Umbau der B 476 geht in die entscheidende Phase

Andreas Großpietsch

Die Bundesstraße ist Richtung Versmold nutzbar. - © Andreas Großpietsch
Die Bundesstraße ist Richtung Versmold nutzbar. (© Andreas Großpietsch)

Borgholzhausen/Versmold. Für die Betroffenen war die Länge der Autoschlange an der Kreuzung in Bokel eines der Aufregerthemen dieses Sommers. Seit einigen Tagen normalisiert sich die Lage wieder etwas – ohne dass Straßen.NRW in Bielefeld den Abschluss der Bauarbeiten im Bereich der B 476 in Borgholzhausen erklärt hätte. Die waren nämlich der Auslöser der misslichen Lage, zu der auch völlig überlastete Nebenstrecken, teils schwere Unfälle und vor allem viele blank liegende Nerven gehören. Bis alles wieder im Rahmen des normalen Verkehrswahnsinns im Bereich Borgholzhausen-Bahnhof ist, dauert es aber noch.

Zurück zur Normalität einer überaus stark befahrenen Straße: In der Höhe der Anschlussstelle Borgholzhausen wurde die B 476 in diesem Sommer erneuert und ausgebaut. Inzwischen funktioniert die Abfahrt wieder fast normal. - © Andreas Großpietsch
Zurück zur Normalität einer überaus stark befahrenen Straße: In der Höhe der Anschlussstelle Borgholzhausen wurde die B 476 in diesem Sommer erneuert und ausgebaut. Inzwischen funktioniert die Abfahrt wieder fast normal. (© Andreas Großpietsch)

„Wir rechnen damit, in den ersten Septemberwochen mit den Arbeiten fertig zu werden", schätzt Olaf Kindervater, der normalerweise bei Straßen.NRW für die Baufortschritte der A 33 zuständig ist. Doch in diesem Fall ist auch die untergeordnete Nebenstrecke schon eine veritable Bundesstraße, die ein wichtiger Teil des Verkehrsnetzes ist. Und die man nicht einfach sperren kann, ohne massive Verschiebungen im Verkehrsfluss auszulösen.

Verkehrsaufkommen während der Sommerzeit geringer

„Im Sommer hat man wenigstens die Sicherheit, dass Asphaltierungsarbeiten nicht wegen überraschend auftretender Fröste nicht ausgeführt werden können", nennt Kindervater einen der Gründe, warum Ferienzeit immer auch Straßenbauzeit ist. Natürlich ist auch das Verkehrsaufkommen während der Sommerzeit geringer. So gering, dass die Sperrung an einer Stelle nicht die totale Überlastung an der anderen bedeuten würde, ist es allerdings nie.

Das zeigte sich auch bei dieser Baumaßnahme. Vor allem die Wochen, in denen die B 476 voll gesperrt war, sorgten für Stress auf den Ausweichstrecken. Inzwischen rollt der Verkehr wenigstens wieder von Richtung Borgholzhausen-Bahnhof in Richtung Versmold, nur leicht eingeschränkt durch die fortgesetzten Bauarbeiten. Besonders entlastend wirkt sich aus, dass auch die Autobahnauffahrt Borgholzhausen in Richtung Osnabrück nach Sanierung der Decke jetzt wieder unter Verkehr genommen worden ist.

Wer Richtung Bielefeld fährt, muss eine lange Umleitung in Kauf nehmen

Hier wird noch gebaut: Die alte Auffahrt aus Richtung Versmold wird zur neuen Auffahrt in Fahrtrichtung Bielefeld. - © Andreas Großpietsch
Hier wird noch gebaut: Die alte Auffahrt aus Richtung Versmold wird zur neuen Auffahrt in Fahrtrichtung Bielefeld. (© Andreas Großpietsch)

Etwas aufatmen können auch die Menschen im Bereich der Ausfahrt Dissen Süd und im angrenzenden Bockhorst. Mehrere Wochen lang war die Ausfahrt Borgholzhausen aus Richtung Osnabrück gesperrt und der Verkehr wurde bereits an der davor liegenden Anschlussstelle abgeleitet. Jetzt ist zumindest die Abfahrt in Richtung Versmold so weit fertiggestellt, dass die Autos wieder hier abfahren können.

Was gut für die Verkehrsteilnehmer funktioniert, die in Richtung Versmold und Warendorf unterwegs sind. Wer allerdings über Halle weiter Richtung Bielefeld will, hat eine lange Ausweichstrecke zu absolvieren, die ihn über die Hesselteicher Straße wieder zurück zum Bahnhof Borgholzhausen führt. Und von dort sind es noch etliche Kilometer auf der stark belastesteten Bundesstraße 68, der Westumgehung und schließlich der Tatenhauser Straße zurückzulegen, ehe man das Ziel Autobahnauffahrt Künsebeck fast erreicht hat.

Fast, denn zunächst einmal geht es noch auf voller Länge durch das Gewerbegebiet Ravenna Park. Dieser Zustand soll sich aber schon Ende es Jahres ändern. Denn dann ist die Fertigstellung des kleinen Autobahnabschnitts von der Abfahrt Künsebeck bis zur Abfahrt Alleestraße in Halle vorgesehen.

Doch wenn die Baumaßnahme in ein paar Wochen erledigt sein wird, dann ist noch wesentlich mehr geschafft worden als nur die Erneuerung von überstrapazierten Asphaltschichten. Denn bislang war der Autobahnanschluss naturgemäß immer nur eine halbe Sache. Die Auf- und Abfahrt aus Fahrtrichtung Bielefeld wurde nicht gebraucht und deshalb auch nicht gebaut. Das ändert sich in absehbarer Zeit (siehe dazu auch Bericht unten links) und spätestens dann wird auch eine »richtige« Autobahnanschlussstelle Borgholzhausen gebraucht.

Ampeln und eine Verkehrsüberwachung mit Infrarotsensoren

Zur Verwirklichung dieses Ziels gehört auch eine moderne Verkehrslenkung. Ampelsysteme sollen für die sichere Führung der Verkehrsteilnehmer sorgen. Gesteuert werden sie noch über die althergebrachten Kontaktschleifen, die in den Asphalt eingebaut werden, vor allem aber über eine Reihe von unscheinbaren grauen Kästchen an Masten. Darin befinden sich Infrarotsensoren, die Verkehrsbelastungen messen und so für einen gleichmäßigen Verkehrsfluss durch variable Ampelschaltungen sorgen können.

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