ein Foto als Andenken: Ein Helferteam und die beschenkten Kinder lassen sich zur >Erinnerung fotografieren. Mitten drin dioe Borgholzhauserin Christe Kleine-Tebbe. (© Herbert Gontek)

Die seit 18 Jahren veranstaltete Tour ist jedes Mal eine logistische Herausforderung. „Mit der diesjährigen Fahrt haben wir die Marke von einer Million Päckchen getoppt", sagt Kleine-Tebbe stolz beim HK-Termin in ihrem Haus in der Clever Schlucht. „Und jedes Jahr wächst die Zahl der Päckchen."

„Mit der Aktion befreien wir die Menschen in den vier Ländern nicht aus der Armut. Aber wir zeigen ihnen, dass wir sie nicht vergessen haben. Die Freude der Kinder ist unbeschreiblich, der Tag der Paketübergabe ein vorgezogenes Weihnachtsfest", schildert Christine Kleine-Tebbe das Erlebnis.

Die Päckchen werden aus dem ganzen Bundesgebiet in der letzten Novemberwoche ins Zentrallager nach Hanau bei Frankfurt gebracht. Von dort aus geht die Fahrt auch los. Unter den 245 Helfern sind gut 100 Lastwagenfahrer. Am 1. Dezember startete der Konvoi in Hanau auf die rund 2.000 Kilometer lange Strecke. Bis an die ungarische Grenze bleibt er zusammen, dann teilen sich die Helfer in vier Gruppen auf, die jeweils nach Rumänien, in die Ukraine, nach Moldawien und Bulgarien fahren. Jedes Team mit knapp 40.000 Päckchen auf den Ladeflächen.

Nach zweitägiger Fahrt – rund um die Uhr, längere Pausen gibt es nicht – erreichte Christine Kleine-Tebbe mit ihrer Division die moldawische Hauptstadt Chisinãu, die 530.000 Einwohner hat.

Für die Helfer ist die Reise ein Erlebnis, das zusammenschweißt

Große Freude: Das Mädchen freut sich über eine Puppe, die sie in ihrem Paket fand. - © Herbert Gontek
Große Freude: Das Mädchen freut sich über eine Puppe, die sie in ihrem Paket fand. (© Herbert Gontek)

„Nach einem ausgeklügelten System wird hier die Ladung mit weiterer Hilfe lokaler Hilfsorganisationen auf kleinere Transporter umgeladen und an sozialen Brennpunkten im Beisein unserer Helfer direkt an die Kinder verteilt", berichtet die Borgholzhauserin. Fast fünf Tage dauerte die Aktion, dann ging es mit der einbrechenden Dunkelheit am Donnerstagabend wieder in Richtung Heimat.

„Neben der großen Freude der Kinder über die Geschenke erlebten wir für uns Helfer das wunderbare Gefühl, gemeinschaftlich etwas zu bewegen – unter widrigen Bedingungen, wenig Schlaf und manchmal nur einer Bockwurst aus der Buskantine. So ein Projekt schweißt zusammen", schwärmt die Borgholzhauserin.

Für sie steht es außer Frage, dass sie im kommenden Jahr auf jeden Fall wieder mitreisen möchte – wenn die Arbeit es zulässt.

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